Abschlussbetrachtung Teil 2 – Fazit

Hallo zurück.

Der folgende Beitrag soll an dieser Stelle der letzte sein, welchen ich ihm Rahmen des Seminars „Digitale Kommunikation“ auf diesem Blog veröffentliche.

Abschließend möchte ich nun einmal meinen gesamten Analyse-Verlauf rückblickend betrachten. Dabei werde ich mich nicht speziell auf einzelne Corwdcreation-Beispiele beziehen, denn dieses habe ich bereits mit meinem vorherigen Beitrag Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele getan.

Als wir im Oktober 2013 von unserem Dozenten die Aufgabe erhielten einen Blog zu führen, welcher sich mit digitaler Kommunikation befasst, dachte ich, „dass kann doch so schwer nicht sein.“ Doch nachdem allen Seminar-Teilnehmern bewusst geworden war, dass es hier nicht einfach nur darum ging, einen Blog zu schreiben, sondern dass dieser auch noch sinnvoll mit Inhalten gefüllt werden soll, die aufeinander aufbauen und letztendlich eine Leit- oder Forschungsfrage beantworten, da war der Gedanke schnell wieder verschwunden. Auch die Themenfindung bzw. die Wahl der konkreten Leitfrage fiel gar nicht so einfach.
Somit habe ich diesen Blog erst einmal damit begonnen digitale Kommunikation zu definieren bzw. aufzuführen, wie wir diese in unserem Seminar untergliedert hatten.
Nach dieser Einteilung zufolge, hab ich mich also für einen Unterpunkt der externen Unternehmenskommunikation entschieden – Crowdsourcing. Da sich diese Thematik aber noch in viele Unterkategorien einteilen lässt, habe ich schlussendlich beschlossen, diesen Blog über das Thema Crowdcreation zu führen.
Nachdem diese grundlegende Frage erst einmal geklärt war, habe ich auch relativ schnell eine passende Learning-Community gefunden. Anfänglich waren wir zu viert. Dabei haben sich Ricarda und Ina mit Crowdfunding auseinander gesetzt und Elisa mit dem Unterpunkt Crowdinvesting. Im Verlauf des Seminars ergab es sich, dass auch noch zwei weitere Kommilitoninnen zu unserer Community hinzu kamen. Tanja M. befasste sich ebenfalls mit dem Thema Crowdcreation. Allerdings speziell auf das Beispiel Tchibo ideas zugeschnitten, welches ich auch beispielhaft betrachtet habe. Verena schrieb ihren Blog zum Überthema Crowdsourcing und verwies dabei auch auf einige Crowdcreation-Beispiele. Alles in allem waren wir also ein sehr stimmige Learning-Community. Wir haben viel untereinander kommentiert und konnten teilweise auch gut über bestimmte Thematiken diskutieren, da sich all unsere Themengebiete bei dem Überthema Crowdsourcing zusammenfinden und damit viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Außerdem bietete uns das auch die Möglichkeit aufeinander zu verweisen bzw. die Ergebnisse des anderen in den eigenen Analyseprozess mit einzubeziehen.
So haben meinen Kommilitoninnen mich auch tatkräftig bei der Suche nach Erfolgsfaktoren unterstützt und mir hilfreiche Anregungen dafür genannt (bspw. beim Eintrag ‚Leitgedanke und Ergebnissdarstellung‚).
Ich selbst konnte auch einmal einen spannenden Beitrag von Tanja M. rebloggen, die sich in dem genannten Eintrag mit dem Thema ‚Crowdcreation als Innovationsmanagement‚ auseinandersetzte. Sie stellte hier auch einen Vergleich bezüglich dem Zeitaufwand und den anfallenden Kosten zwischen Crowdcreation und den anderen Crowdsourcing-Arten, wie Crowdvoting oder Crowdfunding an. Somit wurde deutlich, dass es doch auch ein paar Unterschiede zwischen den Themen unserer Learning-Community gibt.

Bevor wir uns aber in unseren eigenen Themengebieten vertieften, produzierten wir noch ein Video, welches den Einstieg in das Themenfeld des Crowdsourcing für alle Beteiligten und Blog-Leser vereinfachten sollte.
Und anschließend ging es dann wirklich los mit der eigenen konkreten Themenfindung und den ersten Literaturrecherchen. Ich habe mir also das Buch “Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business” von Jeff Howe, dem ‚Urvater‘ des Crowdsourcing in unserer Uni-Bibliothek ausgeliehen. In diesem Buch konnte ich neben vielen interessanten Informationen bezüglich des Themas auch schon nützliche Hinweise zu Crowdcreation-Beispielen (u.a. iStockphoto und Threadless) finden.
Während ich also dieses Buch verschlang, wurde mir auch deutlich, was genau ich eigentlich mit meiner Arbeit analysieren möchte. Ich wollte Erfolgsfaktoren für Crowdcreation-Projekte und -Plattformen ermitteln.

Meine Leitfrage hieß dann:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Ein Hauptgrund für die Wahl dieser Frage war, dass ich in dem Buch von Howe auf die 10 Regeln des Crowdsourcing (von Howe) gestoßen bin. Diese stellten wirklich schon eine gute Grundlage für meine Erfolgsfaktoren dar (siehe dazu Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business).
Nachdem also meine Fragestellung gefunden war, konnte ich richtig in die Analysephase der Beispiele einsteigen. Insgesamt habe ich dabei 10 unterschiedliche Crowdcreation-Beispiele betrachtet. Besonders Freude bereitet hat mir dabei beispielsweise die Reihe von Plattformen zur Produktgestaltung. Obwohl der Grundgedanke der Plattformen recht ähnlich ist, setzten alle 3 Webseiten ihre Konzepte ganz unterschiedlich um (für nähere Informationen: Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt & Qwertee).
Auch die Betrachtung eines missglückten Projektes (Pril), hat mir für die Entwicklungen von Do’s and Don’ts beim Umgang mit Crowdcreation wirklich geholfen. So konnte ich die positiven Aspekte der anderen Kampagnen besser einschätzen bzw. wertschätzen.
Mitten in meinem Analyseprozess habe ich auch einmal meine bis zu dem Zeitpunkt betrachteten Beispiele zusammengefasst und meine gesammelten Ergebnisse vorgestellt (siehe dazu: Zwischenfazit). Hier bin ich bereits auf die äußeren Umstände eingegangen, nämlich, dass es aktuell eher wenig Literatur zu der Thematik Crowdcreation gibt und es daher für mich nötig war, mich viel auf online Quellen zu beziehen. Alle meine verwendeten Quellen finden sich auch auf meiner Unterseite Quellen.
Bei dem erwähnten Zwischenfazit bin ich bereits auch auf den Zeitfaktor für das Schreiben dieses Blogs eingegangen. Auch die letzten Tage haben wieder viel Zeit für die Pflege des Blogs in Anspruch genommen. Grund dafür war zum Einen, dass ich bei meinem letzen Beispiel noch die Möglichkeit bekommen hatte, 2 schriftliche Interviews mit Projekt-Teilnehmern zu führen (siehe: BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews) und dass es sich wirklich schwierig gestaltet hat, die 10 vorgestellten Beispiele miteinander zu vergleichen und alle veröffentlichten Beiträge zu resümieren.
Obwohl ich mein Thema wirklich spannend fand bzw. immer noch finde, würde ich mir bei einer ähnlichen Aufgabe vermutlich im Vorfeld mehr Gedanken darum machen, wie aufwendig es ist, mehrere Beispiele zu betrachten und sie miteinander zu vergleichen, anstatt sich nur auf ein konkretes Fallbeispiel zu beziehen.

Aber noch einmal kurz zurück zum Verlauf meiner Analyse.
Ziemlich zum Ende hin, bin ich auch noch auf den Punkt des ‚Markenimage‚ aufmerksam geworden, weshalb ich mich auch noch detailliert mit dem Buch „Marken im Web 2.0“ auseinandergesetzt habe. In diesem Buch wurde zwischen schwachen und starken Marken unterschieden. Eine Unterscheidung, die ich auch für den Crowdcreation-Prozess sehr sinnvoll finde und den man in einer weiterführenden (Forschungs-)Arbeit weiter verfolgen könnte. Somit würden sich vielleicht auch unterschiedliche Handlungsempfehlungen für die jeweilige Gruppe aufstellen lassen. Da ich in meiner Analyse erst sehr spät auf diesen Punkt aufmerksam geworden bin und auch ’nur 10 Beispiele‘ betrachtet habe, war es mir im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich näher darauf einzugehen. Daher sind meine genannten Erfolgsfaktoren für Crowdcreation-Projekte aller Art gedacht. Ich möchte aber auch an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich mit meiner hier präsentierten Erfolgsfaktoren-Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe. Es ist durchaus möglich, dass mir bei meinen Analysen (Interpretations-)Fehler unterlaufen sind oder sich einige Punkte aufgrund der Schnelllebigkeit der Thematik bereits geändert haben. Dennoch halte ich die von mir entwickelten Faktoren für sinnig und durchaus praxisrelevant. Die komplette Liste für meine Handlungsempfehlungen findet ihr auf der Unterseite Ergebnisse.

So. Abschließend bleibt mir nur noch ein zu sagen: Danke. Ich danke meiner Learning-Community für die spannenden Diskussionen und die oftmals wirklich fundierten Kommentare zu meinen Einträgen. Mich hat das Interesse aller Leser an dieser Thematik wirklich überrascht und bin dankbar für über 200 Kommentare (wobei hier scheinbar auch gesetzt Verlinkungen mitzählen 😉 ), die sich so auf meinem Blog angesammelt haben. Ebenfalls danken möchte ich auch Alexandra und Katarina, die sich auch wirklich intensiv an meinem Blog beteiligt haben, obwohl ihre Themen stark von meiner gewählten Thematik abweichen.
Ich hoffe euch hat die Zusammenarbeit genauso viel Freude bereit wie mir und ich konnte euch mit meinen abwechslungsreichen Beispielen gut unterhalten.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Auf Wiedersehen 🙂

Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele

Hallo und herzlich Willkommen zurück.
Heute werde ich damit beginnen die Arbeit auf diesem Blog zu beenden.
Im ersten Teil dieser Abschlussbetrachtung möchte ich noch einmal meine aufgezeigten Beispiele und den dazugehörigen Analyseverlauf reflektieren und dabei auch die einzelnen Projekte und Plattformen miteinander vergleichen.

Allgemein lässt sich erst einmal festhalten, dass meine inhaltliche Struktur bei der Präsentation der Beispiele mit der Zeit immer übersichtlicher wurde. Bei meinen erst genannten Beispielen hatte ich noch keine feste Analysestruktur im Kopf, weshalb diese noch die wichtigen Informationen im Fließtext ohne Unterpunkte enthalten. Letztendlich kristallisierten sich dann aber folgende Unterkategorien heraus: Ich habe erst immer Allgemeines zu dem Projekt oder der Plattform beschrieben, bin anschließend auf das dort vorherrschende Konzept eingegangen (manchmal anhand eines Fallbeispieles) und habe mich dann der digitalen Kommunikation des Projektinitiators bzw. des Plattformbetreibers gewidmet. Abgeschlossen habe ich die Betrachtungen mit einem kleinen Fazit und den Erfolgsfaktoren des Projekts/der Plattform.

Mit meinem letzten Satz wird bereits deutlich, dass ich einmalige Crowdcreation-Projekte untersucht habe, wie auch Plattformen, deren Tagesgeschäft Crowdcreation (kurz CC) ist. Meine gesammelten Analyseergebnisse (siehe Ergebnisse) habe ich für beide Fälle angegeben, da es wenig Sinn macht, diese getrennt voneinander zu betrachten.
Ich habe bereits im Verlauf der Analyse zwei zusammenfassende Einträge bezüglich der Beispiele veröffentlicht. Zum einen habe ich meine Betrachtungsreihe der Produktgestaltungs-Plattformen mit einem vergleichenden Beitrag beendet (siehe Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee) und in meinem Zwischenfazit bin ich bereits auf meine bisherigen Beispiele und die resultierenden Erfolgsfaktoren eingegangen (siehe dazu: Zwischenfazit).

Letzendlich habe ich auf diesem Blog insgesamt 10 Beispiele für Crowdcreation vorgestellt. Jedes einzelne Beispiel war auf seine ganz eigene Art und Weise besonders und hat sich von allen anderen Beispielen unterschieden (genaueres dazu: siehe unten). Hier einmal eine Auflistung der Beispiele:

  1. iStockphoto
  2. Tchibo ideas
  3. Threadless
  4. Spreadshirt
  5. Qwertee
  6. Pril
  7. BECK’s
  8. 12designer
  9. unserAller
  10. BILLY BOY

Von diesen Zehn handelt es sich bei 3 Fällen (Pril, BECK’s & BILLY BOY) um einmalige Kampagnen und die anderen 7 Beispiele stellen Plattformen dar, die täglich mit der Crowd zusammenarbeiten. Bei den hier vorgestellten Unternehmen handelt es sich um 7 deutsche Firmen, 2 amerikanische und ein Unternehmen aus Irland. Von diesen 10 sind aber nur 7 europa- oder weltweit aktiv. Aktiv meint in diesem Zusammenhang jedoch nicht zwangsläufig, dass ihre CC-Projekte europa- bzw. weltweit laufen, sondern lediglich das das Gesamtunternehmen so agiert.
Doch schauen wir uns jetzt einmal an, was die einzelnen Beispiele unterscheidet und wie die jeweiligen Unternehmen ihre digitale Kommunikation handhaben.

Die großen Unterschiede der Konzepte
Punkte, in denen sich all diese Beispiele bezüglich der Konzepte voneinander unterscheiden, sind beispielsweise die angesprochenen Zielgruppen oder die Vergütung der Gewinner.
Bei den Zielgruppen ließen sich Personengruppen finden, wie Fotografen, (Sport-)Vereine, Nerds, Unternehmen oder einfach nur junge Kreative. Die Vergütung der Crowdcreation-Gewinner waren zwar meistens monetärer Art, doch auch Prestige und materielle Entlohnungen waren bei den Beispielen vorhanden.
Auffällig war auch, dass einige Initiatoren oder Plattformen-Betreiber ganz offen mit ihren bisherigen Nutzerzahlen, Anzahlen der Einsendung etc. umgehen/umgingen und andere keine dieser Werte der Crowd bekannt geben wollen.

Die digitale Kommunikation im Vergleich

  • genutzte Social Media-Kanäle

Facebook, als der beliebteste Social Media-Kanal, wurde von 9 von 10 der Initiatoren für die Kommunikation mit der Crowd genutzt. Die einzige Plattform, die Facebook nicht genutzt hat, ist Tchibo ideas. Diese Webseite ist allerdings auch die einzige Seite, die gar keine Social Media-Kanäle nutzt.
Twitter wird von den genannten Beispielen am zweithäufigsten genutzt (6 von 10). YouTube wurde immerhin noch von der Hälfte genutzt und Google+ von 4 der 10 Initiatoren. Da die Kommunikation über Google+ aber bei dem Großteil der vier erwähnten Beispiel eingeschlafen ist bzw. keine Interaktion mit der Crowd stattfindet, ist dieser Kanal zu vernachlässigen.
Bei den 3 Beispielen für die Produktgestaltung (Threadless, Spreadshirt und Qwertee) ist diesbezüglich auffällig gewesen, dass diese Drei noch weitere Social Media-Kanäle bedienen. Sie sind auch auf Pinterest, Flickr, Tumblr, Instagram oder Vimeo vertreten. Bei dieser Art von Crowdcreation scheint die bildliche Darstellung der eingereichten Shirts u.ä. besonders gut bei der Crowd anzukommen. Threadless stellt hierbei mit 7 genutzten Social Media-Kanälen den Spitzenreiter dar. Im Schnitt nutzen die Initiatoren allerdings nur 3,2 solcher Kanäle.

Die Häufig- und Regelmäßigkeit der Postings auf den einzelnen Social Media-Plattformen unterscheidet sich ebenfalls stark. Bei CC-Plattformen, die täglich neue Einsendungen von der Crowd erhalten und somit recht schnelllebige Projekte betreuen (bpsw. die Plattformen zur Produktgestaltung), ist auch das Postingverhalten auf Facebook an diesen Umstand angepasst. Somit wird auch hier täglich mit der Crowd interagiert, sie über neue Challenges, Designs etc. informiert.
Bei etwas längerfristigen Projekten werden auch die Zeitabstände der veröffentlichten Beiträge größer.

Besonders auffällig waren hierbei BECK’s und BILLY BOY. Obwohl es sich bei den beiden genannten Fällen um Einzelprojekte handelt, welche über mehrere Wochen liefen, fallen die Abstände der Postings bei BECK’s ähnlich aus, wie auch bei den Plattformen zur Produktgestaltung. Auch dieses Brauerei-Unternehmen interagiert nahezu täglich mit der Crowd, auch wenn es dabei nicht immer um die Kampagne ging. Bei BILLY BOY waren unerwartet gar keine werbenden Beiträge zu ihrem CC-Projekt zu finden. Lediglich ein paar Einsendungen wurden vorgestellt.

Um euch mal einen kleinen Überblick über den ‚Erfolg‘ der einzelnen Projekte auf der meistgenutzten Social-Media-Plattform Facebook zu ermöglichen, folgt hier einmal eine grafische Darstellung der Likes. Wie bereits erwähnt, gibt es keine Facebook-Seite von Tchibo ideas, weshalb diese Plattform in der Grafik nicht erscheint. Um die Werte auch besser miteinander vergleichen zu können, habe ich alle Zahlen noch einmal nachrecherchiert (alle Quellenangaben dazu: siehe unten).
LikesFB

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Gründe, weshalb Threadless so überdurchschnittlich gut abschneidet, sind vermutlich, dass es sich bei dieser Plattform um ein amerikanisches Unternehmen handelt, welches weltweit agiert. Die Zielgruppe ist sehr groß, sodass praktische ‚jedermann‘ auf Threadless mitmachen kann. Außerdem bedienen sie die meisten Kommunikationskanäle und interagieren dort täglich mit ihrer Community. Dabei muss man aber auch bedenken, dass Threadless mit zu den ersten Plattformen gehört, die überhaupt in dieser Art und Weise mit der Crowd zusammenarbeiten. Diese Plattform kann somit als Vorreiter für viele andere gesehen werden.

  • andere Kommunikationskanäle

Weitere Kanäle, die häufig genutzt werden, um mit der Crowd zu interagieren oder diese über das Projekt zu informieren sind Newsletter (4/10) oder Blogs (6/10) auf den Projektwebseiten/Plattformen. Ein Initiator nutze auch ein Forum, trotz vorhandenem Blog. Ein Kommunikationskanal, der mich persönlich sehr überrascht hat, war der Live-Chat vom 12designer-Team. Ein solches Tool ist aufgrund seiner unverzögerten Ansprache der Kunden oder Kreativen sehr aufwendig zu betreiben, hat jedoch auch den Vorteil, Probleme unmittelbar zu beheben und somit die Zufriedenheit der Nutzer hoch zu halten.

Und nun der Erfolg ?!

Ich habe mir viele Gedanken darum gemacht, ob nun letztendlich alle meine vorgestellten Projekte (außer das Negativ-Beispiel Pril) erfolgreich waren bzw. immer noch sind. Um mir einmal einen Überblick zu verschaffen, habe ich alle meine herausgearbeiteten Do’s und zusätzlichen Erfolgsfaktoren bezüglich der Projekte/Plattformen betrachtet. Dabei ist eine Tabelle entstanden, die ihr im Folgenden sehen könnt. Ich sage jedoch schon vorweg, dass es mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, die einzelnen Faktoren auf  die 10 unterschiedlichen Projekte und Plattformen anzuwenden, da sie sich – wie mehrfach erwähnt – so stark voneinander  unterscheiden. Eine unterhalb der Tabelle angelegte Legende soll das Lesen dieser Darstellung vereinfachen.

 VergleichAllerBSPs

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Nach dieser Einteilung erhält unserAller die meisten grünen Punkte, dicht gefolgt von Threadless. Und wie zu erwarten bekommt Pril die meisten roten Punkte. Ein Grund dafür, dass die anfänglich betrachteten Plattformen und Projekte nur recht durchschnittlich abschneiden, kann allerdings auch sein, dass ich mich zu Beginn meiner Analysephase mit bestimmten Aspekten der Webseiten bzw. der Konzepte und der digitalen Kommunikation nicht so detailliert befasst habe, wie ich es bei den späteren Beispielen tat.
Die vermutlich erfolgreichste Plattform bei meiner Analyse ist Threadless. Nicht nur bei der tabellarischen Betrachtung schneidet diese Seite sehr gut ab, sondern auch, wenn man die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der eingereichten Entwürfe betrachtet, wird der Erfolg dieser Plattform deutlich. Diese Seite besitzt über eine Million Nutzer und verzeichnet mittlerweile mehr als 225.000 Designs (vgl. vorherigen Beitrag zu Threadless) und außerdem haben sie die meisten Likes auf Facebook und bedienen die meisten Kommunikationskanäle.
Die Plattform unserAller schneidet nicht ohne Grund bei meiner grafisch dargestellten Analyse so gut ab. Viele der genannten Erfolgsfaktoren werden von dieser Plattform umgesetzt. Allerdings ist diese Webseite vermutlich noch zu unbekannt und ist noch nicht lang genug am Markt etabliert, um sich mit einem „Urgestein“ wie Threadless wirklich messen zu können. Ähnliche sehe ich es auch bei anderen Projekten, die wahrscheinlich noch nicht genug Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen können. Doch auch allen Neulingen stehen noch alle Erfolgschancen offen. Die Plattform Qwertee gehört beispielsweise auch zu den jüngeren Initiatoren und ist dafür aber schon ausgesprochen beliebt.
Ich persönlich denke, dass all die von mir betrachten Beispiele noch die Möglichkeit haben, ihre Crowd auszuweiten und den Erfolg ihrer Unternehmung zu steigern – dafür sprechen beispielsweise auch die bereits in den paar Wochen veränderten Nutzerzahlen und Likes, die sich seit meiner Erstbetrachtung gestiegen sind (bspw. 12designer). Und selbst Pril könnte nochmal einen neuen Versuch wagen und ein neues CC-Projekt starten. Dank meiner Analyse ist die Gestaltung eines erfolgreichen Projekts jetzt ja auch ganz einfach 😉

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Quellen:
12designer (2014). Facebookseite von 12designer, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
BECK’s (2014) Facebookseite von BECK’s, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de?fref=ts
BILLY BOY (2014) Facebookseite von BILLY BOY, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline?fref=ts
iStockphoto (2014) Facebookseite von iStock, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/istock.deutschland?fref=ts
Pril (2014) Facebookseite von Pril, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/PrilMENA
Qwertee (2014) Facebookseite von Qwertee, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts
Spreadshirt (2014) Facebookseite von Spreadshirt, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/spreadshirt
Threadless (2014) Facebookseite von Threadless, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/threadless?fref=ts
unserAller (2014) Facebookseite von unserAller, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews

Halli Hallo.
Wie in meinem letzten Beitrag angemerkt, habe ich mich mit zwei Teilnehmern der Hot Spots-Kampagne von BILLY BOY in Verbindung gesetzt.
J. Schröder, ein Studierender aus Ilmenau und der Hamburger J. Vagt haben sich dazu bereit erklärt, mir ein paar Fragen bezüglich des Wettbewerbs zu beantworten. Beide Video-Produzenten haben den selben Fragenkatalog erhalten. Die interessantesten Antworten möchte ich euch gerne einmal vorstellen.
Im folgenden wird J.Schröder mit JS abgekürzt und J. Vagt mit JV.

Wie bist du auf diese Kampagne aufmerksam geworden?

JS: „Uhhh, das weiß ich nicht mehr… Uni-interne Mail glaube ich.“

JV: „Ich war auf dem Deichbrand Festival und dort sind 2 „Promoter“ lang gelaufen und haben ein  Gewinnspiel angeboten. Man musste nur ein Video von sich machen, wo ein Produkt von Billy Boy beworben wird.“

Warum hast du dich dazu entschieden mitzumachen?

JS: „TV-Werbung hat mich schon immer interessiert. Mit einem Freund zusammen entstand die Idee und in meinem Studium lernt man nichts praxis-relevantes. Außerdem hat man genug Zeit für andere Dinge und so stand der Umsetzung nichts im Wege.“

JV: „Zum Einem konnte ich etwas gewinnen und zum Anderen gab es schon gleich eine „Belohnung“ in Form von Werbegeschenken fürs mitmachen.“

Wie groß war der Aufwand für dieses Projekt?

JS: „Die Konzeptentwicklung entstand bei einigen Bieren nebenbei und war mehr Spaß als Aufwand. Wir haben an einem Wochenende zwei Tage gedreht und wurden dabei tatkräftig von bekannten und Freunden unterstützt. Die Postproduktion hat noch einmal zwei Tage gedauert. Für Menschen mit mehr praktischer Erfahrung wäre es bestimmt schneller umsetzbar gewesen.“

JV: „Es wurden von den beiden [Promotern] Requisiten zur Verfügung gestellt. sodass ich mir anhand eines kurzen Brainstormings eine „Story“ ausgedacht habe. Nach nur 2-3 Aufnahmen war das Ding im Kasten.“

In welcher Art und Weise hast du mit der Marke BILLY BOY kommuniziert?

JS: „Zunächst gar nicht. Bis auf die Anmeldung. Dann noch eine Beschwerde, weil die Entscheidung so lange gedauert hat.“

JV: „Ich wurde wie gesagt von den Promotern angesprochen und habe mit denen direkt vor Ort gesprochen. Weiteren Kontakt gab es eigentlich nicht. Als mein Video später online gestellt wurde habe ich noch kurz eine E-Mail zur Kenntnis bekommen aber das war es auch an Kommunikation.“

Wie hast du den Kampagnen-Verlauf empfunden? Hast du viele Informationen zu dem aktuellen Stand der Kampagne erhalten?

JS: „Nein keine. Bis auf die Spots habe ich nichts davon mitbekommen.“

JV: „Ich fühlte mich ziemlich allein gelassen. Es gab im weiteren Verlauf keine „Wasserstandsmeldung“ oder ähnliches. Ich kann noch nicht mal mit 100%iger Sicherheit sagen ob die Kampagne noch läuft oder wer das Gewinnspiel gewonnen hat und was aus meinem Clip wurde. So wie es aussieht ist es noch online.“

Hattest du Social Media-Kanäle (Faceboook, Twitter, YouTube) von BILLY BOY abonniert? Oder hast du sie anschließend abonniert?

JS: „Nein habe ich nicht.“

JV: „nein, nein und nein.“

Welche Rolle hat für dich das beworbene Produkt gespielt? Hättest du ebenfalls bei einer Kampagne mitgemacht, die ein im Vergleich zu Kondomen langweiligeres Produkt beworben hätte (bspw. Gehhilfen, Hörgeräte o.ä.)?

JS: „Ich glaube, jedes Produkt, das im Einzelhandel erhältlich ist eignet sich für so eine Kampagne. Ob Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc. ist dabei egal. Um so kleiner und spezieller die Zielgruppe, desto weniger Relevanz hat die Thematik, aber um so interessanter kann die zu entwickelnde Kommunikation werden.“

JV: „Ich wollte quasi ja nur die „Belohnung“ haben. Gehilfen, Hörgeräte bei diesen Produkten hätte ich mich nicht „zum Affen“ gemacht. Aber bei anderen „langweiligen“ Dingen die man auf einem Festival benötigen kann wie z.B. Zahnpasta, Sonnencreme usw. wäre ich wieder dabei gewesen.“

Würdest du bei einem ähnlichen Projekt wieder mitmachen?

JS: Ja würde ich. Die Erfahrungswerte solcher Projekte sind unbezahlbar.“

JV: „[…] Ja ich würde wieder mitmachen wenn ein Nutzenfaktor für mich oder ein soziales Projekt dahinter steckt.“

Interessant bei diesen beiden Befragten finde ich vor allem, dass sie auch ganz unterschiedlichen Gründen und auch in vollkommen unterschiedlichen Situationen sich dazu entschieden haben, teilzunehmen. Bei JV handelt es sich eher um eine spontane „Schnapsidee“ und bei JS stellt es eher ein Projekt zur Weiterbildung eigener Interessen dar. Dieses wird auch bei der Frage nach dem Aufwand sehr schön deutlich. Bei JV hat der gesamte Entstehungsprozess ein paar Minuten gedauert und bei JS wurde nur die Umsetzung auf ein ganzes Wochenende gelegt. Dies zeigt auch deutlich, dass beide mit einem abweichenden Grad der Professionalisierung an die Kampagne herangetreten sind.
Auffällig war jedoch, dass bei beiden Teilnehmern die Antworten bezüglich der Kommunikation mit BILLY BOY recht negativ ausfallen.  Obwohl beide in ganz unterschiedlichen Kontexten mit dem Projekt in Berührung gekommen sind, hat keiner von ihnen einen Social Media-Kanal von BILLY BOY abonniert. Weshalb ich auch keine weiteren Antworten bezüglich der dort stattfindenden Kommunikation erhalten konnte.
Als sehr positiv habe ich jedoch die Antworten auf die letzten beiden Fragen empfunden. Beide Teilnehmern wären wieder bereit bei einem ähnlichen Projekt mitzumachen. Dies zeigt, wie ich finde, deutlich, wie hoch die Bereitschaft der Crowd ist bei Crwodcreation-Projekten mitzumachen – egal in welchen Situation, egal mit welchem Know-How. Die Sache hat den Teilnehmern Spaß gemacht und das scheint wesentlich größerer Motivator zu sein, als hohe Preisgelder.
Den Clip von JS habe ich euch in dem vorherigen Beitrag bereits als Link eingebunden (‚Immer das richtige dabei‘). JV hat darum gebeten, sein Video nicht hier auf dem Blog zu veröffentlichen.

Ich danke beiden Teilnehmern für ihre Zeit und die unkomplizierte Beantwortung der Fragen.
In meinem nächsten Eintrag werde ich damit beginnen, meine Analyse von Crowdcreation-Projekten zu beenden, indem ich meine hier präsentierten Beispiele und Ergebnisse noch einmal reflektiere.

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Quellen:

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jochen Vagt vom 24.02.2014, geführt vom Verfasser
Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jan Schröder vom 25.02.2014, geführt vom Verfasser

BILLY BOY: Hot Spots

Hallo zurück.
Heute werde ich das letzte Beispiel für ein Crowdcreation-Projekt vorstellen und dabei soll es um die Kampagne Hot Spots von BILLY BOY gehen.

Allgemeines

BILLY BOY ist ein bekannter Kondom- und Gleitgel-Hersteller, welcher von der Firma MAPA GmbH vertrieben wird. Und dieses Unternehmen sitzt in Zeven (Niedersachsen).
Neben Kondomen in unterschiedlichen Farb- und Geschmacksrichtungen stellen sie auch Energy-Drinks, Gleitgel und weitere Fun Toys her.

Ich selbst habe auch schon bei der MAPA GmbH gearbeitet, da Zeven nur einige Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegt. Nach meinem Abitur habe ich mir dort für ca. 9 Wochen ein wenig Geld dazu verdient. Jedoch war ich leider nicht für die BILLY BOY-Abteilung eingeteilt 😉
So, aber nun weniger von mir und mehr von der Kampagne …

Die Kampagne

2011 rief BILLY BOY im Rahmen ihrer Hot Spots-Kampagne dazu auf, ein (max.) 60-sekündigen Videospot zu drehen, welcher „neue Ideen, Freiheitsgefühl, Sicherheit und Spaß“ mit dem Produkt vermitteln sollte (vgl. Deutsche Post AG, 2011). Beworben werden sollten dabei die Produktlinie BILLY BOY B² und das BILLY BOY Gleitgel. Dabei war es auch erlaubt die Produkteigenschaften im übertragenen Sinne darzustellen (vgl. MAPA GmbH, 2011).
Es waren also kreative Vorschläge erwünscht und es sollten keine pornografischen Inhalte im Mittelpunkt stehen. Dennoch war hier ein Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme erforderlich.
Die besten drei Videos wurden dabei mit 5000, 1500 und 1000 EUR prämiert und der Einsendeschluss war (letztendlich) der 31.10.2011(vgl. ebd.).

Bei diesem Projekt wurden die gedrehten Videos zwar durch die Crowd bewertet (Vergabe von max. 10 Sternen) und sie wurde sogar dazu aufgerufen die Videos über soziale Netzwerke zu verbreiten, allerdings hat letztendlich eine Fachjury über die Wettbewerbssieger entschieden (vgl. Deutsche Post AG, 2011 und MAPA GmbH, 2011).

Alle eingereichten Videos könnt ihr euch unter folgendem Link einmal anschauen: BILLY BOY Hot Spots.

Der Umfang der eingereichten Videos war allerdings zur eigentlichen Deadline nicht zufriedenstellend, weshalb die Kampagne verlängert wurde. Letztendlich wurden allerdings 77 Videos eingereicht und der Clip „Und dann kam Billy“ gewann den Wettbewerb (vgl. Deutsche Post AG, 2011).

Hier könnt ihr den Gewinnerspot einmal sehen:


(Quelle: BILLYBOYOnline, Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=1PvofZYZhqQ)

Es gab dabei auch zwei Einreichung aus Ilmenau. Diese haben leider nicht gewonnen, aber doch an unserer Uni gewisses Aufsehen erregt. Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, hier einmal die Links: Immer das Richtige dabei + Comfort Drive.

Auch meine norddeutschen Freunde waren bei dieser Kampagne sehr aktiv, sodass es viele Einreichungen aus Hamburg und Umgebung gab. Bei meinen Recherchen bin ich dann drauf gestoßen, dass auch ein alter Schulkollege von mir bei dieser Kampagne mitgemacht hat. Ich habe mich einmal mit diesem in Verbindung gesetzt und werde ihm und auch einem der ilmenauer Produzenten ein paar Fragen bezüglich der Hot Spots-Kampagne stellen. Die Antworten, werdet ihr dann demnächst auch auf meinem Blog lesen können 😉

Laut dem Direkt+Portal der Deutschen Post AG (2011) zählt dieser Wettbewerb zu einem der aufwendigsten seiner Art, da dieser eine vollständige Videoproduktion mit Scripterstellung, Dreh, Post-Produktion und Mastering beinhaltet (Mastering meint hier die Endbearbeitung von Tonaufnahmen).

Digitale Kommunikation

Integrierter Blog
Auf der Startseite der Webseite zu der Kampagne von BILLY BOY gibt es eine Art integrierten Blog. Dort wurde die Crowd mit neuen Informationen rund um die Kampagne versorgt. Aktuell sind dort noch sechs Einträge verzeichnet. So wurde zu Beginn des Projektes ein Eintrag geschrieben und zwei während die Kampagne lief. Anschließend wurde das Ende eingeläutet und die Community wurde auf den verlängerten Einsendeschluss aufmerksam gemacht. Die letzen beiden Einträge handeln von der Jury. Erst wurde bekannt gegeben, dass diese sich jetzt an die Arbeit mache und der letzte Eintrag nennt die 3 glücklichen Gewinner.
Auffällig bei diesen Einträgen ist, dass sie meist recht kurz gehalten sind und wirklich nur die wichtigsten Informationen beinhalten. Die verwendete Sprache ist sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

YouTube
Den deutschen YouTube-Kanal von BILLY BOY haben 132 Personen abonniert und dieser wurde bereits 135.094 Mal aufgerufen. Seit Februar 2011 ist BILLY BOY dort aktiv und hat mittlerweile über 50 Videos veröffentlicht. Allerdings sind diese nicht alle aus eigener Produktion entstanden, sonder einige sind einfach auch nur zum Produkt passend (bspw. Gib Aids keine Chance). Dort haben sie auch eine Playlist zu der Kampagne Hot Spots eingerichtet. Diese enthält allerdings nur 21 Videos.

Zusätzlich gibt es noch einen Kanal für den Markt in Portugal. Dort sind 7 Videos einzusehen, aber diese sind alle aus dem Jahr 2012.

Facebook
Auf diese Social Networking Site besitzt BILLY BOY 25.937 Likes und 129 Personen sprechen über sie. Außerdem geben 139 Menschen an bereits dort (vermutlich die Fabrik in Zeven)  gewesen zu sein und bei dem Sterne-Rating bekommen sie 3,3 von 5 Sternen. (BILLY BOY 2014, Zahlen vom 24.02.2014).
Sie selbst geben auf ihrer Facebook-Seite an, dass sie regelmäßig interessante News, Unterhaltung & Gewinnspiele hier veröffentlichen (vgl. ebd). Dieses kann ich zwar bestätigen, jedoch wird auch viel Werbung für eigene Produkte betrieben. Auffällig ist auch, dass BILLY BOY versucht mit der Crowd zu interagieren indem sie ihnen Fragen stellt (bspw. ‚ „Schatz“ ist der beliebteste Kosename in Deutschland. Seid ihr kreativer? Welche Kosenamen fallen euch noch ein?‘).
Die nachfolgenden Abbildung zeigt all die eben genannten Werte einmal auf:

BB_Facebook

(Bildquelle: BILLY BOY 2014)

Die Kommunikation auf Facebook findet auch recht regelmäßig statt, sodass ca. alle 2-3 Tage etwas neues gepostet wird. Auch die Interaktion ist relativ hoch, da es keine Beiträge ohne Likes und Kommentare gibt. Die Likes und Anzahlen der Kommentare variieren sehr stark, jedoch ist auffällig, dass Gewinnspiele besonders viel Resonanz einbringen (mehrere Hundert Likes). 

Und was findet gab es zur Hot Spots-Kampagne auf Facebook?

Kurz und knapp – nicht viel. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 6 Einträge aufzufinden, die sich mit der Kampagne befassen und alle 6 sind eingereichte Videos. Es lässt sich kein Beitrag finden, der die Aktion bewirbt oder ähnliche Informationen preisgibt, wie der Blog.
Auch bei den ‚Life Events‘ von 2011 lässt sich nichts zur Hot Spots-Kampagne finden.

Twitter
Hier besitzen sie 32 Follower und haben bisher 144 Tweets geschrieben (Werte vom 24.02.2014). Der letzte dort getätigte Eintrag von BILLY BOY ist allerdings vom Mai 2012. Also wurde die digitale Kommunikation mit Crowd an dieser Seite scheinbar abgebrochen.
In Inhalte hier sind aber ähnlich derer von Facebook. Allerdings werden hier auch mal Inhalte anderer Twitter-Nutzer/innen geretweetet.
UND hier gibt es Einträge zu der Kampagne. Es wurden Tweets gepostet, die auf die Kampagne aufmerksam machten, angaben, dass der Einsendeschluss verlängert wurde oder von vielen LastMinute-Einreichungen berichteten (vgl. BILLY BOY, 2012).

Google+
Auf Google+ ist BILLY BOY in Kreisen von 7 Personen, wobei nur 3 davon wirklich reale Menschen und keine Unternehmen darstellen.
Die Inhalte sind ähnlich denen von Facebook. Viele Beiträge sind sogar identisch, nur das auf Facebook noch zusätzliche Beiträge zu einer Thematik veröffentlicht werden.
Grund dafür kann allerdings auch sein, dass über Google+ keinerlei Resonanz der Crowd kommt. Was bei nur 3 Personen aber auch kaum verwunderlich ist (vgl. MAPA GmbH 2014).
Einträge zu der Kampagne kann es hier nicht geben, da diese Plattform erst seit Juni 2013 gibt.

Allerdings besitzen sie hier auch ein Profil für den englischen Markt – BILLY BOY UK. Hier hat das Unternehmen immerhin +8 erhalten und ebenfalls 7 Personen in seinen Kreisen. Jedoch ist hier der letzte Eintrag aus dem April 2013.

Fazit
Bezüglich der digitalen Kommunikation lässt sich festhalten, dass Facebook auch für diese Kampagne der Kanal ist, der am stärksten bedient wird. Da es sich bei dem Projekt Hot Spots um einen Video-Wettbewerb handelt, ist auch YouTube von BILLY BOY gut mit eingesetzt worden. Die 2 anderen Social Media-Kanäle Google+ und Twitter spielen in der digitalen Kommunikation von BILLY BOY keine große Rolle. Auf beiden Kanälen fand / findet praktisch keine Interaktion mit der Community statt.

Abschließend lässt sich außerdem festhalten, dass dieses Projekt zwar ein Crowdsourcing-Projekt darstellt und die Crowd auch stark kreativ sein musste und es sich somit um ein Crowdcreation-Projekt handelt, allerdings denke ich, nicht im klassischen Sinne. Grund dafür ist, dass das ganze eher als Gewinnspiel aufgebaut war und auch mit dem Endprodukt nicht wirklich weitergearbeitet wurde. Jedenfalls sind keine weiterführenden Aktionen auffindbar. Möglicherweise diente diese Kampagne hauptsächlich Werbezwecken bzw. Zwecken der Imagepflege und der Ideengewinnung aus der Crowd. Ein richtiges Produkt sollte dabei nicht entstehen.

Erfolgsfaktoren
Auch hier erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* klar definiertes Konzept und klare Regeln wurden anfänglich kommuniziert
* Kampagne war auf die (junge) Zielgruppe ausgerichtet
* Inhalte der Website und Facebook als stärkstem Kanal haben sich nicht gedoppelt
* Verlängerung des Einsendeschlusses
* monetärer Gewinn für 3 Spots
* gutes Markenimage
* Produkt wird mit Spaß verbunden
* …

In meinem kommenden Eintrag werde ich dann auf die 2 schriftlichen Befragungen mit dem Ilmenauer Produzenten J. Schmidt und dem Hamburger J. Vagt eingehen.
Bis dahin ..

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Quellen:
Deutsche Post AG (2011) Mitmach-Marketing: Beispiele erfolgreicher Crowdsourcing-Kampagnen auf Direkt+. Das Onlineportal der Deutschen Post für Entscheider im Dialogmarketing. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.direktplus.de/praxistipps/mitmach-marketing-crowdsoucing/beispiele-erfolgreicher-crowdsourcing-kampagnen/
MAPA GmbH (2011) BILLY BOY Hot Spots – Aktionsvorstellung. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://hotspots.billyboy.de/index.php/home.html
MAPA GmbH (2014) BILLYBOYONLINE Google+. ZUgriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://plus.google.com/u/0/102826926524835418954/posts
BILLY BOY (2014) BILLY BOY Facebook-Seite. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline
BILLY BOY (2012) BILLY BOY Twitter-Page. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/BillyBoyOnline

Um ein wenig Abwechslung reinzubringen …

Hallo zurück.

Bevor ich mich wieder mit einem Beispiel für Crowdcreation beschäftige, wollte ich auch mal wieder interessante Lektüre auf diesem Blog vorstellen.
Da ich bei meinen Analysen auch auf den wichtigen Punkt „Markenimage“ gestoßen bin, habe ich beschlossen, mich einmal genauer mit dieser Thematik auseinander zu setzten.
Mein Gedankengang für diesen Beitrag zeigen die nachfolgenden Fragen einmal auf …
Wie wichtig ist denn eigentlich nun die Marke des Initiators für Crowdcreation-/Crowdsourcing-Projekte? Zieht ein positives Image wirklich mehr Teilnehmer an? Und wie sollte man seine Marke im Internet bzw. auf der eigenen Website und auf Social Media-Kanälen präsentieren, um zu einem (digitalen) positiven Ansehen zu gelangen? Marken im Web 2.0

Um Antworten auf diese Fragen finden zu können, habe ich mir das Buch „Marken im Web 2.0“ von Scherer et al. (2012) angeschaut (siehe Bild auf der rechten Seiten; Bildquelle: eigene Darstellung).

Die interessantesten Punkte bezüglich der digitalen Marken-Kommunikation möchte ich hier einmal festhalten. Da in meinen Fallbeispielen Facebook von alle Crowdcreation-Plattformen/-Kampagnen bedient wurde, werde ich besonders auf die Ergebnisse bezüglich dieser Social Networking Site aus dem Buch eingehen.

In dem ersten Kapitel „Markenkommunikation 2.0“ (vgl. Schlütz et al. 2012) gehen die Autoren in ihrem Fazit auf Chancen und Risiken für Markenkommunikation in Online-Gemeinschaften ein. Sie betonen dabei, dass es zunehmend wichtiger wird Online-Gemeinschaften in moderne Markenkommunikation mit einzubeziehen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

  1. Die junge Zielgruppe nutzt Kommunikationsplattformen intensiv und verbringen viel Zeit auf diesen.
  2. Ein Vorteil der Kommunikation innerhalb von Online-Gemeinschaften ist, dass die Unternehmen Wissen über ihre Zielgruppe sammeln können und somit ihre eigenen Kommunikationsinhalte darauf aufbauend anpassen können.Zusätzlich können sie die Markenkommunikation dort mit anderen markenbezogenen Transaktionen verknüpfen (Apps und ähnliches).
  3. Kommunikation über eine Marke findet in Online-Gemeinschaften ohnehin statt. Wenn die zugehörigen Unternehmen ein wenig Einfluss darauf haben wollen, sollten sie sich aktiv beteiligen.

Außerdem geben Schlütz et al. an, dass erfolgreiche Markenkommunikation nur dann stattfinden kann, wenn man die Interessen der anderen relevanten Akteure (Betreiber und Nutzer) berücksichtigt und bedient (vgl. 2012, S.54).
Um die Beziehungen und Abhängigkeiten der drei Akteure bei der Markenkommunikation einmal zu verdeutlichen, haben die Autoren ein Modell entwickelt (siehe folgende Abbildung). 
Kräftefeld (U;B;M)(Bildquelle: Schlütz 2012; S.55)
In ihren Erläuterungen zu dem Modell des ‚Kärftefelds zwischen Marke, User und Betreiber‘ heben sie besonders die Rolle des Users hervor. Dieser wird als das Machtzentrum des Modells betitelt, da der Nutzer autonom entscheidet, ob und in welchem Umfang er sich einer Online-Gemeinschaft zuwendet. Die Abhängigkeit der zwei anderer Akteure von dem User, stellt die größte Abhängigkeit in dem Modell dar.

In dem darauffolgenden Kapitel befassen sich Förth und Trommerhausen (2012) mit dem Nutzen, der für die einzelnen Akteure von einer solchen Plattform ausgeht. Als Untersuchungsobjekt diente ihnen Facebook.
Da mein Blog sich mit Erfolgsfaktoren für Crowdcreation-Kampagnen/-Plattformen beschäftigt, ist hier in erster Linie der Nutzen für die Marken(-Unternehmen) von Bedeutung.
In Online-Netzwerkgemeinschaften, wie Facebook, haben Marken die Möglichkeit über eigene Profile aufzutreten und sie bieten dem Nutzer Instrumente um mit der Marke zu interagieren. Somit besteht auf beiden Seiten die Chance, von dem anderen wahrgenommen zu werden (vgl. Förth & Trommerhausen, 2012, S.61).
Weiter geben die Autoren an, dass der Erfolg eines Markenunternehmens heutzutage stark von der Marke-Kunden-Beziehung abhängt, welche sich auf Erfahrungen mit der Marke stützt. Und um diese Beziehung zu verbessern, ist es nützlich, das markenbezogene Handeln der User auf Facebook zu betrachten.
Die Untersuchung von Förth und Trommerhausen, welche sich auf die Theorie des Uses and Gratifications-Ansatzes stützt, fragt nach dem Profit der drei Akteure, bei Userzuwendung zu Markenseiten/-gruppen/-applikationen. Diese Studie hat allerdings ergeben, dass Facebook größtenteils genutzt wird, um sich selbst darzustellen und mit Personen in Kontakt zu treten/bleiben. Alle Items, die bezüglich Markenkommunikation abgefragt wurden, bildeten das Schlusslicht bei den gesuchten/erhaltenen Gratifikationen. Die Autoren mutmaßen, dass das „schlechte Abschneiden“ dieser Items auf die Ausgestaltung der (Marken-)Angebote oder drauf zurück zuführen sei, dass User keine markenbezogenen Gratifikationen innerhalb einer Online-Netzwerkgemeinschaft erwarten.

Weiter geben sie aber an, dass eine Voraussetzung für die Zuwendung zu Marken-Angeboten (auf Facebook) die Markenzufriedenheit sei. Diese kann wiederum auch durch positive Erfahrungen mit der Marke über die Plattform gesteigert werden (vgl. ebd., S.95). Dabei können schwächere Marken, bei denen die User noch nicht im höchsten Maße zufrieden sind, stärker von der Zuwendung von Online-Netzwerkgemeinschaften profitieren. In diesem Fall hat nämlich die Beschäftigung mit der Marke einen positiven Effekt auf die Kundenzufriedenheit. Die Autoren raten diesen Unternehmen ihrer Profilseite „Fan-Charakter“ zu verleihen und den Nutzern Assoziationsmöglichkeiten zu beiten (vgl. Trommerhausen et al. 2012, S.199). Wichtig sei auch, die kontinuierliche Pflege des Informationsangebots, da die User auch gerne „mal nur rezipieren“.
Als ein weiterer Vorteil bei dieser Art der Markenkommunikation ist außerdem der Kostenfaktor zu nennen, da diese Kommunikationsart relativ kostengünstig ist.
Bei stärkeren Marken bietet die Zuwendung von Online-Netzwerkgemeinschaften zwar nur geringe Steigerungsmöglichkeiten der Markenzufriedenheit, aber sie ist dennoch nicht überflüssig. In diesem Fall muss die Kommunikation nur mit anderen strategischen Zielen verknüpft werden (bspw. Absatzförderung). Hier seien häufige Updates und exklusiver Content erfolgsversprechend, da sie Anreize für den Besuch der Seite bieten und markenbezogene Gratifikationen stiften (vgl. ebd. S. 104).
In beiden Fällen ist jedoch diese Art der Kundenkommunikation dazu geeignet, um mehr über die eigene Kundengruppe zu lernen und so die Marke weiterzuentwickeln. Wichtig dabei ist, dass die Wünsche des Nutzers über den Wünschen des Unternehmens als Werbetreibender stehen. Wenn man die Bedürfnisse der Nutzer aus dem Auge lässt, geschieht dies zu Lasten der Online-Netzwerkgemeinschaft und kann letztendlich zu negativen Effekten für die Marke führen (vgl. Trommerhausen et al. 2012, S. 199).
Abschließend geben die Autoren an, dass Markenunternehmen mit weniger Reaktanz der Facebook-Fans rechnen können, wenn sie in ihrer Markenkommunikation das betonen, was den wesentlichen Nutzen von Facebook ausmacht – eine Beziehung zwischen den Nutzern (in dem Fall User und Markenunternehmen) herzustellen.

Schlussfolgerung
Welche Erkenntnisse ziehe ich aus diesem Buch?

Diese Auseinandersetzung hat mir schön verdeutlicht, wie wichtig es heutzutage für Unternehmen ist, auf Social-Media-Kanälen präsent zu sein. Für Unternehmen besteht dabei der klare Nutzen also in der Steigerung der Markenzufriedenheit (vgl. Förth & Trommerhausen, 2012, S.101).
In diesem Buch wurde außerdem schön dargestellt, wie wichtig der User bei der digitalen Kommunikation ist. Dass die Nutzer als „Machtzentrum“ betitelt wurden, halte ich für sehr passend. Das ist auch sehr schön auf meinen Fall zu übertragen, da auch jedes Crowdcreation-Projekt stark von der beteiligten Crowd abhängigist. Auch hier sollten die Interessen der relevanten Akteure, in dem Fall der Crowd, immer beachtet werden.
Die Autoren geben an, dass man die Kommunikation der Nutzer untereinander sowie auch mit den Usern nutzen kann, um die eigene Marke zu verbessern. Diese Erkenntnis lässt sich auch auf Crowdsourcing bzw. Crowdcreation (kurz CC) übertragen, denn diese Projekte haben im Grunde auch nur die Absicht, ein Produkt und letztendlich eine Marke zu verbessern, indem sie die Nutzer miteinbeziehen. Nur dass Crowdsourcing eben noch einen Schritt weiter geht und die User unmittelbar (in bspw. Gestaltungsprozess) mit einbezieht und sie nicht nur beobachtet.
Außerdem lassen sich auch durch erfolgreich verlaufende CC-Projekte wieder positive Erfahrungen mit einer Marke/einem Unternehmen sammeln, welches sich auch positiv auf die Marke-Kunden-Beziehung auswirkt und somit wieder vorteilhaft für ein kommendes CC-Projekt oder andere Aktionen ist.
Die Aufteilung der Autoren in starke und schwache Marken halt ich für sehr sinnvoll, da auch ich der Meinung bin, dass es vorteilhaft ist, Kundengruppen unterschiedlich anzusprechen, je nach dem wie stark ihre Markenbindung ist. Allerdings sind mir die Autoren an einigen Stellen nicht konkret genug gewesen, wodurch ich keine genauen Handlungsempfehlung für diese zwei Gruppen benennen konnte.

Abschließend möchte ich noch kurz meine Ausgangsfragen beantworten.

Wie wichtig ist denn eigentlich nun die Marke des Initiators für Crowdcreation-/Crowdsourcing-Projekte?
Ich persönlich glaube, dass die Marke für ein Crowdcreation-Projekt wichtig, aber nicht der entscheidenste Faktor für das Gelingen ist. Zu viele andere Faktoren spielen dabei eine größere oder ebenso große Rolle (siehe dazu meine Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren).

Zieht ein positives Image wirklich mehr Teilnehmer an?
Ich vermute, ja! Wenn ein Unternehmen ein gutes Image besitzt, dann sind vermutlich mehr Personen gewillt, dessen Projekt zu unterstützen. Bei Unternehmen mit schlechtem Image ist die Bereitschaft vermutlich geringer, da auch die Markenzufriedenheit geringer ausfällt, welche laut  Scherer et al. (2012) ausschlaggebend für die Markenzuwendung ist.

Und wie sollte man seine Marke im Internet bzw. auf der eigenen Website und auf Social Media-Kanälen präsentieren, um zu einem (digitalen) positiven Ansehen zu gelangen?
Die Präsentation auf Social Networking Sites sollte immer an die Zielgruppe angepasst werden. Nur dann kann diese auch erfolgreich sein und zu einem positiven/positiveren Image führen. Wie „Marken im Web 2.0“ außerdem schön gezeigt hat, ist es dabei auch wichtig, die Aktivitäten bzw. Themen der Nutzer zu beobachten und diese in der eigenen Kommunikation aufzugreifen.

So das war’s dann für heute aus der Welt der Marken im Web 2.0.
Mein kommender Beitrag wird wieder von einem Crowdcreation-Beispiel handeln. Dann geht es um die BILLY BOY Hot Spots-Kampagne aus dem Jahr 2011.
Danke für’s Lesen und ein schönes Wochenende wünsch ich 🙂

_____________
Quellen:
Scherer et al. (2012) Marken im Web 2.0. Theoretische Einordnung und empirische Erkenntnisse zur Markenkommunikation im Web 2.0 aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. Köln: Herbert von Halem.
Schlütz et al. (2012) Markenkommunikation 2.0, In Scherer et al (Hrsg.) Marken im Web 2.0. Theoretische Einordnung und empirische Erkenntnisse zur Markenkommunikation im Web 2.0 aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. S. 13-57 Köln: Herbert von Halem.
Förth, B. & Trommerhausen A. (2012). Schöne neue Markenwelt? Eine empirische Untersuchung des Potenzials zur Nutzenstiftung von Marken aus Online-Netzwerk-Gemeinschaften am Beispiel von Facebook. In Scherer et al (Hrsg.) Marken im Web 2.0. Theoretische Einordnung und empirische Erkenntnisse zur Markenkommunikation im Web 2.0 aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. S. 58-105 Köln: Herbert von Halem.
Trommerhausen et al. (2012) Nutzern hoch drei.  In Scherer et al (Hrsg.) Marken im Web 2.0. Theoretische Einordnung und empirische Erkenntnisse zur Markenkommunikation im Web 2.0 aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. S. 198-206 Köln: Herbert von Halem.

unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

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Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

Selbsttest – BECK’s Summer Holunder

Ein kleiner Einschub.
Ich habe bereits vor 2 Wochen über die Kampagne Beck’s – Your Mix. You Way. berichtet. Beck's2Jetzt wollte ich nur kurz mitteilen, dass ich gestern einmal selbst die Sorte BECK’s Summer Holunder (Bild rechts; Quelle: eigene Darstellung) probiert habe.
Leicht gekühlt, war dieses Mischbier wirklich sehr angenehm erfrischend.
Da es jedoch nicht sehr herb und durch den Holundergeschmack süßlich schmeckt, würde ich es eher in die Kategorie „Frauen-Bier“ einordnen. Es ist jedoch wirklich eine gute Alternative zu dem guten alten Radler, besonders wenn man auf der Suche nach etwas fruchtigerem ist.

Also meine Damen, im Sommer dann ruhig auch mal im Regal nach dieser Sonderedition greifen 😉

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

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Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Beck’s – Your Mix. Your Way.

Hallo zurück.
Erstmal muss ich erwähnen, dass es mich wirklich freut, dass mein letzer Beitrag über Pril so viel Resonanz aus meiner Learning-Community und von anderen Blog-Lesern auslöste. Danke für die rege Beteiligung an diesem Thema.
Wie ich dort bereits angekündigt habe, möchte ich mich jetzt einem positiven Beispiel widmen. Ausgewählt habe ich dafür die Kampagne Your Mix. Your Way. von Beck’s.

Wie immer, werde ich erst ein paar Worte zu dem Unternehmen selbst verlieren und anschließend die Crowdcreation-Kampagne und die dazu geführt digitale Kommunikation vorstellen. Abschließen werde ich auch hier mit den zugehörigen Erfolgsfaktoren.

Allgemeines über Beck’s

Beck’s ist die bekannteste/beliebteste Bier Marke der Brauerei Beck GmbH & Co. KG, wessen Muttergesellschaft das Unternehmen Anheuser-Busch InBev (kurz ABInBev) ist. Neben Beck’s brauen diese unter anderem auch noch Haake-Beck oder Hasseröder (vgl. ABInBev 2014a).
Gegründet wurde das Unternehmen 1873 in Bremen, wo noch heute produziert wird (vgl. Beck’s o.J.a). Laut der Website von ABInBev ist dieses Bier in über 80 Ländern und auf 5 Kontinenten erhältlich und in jeder Minute werden rund 3.000 Flaschen Beck’s auf der ganzen Welt getrunken (vgl. ABInBev 2014b).
Neben dem einfachen Pils gibt es aktuell noch 8 weitere Sorten. Darunter auch eine alkoholfrei Variante und einige Sorten mit nur 2,5 % Alkohol, anstatt der 4,9%, wie bei der Originalvariante.

Die Crowdcreation-Kampagne, die ich euch nur vorstellen will, ist jedoch nicht die erste, die von Beck’s ins Leben gerufen wurde. Bereits 2007 rief Beck’s professionelle Gestalter und Amateure dazu auf, ein neues Etikett für die Bierflasche zu designen (Siebert, 2007). Bei der von mir vorgestellten Kampagne geht es nicht nur um das Design, sondern hauptsächlich um den Geschmack. Denn hier hat Beck’s dazu aufgerufen, eine ganz neue Sorte zu entwickeln…

Die Kampagne

Die Kampagne Your Mix. Your Way. wurde 2012 ins Leben gerufen. Hier wurde die Crowd dazu animiert ein erfrischendes Sommergetränk zu entwickeln. Über Facebook konnte die Community aus unterschiedlichen Geschmacksrichtungen auswählen. Zusätzlich sollte ein kreativer Name gefunden und die Story dazu entwickelt werden. Anschließend konnten die User für ihre Favoriten abstimmen.
Die 20 besten Einreichungen wurden dann der Experten-Jury von Beck’s vorgestellt und diese entschieden über die 3 besten Varianten. Diese 3 Sorten wurden dann auf den Taste-Partys vorgestellt. In Berlin, Hamburg und Köln hatte die Crowd wieder die Möglichkeit mitzubestimmen, denn dort konnten sie alle 3 Sorten probieren und anschließend bewerten. Gewonnen hat dabei die Sorte „BECK’s Summer Holunder„, welche es seit März 2013 im Handel zu kaufen gibt (vgl. Beck’s o.J.b und Roskos 2013). Zusätzlich hat das Unternehmen die zweitplatzierte Variante an den Vertriebspartner Kaufland abgeben. Diese Supermarkt-Kette übernahm dafür den kompletten Vertriebsweg, wie auch eine spezifische Absatzgarantie für dieses Nebenprodukt (vgl. Rossmann 2013).

Die digitale Kommunikation

Die Marke Beck’s ist laut der Studie der Universität St. Gallen nach der Idee „Champion of Independent Thinking“ aufgestellt. Die Attribute, die diese Biermarke damit vermitteln soll sind Freiheit, Unabhängigkeit und Internationalität. Alle Kommunikationsmaßnahmen werden kanalübergreifend nach dieser Markenidee ausgerichtet. Seit 2011 hat Beck’s damit begonnen ihren Markenauftritt online zu erweitern und die Online-Kanäle zu dem Kern ihrer Marketingstrategie zu machen, wobei auch der Dialog mit den Kunden von zentraler Bedeutung ist (vgl. Rossmann 2013).

In der bereits genannten Studie heißt es außerdem „Bei der Gestaltung des Content setzt Beck´s auf kurze Texte, die jeweils immer durch Bilder angereichert sind. Der Content ist in dieser Hinsicht tagesaktuell umzusetzen. Dafür steht ein Redaktionsplan zur Verfügung, der eine vollständige Bild- und Themenplanung beinhaltet. Die vermittelten Geschichten müssen schnell, direkt und spannend sein. Bei der Anzahl der Postings pro Woche hat das Unternehmen sehr gute Erfahrungen mit einer Gesamtmenge von maximal fünf Postings pro Woche gemacht. […]. Darüber hinaus sollten die Postings die Fans motivieren und eigene Reaktionen auslösen (z.B. durch Fragen, Anforderung von Feedback). Die Facebookseite selbst wird bei Beck´s inzwischen rund um die Uhr betreut, um ein mögliches Feedback der User zeitnah bearbeiten zu können.“ (vgl. Rossmann 2013)
Die Betreuung der Facebook-Seite sowie der Website und bspw. auch Bannerwerbung erfolgt dabei über die Agentur coma (vgl. coma AG o.J.).

Neben Facebook bedient Beck’s außerdem die Social Medie-Kanäle MySpace, Google+ und YouTube.

Facebook

Becks-Facebook

Hier hat Beck’s 256.402 Likes und 9.952 Personen „sprechen über Beck’s“. Hier werden neben Werbebildern, Produktinformationen und weiteren News des Unternehmens auch „Beck’s-Momente“ von der Crowd veröffentlicht. Dieses sind Bilder, die Community-Mitglieder mit oder von einer Beck’s-Flasche gemacht haben. Dabei wird auch häufig auf aktuelle Geschehnisse, wie besondere TV-Sendungen oder Jahrestage eingegangen. Ein Beispiel dafür findet ihr hier rechts (BildQuelle: Eintrag vom 1.Februar 2014 – Facebook-Seite Beck’s. Zugriff am 04.02.3014. Abrufbar unter https://www.facebook.com/becks.de). Dieses Bild war mit dem Text „Ich bin ein BECK’S, holt mich hier raus!“ versehen und sollte somit Bezug nehmen auf die aktuelle Staffel „Ich bin ein Star, holt mich hier raus.“

Als die neue Sorte Summer Holunder im März 2013 auf den Markt kam, hat Facebook das Titelbild mit der neuen Sorte geschmückt und 3 Beiträge dazu gepostet. Im Vergleich dazu fällt die Bekanntgabe der „Tester-Partys“ über Facebook sehr gering aus. Hier gab es lediglich einen einzigen Post im August 2012 (siehe Bild links; Quelle: Beck’s Facebookseite. Beitrag vom 14 August 2012. Zugriff am 04.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de/photos/a.446454988727845.99860.371364406236904/446455025394508/?type=1&relevant_count=1).
Die Likes für einzelne Beiträge liegen häufig zwischen 100 und 2.000 Stück, können aber gerne auch mal einen Wert über 5.000 erreichen.
Becks2Kommentiert werden die Beiträge in der Regel zwischen 20 und 50 mal und geteilt werden sie zwischen 20 und mehreren Hundert Malen. Auch an dieser Stelle möchte ich wieder betonen, dass es sich lediglich um Richtwerte handelt und ich keine vollständige Inhaltsanalyse der Seite durchgeführt habe. Dies gilt ebenso für die Werte der anderen Social-Media Kanäle.

Die Studie der Universität St. Gallen gibt bezüglich der Aktivitäten der User auf Facebook außerdem an, dass das Gesamtengagement Community von Beck´s mit einem Durchschnitt von 2,33 % deutlich über dem Durchschnitt anderer Facebookseiten liegt. Aber trotz des relativ hohen User Engagements bleibt der Großteil der User passiv (vgl. Rossmann 2013).

Auffällig für mich war auch, dass Beck’s auf viele Kommentare der Community antwortet. Selbst, wenn es nur Glückwünsche oder ähnliches sind. Dabei wird der Kommentarverfasser auch häufig direkt im Folge-Kommentar von Beck’s verlinkt, um deutlich zu machen, dass sie sich auch wirklich auf diesen beziehen.

MySpace
Diesen Kommunikationskanal möchte ich nicht weiter analysieren, da für mich außer dem Profilbild keine weiteren Bild, Videos oder sonstige Informationen sichtbar waren. Möglicherweise befindet sich diese Seite gerade im Relaunch.

Google+
Hier hat Beck’s 222 +1 für ihre Seite generiert und befindet sich in Kreisen von 152 Personen.
Als die neue Sorte auf den Markt kam, wurde hier lediglich ein Post dazu veröffentlicht. Da Beck’s hier aber seit dem Juni 2013 keinen weiteren Beitrag veröffentlicht hat und somit aktuell keine digitale Kommunikation mit der Crowd über diesen Kanal stattfindet, gehe ich nicht weiter auf diese Plattform ein.

YouTube
Den Channel von Beck’s, welcher seit April 2012 aktiv ist, haben 154 Personen abonniert. Die Videos die hier veröffentlicht werden, sind hauptsächlich Interview-Videos von bekannten Musikern (bspw. Seeed, M.I.A oder Bloc Party). Grund dafür ist, dass Beck’s auch viele Festivals und andere Konzerte ausrichtet oder unterstützt. Es werden aber auch alte Werbevideos oder Jubiläumsvideos veröffentlicht. Insgesamt sind unter dem Channel „Folge deinem inneren Kompass“ 67 Videos veröffentlicht worden. Die Anzahl der Aufrufe der einzelnen Videos variieren allerdings stark – von nur 20 bis knapp 5.000 ist alles dabei.
Es gibt auch noch 2 weitere Channels von Beck’s, den Beck’s Mix-Channel sowie den BecksGoldExperience-Channel. Hier werden allerdings nur sehr wenige Videos veröffentlicht.
Hier einmal beispielhaft ein Video zum 140 Jahre Jubiläum von Beck’s.


(Quelle: Beck’s – Folge deinem inneren Kompass. Zugriff am 04.02.2014. Verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=QPNgApEeu4U)

Die Erfolgsfaktoren

Abschließend möchte ich auch diesen Beitrag einmal wieder mit den Kriterien, die die hier vorgestellte Kampagne erfolgreich verliefen ließen. Allerdings erhebe ich auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zusätzlich möchte ich betonen, dass es sich hierbei um eine Crowdcreation-Kampagne einer bereits etablierten Marke handelt. Somit war das starke Markenimage von Beck’s und die junge Zielgruppe maßgeblich für das erfolgreiche Verlaufen des Projektes verantwortlich.

  • starkes Markenimage
  • junge internetaffine Zielgruppe
  • Bekanntgabe und Abstimmung über den stärksten digitalen Kommunikationskanal (Facebook)
  • allgm. regelmäßigen und überdurchschnittlichen intensiven Kontakt zur Zielgruppe über Facebook
  • aktive Community
  • Test-Partys
    • starke Einbeziehung der Crowd in den Entscheidungsprozess
    • reales Zusammentreffen der Community
    • Kundennähe
    • Crowdcreation als Event

So. Da ich nun bereits sieben Crowdcreation-Kampagnen beispielhaft betrachtet habe, werde ich in meinem kommenden Beitrag einmal mein bisheriges Vorgehen sowie meine bisherigen Ergebnisse zusammenfassen.
Meine Analyse ist allerdings noch nicht abgeschlossen, sodass ich nach dem Zwischenfazit weitere Crowdcreation-Plattformen analysieren werde.
Vielen Dank für’s Lesen und bis bald. 🙂

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Quellen:
ABInBev (2014a) Unser Markenportfolio. Zugriff am 03.02.2014. Abrufbar unter http://www.ab-inbev.de/marken/becks.html
ABInBev (2014b) Folge deinem inneren Kompass. Zugriff am 03.02.2014. Abrufbar unter http://www.ab-inbev.de/marken/becks.html
Beck’s (o.J.a) Beck’s – Die Story. Zugriff am 03.02.2014. Abrufbar unter http://www.becks.de/becks/historie
Becks’s (o.J.b) BECK’S SUMMER HOLUNDER ist euer Mix. Zugriff am 03.02.2014. Abrufbar unter http://www.becks.de/aktionen/dein-sommer
Roskos, M. (2013) Socialnetworkstrategien – Crowdsourcing mit Holunder-Geschmack. Zugriff am 03.04.2014. Abrufbar unter http://www.socialnetworkstrategien.de/2013/10/crowdsourcing-mit-holunder-geschmack/
Siebert, J. (2007) Fontblog – Sieger im Beck’s-Wettbewerb: Frauen-Six-Bag. Zugriff am 03.02.2013. Abrufbar unter http://www.fontblog.de/sieger-im-becks-wettbewerb-frauen-six-bag
Rossmann, A. (2013) Auf der Suche nach dem Return on Social Media – Perspektiven und Grenzen der Erfolgsmessung im Social Web. Eine Studie der Universität St. Gallen in Kooperation mit Adobe, Publicis und Akamai. S. 34-38
coma AG (o.J.) Beck’s – Digitale Umsetzung für Bier-Genießer auf der ganzen Welt. Zugriff am 04.02.2014. Abrufbar unter http://www.coma.de/referenzen/becks-social-media