BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews

Halli Hallo.
Wie in meinem letzten Beitrag angemerkt, habe ich mich mit zwei Teilnehmern der Hot Spots-Kampagne von BILLY BOY in Verbindung gesetzt.
J. Schröder, ein Studierender aus Ilmenau und der Hamburger J. Vagt haben sich dazu bereit erklärt, mir ein paar Fragen bezüglich des Wettbewerbs zu beantworten. Beide Video-Produzenten haben den selben Fragenkatalog erhalten. Die interessantesten Antworten möchte ich euch gerne einmal vorstellen.
Im folgenden wird J.Schröder mit JS abgekürzt und J. Vagt mit JV.

Wie bist du auf diese Kampagne aufmerksam geworden?

JS: „Uhhh, das weiß ich nicht mehr… Uni-interne Mail glaube ich.“

JV: „Ich war auf dem Deichbrand Festival und dort sind 2 „Promoter“ lang gelaufen und haben ein  Gewinnspiel angeboten. Man musste nur ein Video von sich machen, wo ein Produkt von Billy Boy beworben wird.“

Warum hast du dich dazu entschieden mitzumachen?

JS: „TV-Werbung hat mich schon immer interessiert. Mit einem Freund zusammen entstand die Idee und in meinem Studium lernt man nichts praxis-relevantes. Außerdem hat man genug Zeit für andere Dinge und so stand der Umsetzung nichts im Wege.“

JV: „Zum Einem konnte ich etwas gewinnen und zum Anderen gab es schon gleich eine „Belohnung“ in Form von Werbegeschenken fürs mitmachen.“

Wie groß war der Aufwand für dieses Projekt?

JS: „Die Konzeptentwicklung entstand bei einigen Bieren nebenbei und war mehr Spaß als Aufwand. Wir haben an einem Wochenende zwei Tage gedreht und wurden dabei tatkräftig von bekannten und Freunden unterstützt. Die Postproduktion hat noch einmal zwei Tage gedauert. Für Menschen mit mehr praktischer Erfahrung wäre es bestimmt schneller umsetzbar gewesen.“

JV: „Es wurden von den beiden [Promotern] Requisiten zur Verfügung gestellt. sodass ich mir anhand eines kurzen Brainstormings eine „Story“ ausgedacht habe. Nach nur 2-3 Aufnahmen war das Ding im Kasten.“

In welcher Art und Weise hast du mit der Marke BILLY BOY kommuniziert?

JS: „Zunächst gar nicht. Bis auf die Anmeldung. Dann noch eine Beschwerde, weil die Entscheidung so lange gedauert hat.“

JV: „Ich wurde wie gesagt von den Promotern angesprochen und habe mit denen direkt vor Ort gesprochen. Weiteren Kontakt gab es eigentlich nicht. Als mein Video später online gestellt wurde habe ich noch kurz eine E-Mail zur Kenntnis bekommen aber das war es auch an Kommunikation.“

Wie hast du den Kampagnen-Verlauf empfunden? Hast du viele Informationen zu dem aktuellen Stand der Kampagne erhalten?

JS: „Nein keine. Bis auf die Spots habe ich nichts davon mitbekommen.“

JV: „Ich fühlte mich ziemlich allein gelassen. Es gab im weiteren Verlauf keine „Wasserstandsmeldung“ oder ähnliches. Ich kann noch nicht mal mit 100%iger Sicherheit sagen ob die Kampagne noch läuft oder wer das Gewinnspiel gewonnen hat und was aus meinem Clip wurde. So wie es aussieht ist es noch online.“

Hattest du Social Media-Kanäle (Faceboook, Twitter, YouTube) von BILLY BOY abonniert? Oder hast du sie anschließend abonniert?

JS: „Nein habe ich nicht.“

JV: „nein, nein und nein.“

Welche Rolle hat für dich das beworbene Produkt gespielt? Hättest du ebenfalls bei einer Kampagne mitgemacht, die ein im Vergleich zu Kondomen langweiligeres Produkt beworben hätte (bspw. Gehhilfen, Hörgeräte o.ä.)?

JS: „Ich glaube, jedes Produkt, das im Einzelhandel erhältlich ist eignet sich für so eine Kampagne. Ob Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc. ist dabei egal. Um so kleiner und spezieller die Zielgruppe, desto weniger Relevanz hat die Thematik, aber um so interessanter kann die zu entwickelnde Kommunikation werden.“

JV: „Ich wollte quasi ja nur die „Belohnung“ haben. Gehilfen, Hörgeräte bei diesen Produkten hätte ich mich nicht „zum Affen“ gemacht. Aber bei anderen „langweiligen“ Dingen die man auf einem Festival benötigen kann wie z.B. Zahnpasta, Sonnencreme usw. wäre ich wieder dabei gewesen.“

Würdest du bei einem ähnlichen Projekt wieder mitmachen?

JS: Ja würde ich. Die Erfahrungswerte solcher Projekte sind unbezahlbar.“

JV: „[…] Ja ich würde wieder mitmachen wenn ein Nutzenfaktor für mich oder ein soziales Projekt dahinter steckt.“

Interessant bei diesen beiden Befragten finde ich vor allem, dass sie auch ganz unterschiedlichen Gründen und auch in vollkommen unterschiedlichen Situationen sich dazu entschieden haben, teilzunehmen. Bei JV handelt es sich eher um eine spontane „Schnapsidee“ und bei JS stellt es eher ein Projekt zur Weiterbildung eigener Interessen dar. Dieses wird auch bei der Frage nach dem Aufwand sehr schön deutlich. Bei JV hat der gesamte Entstehungsprozess ein paar Minuten gedauert und bei JS wurde nur die Umsetzung auf ein ganzes Wochenende gelegt. Dies zeigt auch deutlich, dass beide mit einem abweichenden Grad der Professionalisierung an die Kampagne herangetreten sind.
Auffällig war jedoch, dass bei beiden Teilnehmern die Antworten bezüglich der Kommunikation mit BILLY BOY recht negativ ausfallen.  Obwohl beide in ganz unterschiedlichen Kontexten mit dem Projekt in Berührung gekommen sind, hat keiner von ihnen einen Social Media-Kanal von BILLY BOY abonniert. Weshalb ich auch keine weiteren Antworten bezüglich der dort stattfindenden Kommunikation erhalten konnte.
Als sehr positiv habe ich jedoch die Antworten auf die letzten beiden Fragen empfunden. Beide Teilnehmern wären wieder bereit bei einem ähnlichen Projekt mitzumachen. Dies zeigt, wie ich finde, deutlich, wie hoch die Bereitschaft der Crowd ist bei Crwodcreation-Projekten mitzumachen – egal in welchen Situation, egal mit welchem Know-How. Die Sache hat den Teilnehmern Spaß gemacht und das scheint wesentlich größerer Motivator zu sein, als hohe Preisgelder.
Den Clip von JS habe ich euch in dem vorherigen Beitrag bereits als Link eingebunden (‚Immer das richtige dabei‘). JV hat darum gebeten, sein Video nicht hier auf dem Blog zu veröffentlichen.

Ich danke beiden Teilnehmern für ihre Zeit und die unkomplizierte Beantwortung der Fragen.
In meinem nächsten Eintrag werde ich damit beginnen, meine Analyse von Crowdcreation-Projekten zu beenden, indem ich meine hier präsentierten Beispiele und Ergebnisse noch einmal reflektiere.

_____________________
Quellen:

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jochen Vagt vom 24.02.2014, geführt vom Verfasser
Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jan Schröder vom 25.02.2014, geführt vom Verfasser

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6 Kommentare

  1. Ein bisschen Schade das sich beide Befragten im Kampagnen-Verlauf irgendwie allein gelassen gefühlt haben. Nicht gerade ein Musterbeispiel guter Kommunikation und irgendwie enttäuschend. Wenn das Unternehmen doch mit der Crowd interagieren möchte und im Endeffekt ja auch großen Nutzen davon hat, sollte das doch an erster Stelle stehen.

    Ich für meinen Teil bin jetzt nach deinen zahlreichen Beispielen mehr als gespannt auf die Auswertung 🙂

    Antwort
  2. Hallo Tanja, schön, dass du beide Teilnehmer noch zu einem Interview bekommen hast. Es ist wie auch Katarina schon sagte, sehr unvorteilhaft von dem Unternehmen nicht mit den Teilnehmern des Wettbewerbs in Kontakt zu treten. Es zeigt sich ja deutlich, dass beide nicht von sich aus bereit waren Informationen zum Wettbewerb einzuholen (keine Social Media Kanäle abonniert). Es liegt an dieser Stelle an dem Unternehmen das zu ändern und auf den Teilnehmer zuzugehen. Oder was meinst du Tanja? Ist es trotz der kargen Kommunikation mit den Teilnehmern und auf den unternehmenseigenen Social Media Kanälen ein positives Beispiel? 🙂 Auf einen kleinen Fehler möchte ich dich noch schnell Hinweisen. Du hast geschrieben „Bei JV handelt es sich eher um eine spontane “Schnapsidee” und bei JV stellt […]“, da müsste aber JS stehen. 😉

    Antwort
    • Hallo Ina,
      Ja, ich denke auch, dass BILLY BOY an der Stelle irgendwie verpasst hat auch auf seine Social Media-Kanäle aufmerksam zu machen.
      Obwohl auch fraglich ist, ob sie diese Absicht hatten, da wie in meinem Beitrag beschrieben, selbst über den stärksten Kanal Facebook keine Informationen zu der Kampagne verbreitet wurden.
      Ich habe auch darüber nachgedacht, ob es sich hier jetzt um ein erfolgreiches oder weniger erfolgreiches Projekt handelt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es definitiv kein negatives Beispiel ist, da kein Shitstorm o.Ä. ausgelöst wurde, es aber auch kein Paradebeispiel für ein gelungenes Crowdcreation-Projekt ist.
      Die Crwod hat aktiv mit gemacht und viele witzige und teilweise recht professionell produzierte Videos eingesendet. Leider war die ganze Kampagne nur für Außenstehende, wie auch Teilnehmer etwas undurchsichtig. Sollte BILLY BOY erneut auf die Idee kommen ein solchen Projekt zu starten, dann gibt es sicherlich noch einige Stellen, die sie optimieren können und auch sollten, aber die grobe Richtung haben sie bereits damals eingeschlagen.
      Oder hättest du das nun gänzlich anders bewertet?

      Und danke für dein Hinweis, habe ich gleich mal abgeändert 😉

      Antwort
      • Hey, wahrscheinlich hast du recht und sie hatten nicht vor auf den Wettbewerb vermehrt aufmerksam zu machen durch ihre Social Media Kanäle. Interessant ist aber, dass sie aber Werbung auf Festivals dafür gemacht haben. Ich denke, dass du recht hast. Es ist kein negativ Beispiel weil sie ja Einsendungen erhalten haben und wie du schon sagtest kein Shitstorm entstanden ist. Ein positives Beispiel ist es aber auch nicht, da einfach zu wenig Kommunikation vom Unternehmen aus kam. Beim nächsten Mal sind die Teilnehmer vielleicht nicht mehr so begeistert mit zu machen, da sie ja wissen, dass sie keine Informationen erhalten. Von einem der Befragten haben sie ja soagr eine Beschwerdemail erhalten. Beim nächsten Mal sollten sie definitv mehr auf die Kommunikation achten und deinen Blog einbeziehen. 😉 Dann klappt es sicherlich auch besser und sie machen effektive Werbung für sich selbst. 🙂

  3. Also ich finde es wirklich interessant, wie unterschiedlich die Motive für die Erstellung des Clips waren. Der Student aus Ilmenau wollte damit ja Praxis-Erfahrung sammeln und dein Bekannter aus der Heimat hat es mehr oder weniger nur wegen des Gewinns gemacht. Die Umstände waren ja ganz schön unterschiedlich, sowie auch die Herangehensweise.
    Schade finde ich es auch, dass Billy Boy mit den Teilnehmern während der Kampagne gar nicht so viel Kontakt hatte. Ich denke, das kannst du auf jeden Fall mit in die Negativ-Liste mit reinschreiben bzw. es ins Positive umformulieren für die Erfolgsfaktoren 🙂

    Antwort
  1. Abschlussbetrachtung Teil 2 – Fazit | Crowdcreation

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