Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele

Hallo und herzlich Willkommen zurück.
Heute werde ich damit beginnen die Arbeit auf diesem Blog zu beenden.
Im ersten Teil dieser Abschlussbetrachtung möchte ich noch einmal meine aufgezeigten Beispiele und den dazugehörigen Analyseverlauf reflektieren und dabei auch die einzelnen Projekte und Plattformen miteinander vergleichen.

Allgemein lässt sich erst einmal festhalten, dass meine inhaltliche Struktur bei der Präsentation der Beispiele mit der Zeit immer übersichtlicher wurde. Bei meinen erst genannten Beispielen hatte ich noch keine feste Analysestruktur im Kopf, weshalb diese noch die wichtigen Informationen im Fließtext ohne Unterpunkte enthalten. Letztendlich kristallisierten sich dann aber folgende Unterkategorien heraus: Ich habe erst immer Allgemeines zu dem Projekt oder der Plattform beschrieben, bin anschließend auf das dort vorherrschende Konzept eingegangen (manchmal anhand eines Fallbeispieles) und habe mich dann der digitalen Kommunikation des Projektinitiators bzw. des Plattformbetreibers gewidmet. Abgeschlossen habe ich die Betrachtungen mit einem kleinen Fazit und den Erfolgsfaktoren des Projekts/der Plattform.

Mit meinem letzten Satz wird bereits deutlich, dass ich einmalige Crowdcreation-Projekte untersucht habe, wie auch Plattformen, deren Tagesgeschäft Crowdcreation (kurz CC) ist. Meine gesammelten Analyseergebnisse (siehe Ergebnisse) habe ich für beide Fälle angegeben, da es wenig Sinn macht, diese getrennt voneinander zu betrachten.
Ich habe bereits im Verlauf der Analyse zwei zusammenfassende Einträge bezüglich der Beispiele veröffentlicht. Zum einen habe ich meine Betrachtungsreihe der Produktgestaltungs-Plattformen mit einem vergleichenden Beitrag beendet (siehe Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee) und in meinem Zwischenfazit bin ich bereits auf meine bisherigen Beispiele und die resultierenden Erfolgsfaktoren eingegangen (siehe dazu: Zwischenfazit).

Letzendlich habe ich auf diesem Blog insgesamt 10 Beispiele für Crowdcreation vorgestellt. Jedes einzelne Beispiel war auf seine ganz eigene Art und Weise besonders und hat sich von allen anderen Beispielen unterschieden (genaueres dazu: siehe unten). Hier einmal eine Auflistung der Beispiele:

  1. iStockphoto
  2. Tchibo ideas
  3. Threadless
  4. Spreadshirt
  5. Qwertee
  6. Pril
  7. BECK’s
  8. 12designer
  9. unserAller
  10. BILLY BOY

Von diesen Zehn handelt es sich bei 3 Fällen (Pril, BECK’s & BILLY BOY) um einmalige Kampagnen und die anderen 7 Beispiele stellen Plattformen dar, die täglich mit der Crowd zusammenarbeiten. Bei den hier vorgestellten Unternehmen handelt es sich um 7 deutsche Firmen, 2 amerikanische und ein Unternehmen aus Irland. Von diesen 10 sind aber nur 7 europa- oder weltweit aktiv. Aktiv meint in diesem Zusammenhang jedoch nicht zwangsläufig, dass ihre CC-Projekte europa- bzw. weltweit laufen, sondern lediglich das das Gesamtunternehmen so agiert.
Doch schauen wir uns jetzt einmal an, was die einzelnen Beispiele unterscheidet und wie die jeweiligen Unternehmen ihre digitale Kommunikation handhaben.

Die großen Unterschiede der Konzepte
Punkte, in denen sich all diese Beispiele bezüglich der Konzepte voneinander unterscheiden, sind beispielsweise die angesprochenen Zielgruppen oder die Vergütung der Gewinner.
Bei den Zielgruppen ließen sich Personengruppen finden, wie Fotografen, (Sport-)Vereine, Nerds, Unternehmen oder einfach nur junge Kreative. Die Vergütung der Crowdcreation-Gewinner waren zwar meistens monetärer Art, doch auch Prestige und materielle Entlohnungen waren bei den Beispielen vorhanden.
Auffällig war auch, dass einige Initiatoren oder Plattformen-Betreiber ganz offen mit ihren bisherigen Nutzerzahlen, Anzahlen der Einsendung etc. umgehen/umgingen und andere keine dieser Werte der Crowd bekannt geben wollen.

Die digitale Kommunikation im Vergleich

  • genutzte Social Media-Kanäle

Facebook, als der beliebteste Social Media-Kanal, wurde von 9 von 10 der Initiatoren für die Kommunikation mit der Crowd genutzt. Die einzige Plattform, die Facebook nicht genutzt hat, ist Tchibo ideas. Diese Webseite ist allerdings auch die einzige Seite, die gar keine Social Media-Kanäle nutzt.
Twitter wird von den genannten Beispielen am zweithäufigsten genutzt (6 von 10). YouTube wurde immerhin noch von der Hälfte genutzt und Google+ von 4 der 10 Initiatoren. Da die Kommunikation über Google+ aber bei dem Großteil der vier erwähnten Beispiel eingeschlafen ist bzw. keine Interaktion mit der Crowd stattfindet, ist dieser Kanal zu vernachlässigen.
Bei den 3 Beispielen für die Produktgestaltung (Threadless, Spreadshirt und Qwertee) ist diesbezüglich auffällig gewesen, dass diese Drei noch weitere Social Media-Kanäle bedienen. Sie sind auch auf Pinterest, Flickr, Tumblr, Instagram oder Vimeo vertreten. Bei dieser Art von Crowdcreation scheint die bildliche Darstellung der eingereichten Shirts u.ä. besonders gut bei der Crowd anzukommen. Threadless stellt hierbei mit 7 genutzten Social Media-Kanälen den Spitzenreiter dar. Im Schnitt nutzen die Initiatoren allerdings nur 3,2 solcher Kanäle.

Die Häufig- und Regelmäßigkeit der Postings auf den einzelnen Social Media-Plattformen unterscheidet sich ebenfalls stark. Bei CC-Plattformen, die täglich neue Einsendungen von der Crowd erhalten und somit recht schnelllebige Projekte betreuen (bpsw. die Plattformen zur Produktgestaltung), ist auch das Postingverhalten auf Facebook an diesen Umstand angepasst. Somit wird auch hier täglich mit der Crowd interagiert, sie über neue Challenges, Designs etc. informiert.
Bei etwas längerfristigen Projekten werden auch die Zeitabstände der veröffentlichten Beiträge größer.

Besonders auffällig waren hierbei BECK’s und BILLY BOY. Obwohl es sich bei den beiden genannten Fällen um Einzelprojekte handelt, welche über mehrere Wochen liefen, fallen die Abstände der Postings bei BECK’s ähnlich aus, wie auch bei den Plattformen zur Produktgestaltung. Auch dieses Brauerei-Unternehmen interagiert nahezu täglich mit der Crowd, auch wenn es dabei nicht immer um die Kampagne ging. Bei BILLY BOY waren unerwartet gar keine werbenden Beiträge zu ihrem CC-Projekt zu finden. Lediglich ein paar Einsendungen wurden vorgestellt.

Um euch mal einen kleinen Überblick über den ‚Erfolg‘ der einzelnen Projekte auf der meistgenutzten Social-Media-Plattform Facebook zu ermöglichen, folgt hier einmal eine grafische Darstellung der Likes. Wie bereits erwähnt, gibt es keine Facebook-Seite von Tchibo ideas, weshalb diese Plattform in der Grafik nicht erscheint. Um die Werte auch besser miteinander vergleichen zu können, habe ich alle Zahlen noch einmal nachrecherchiert (alle Quellenangaben dazu: siehe unten).
LikesFB

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Gründe, weshalb Threadless so überdurchschnittlich gut abschneidet, sind vermutlich, dass es sich bei dieser Plattform um ein amerikanisches Unternehmen handelt, welches weltweit agiert. Die Zielgruppe ist sehr groß, sodass praktische ‚jedermann‘ auf Threadless mitmachen kann. Außerdem bedienen sie die meisten Kommunikationskanäle und interagieren dort täglich mit ihrer Community. Dabei muss man aber auch bedenken, dass Threadless mit zu den ersten Plattformen gehört, die überhaupt in dieser Art und Weise mit der Crowd zusammenarbeiten. Diese Plattform kann somit als Vorreiter für viele andere gesehen werden.

  • andere Kommunikationskanäle

Weitere Kanäle, die häufig genutzt werden, um mit der Crowd zu interagieren oder diese über das Projekt zu informieren sind Newsletter (4/10) oder Blogs (6/10) auf den Projektwebseiten/Plattformen. Ein Initiator nutze auch ein Forum, trotz vorhandenem Blog. Ein Kommunikationskanal, der mich persönlich sehr überrascht hat, war der Live-Chat vom 12designer-Team. Ein solches Tool ist aufgrund seiner unverzögerten Ansprache der Kunden oder Kreativen sehr aufwendig zu betreiben, hat jedoch auch den Vorteil, Probleme unmittelbar zu beheben und somit die Zufriedenheit der Nutzer hoch zu halten.

Und nun der Erfolg ?!

Ich habe mir viele Gedanken darum gemacht, ob nun letztendlich alle meine vorgestellten Projekte (außer das Negativ-Beispiel Pril) erfolgreich waren bzw. immer noch sind. Um mir einmal einen Überblick zu verschaffen, habe ich alle meine herausgearbeiteten Do’s und zusätzlichen Erfolgsfaktoren bezüglich der Projekte/Plattformen betrachtet. Dabei ist eine Tabelle entstanden, die ihr im Folgenden sehen könnt. Ich sage jedoch schon vorweg, dass es mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, die einzelnen Faktoren auf  die 10 unterschiedlichen Projekte und Plattformen anzuwenden, da sie sich – wie mehrfach erwähnt – so stark voneinander  unterscheiden. Eine unterhalb der Tabelle angelegte Legende soll das Lesen dieser Darstellung vereinfachen.

 VergleichAllerBSPs

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Nach dieser Einteilung erhält unserAller die meisten grünen Punkte, dicht gefolgt von Threadless. Und wie zu erwarten bekommt Pril die meisten roten Punkte. Ein Grund dafür, dass die anfänglich betrachteten Plattformen und Projekte nur recht durchschnittlich abschneiden, kann allerdings auch sein, dass ich mich zu Beginn meiner Analysephase mit bestimmten Aspekten der Webseiten bzw. der Konzepte und der digitalen Kommunikation nicht so detailliert befasst habe, wie ich es bei den späteren Beispielen tat.
Die vermutlich erfolgreichste Plattform bei meiner Analyse ist Threadless. Nicht nur bei der tabellarischen Betrachtung schneidet diese Seite sehr gut ab, sondern auch, wenn man die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der eingereichten Entwürfe betrachtet, wird der Erfolg dieser Plattform deutlich. Diese Seite besitzt über eine Million Nutzer und verzeichnet mittlerweile mehr als 225.000 Designs (vgl. vorherigen Beitrag zu Threadless) und außerdem haben sie die meisten Likes auf Facebook und bedienen die meisten Kommunikationskanäle.
Die Plattform unserAller schneidet nicht ohne Grund bei meiner grafisch dargestellten Analyse so gut ab. Viele der genannten Erfolgsfaktoren werden von dieser Plattform umgesetzt. Allerdings ist diese Webseite vermutlich noch zu unbekannt und ist noch nicht lang genug am Markt etabliert, um sich mit einem „Urgestein“ wie Threadless wirklich messen zu können. Ähnliche sehe ich es auch bei anderen Projekten, die wahrscheinlich noch nicht genug Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen können. Doch auch allen Neulingen stehen noch alle Erfolgschancen offen. Die Plattform Qwertee gehört beispielsweise auch zu den jüngeren Initiatoren und ist dafür aber schon ausgesprochen beliebt.
Ich persönlich denke, dass all die von mir betrachten Beispiele noch die Möglichkeit haben, ihre Crowd auszuweiten und den Erfolg ihrer Unternehmung zu steigern – dafür sprechen beispielsweise auch die bereits in den paar Wochen veränderten Nutzerzahlen und Likes, die sich seit meiner Erstbetrachtung gestiegen sind (bspw. 12designer). Und selbst Pril könnte nochmal einen neuen Versuch wagen und ein neues CC-Projekt starten. Dank meiner Analyse ist die Gestaltung eines erfolgreichen Projekts jetzt ja auch ganz einfach 😉

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Quellen:
12designer (2014). Facebookseite von 12designer, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
BECK’s (2014) Facebookseite von BECK’s, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de?fref=ts
BILLY BOY (2014) Facebookseite von BILLY BOY, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline?fref=ts
iStockphoto (2014) Facebookseite von iStock, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/istock.deutschland?fref=ts
Pril (2014) Facebookseite von Pril, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/PrilMENA
Qwertee (2014) Facebookseite von Qwertee, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts
Spreadshirt (2014) Facebookseite von Spreadshirt, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/spreadshirt
Threadless (2014) Facebookseite von Threadless, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/threadless?fref=ts
unserAller (2014) Facebookseite von unserAller, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

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BILLY BOY: Hot Spots

Hallo zurück.
Heute werde ich das letzte Beispiel für ein Crowdcreation-Projekt vorstellen und dabei soll es um die Kampagne Hot Spots von BILLY BOY gehen.

Allgemeines

BILLY BOY ist ein bekannter Kondom- und Gleitgel-Hersteller, welcher von der Firma MAPA GmbH vertrieben wird. Und dieses Unternehmen sitzt in Zeven (Niedersachsen).
Neben Kondomen in unterschiedlichen Farb- und Geschmacksrichtungen stellen sie auch Energy-Drinks, Gleitgel und weitere Fun Toys her.

Ich selbst habe auch schon bei der MAPA GmbH gearbeitet, da Zeven nur einige Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegt. Nach meinem Abitur habe ich mir dort für ca. 9 Wochen ein wenig Geld dazu verdient. Jedoch war ich leider nicht für die BILLY BOY-Abteilung eingeteilt 😉
So, aber nun weniger von mir und mehr von der Kampagne …

Die Kampagne

2011 rief BILLY BOY im Rahmen ihrer Hot Spots-Kampagne dazu auf, ein (max.) 60-sekündigen Videospot zu drehen, welcher „neue Ideen, Freiheitsgefühl, Sicherheit und Spaß“ mit dem Produkt vermitteln sollte (vgl. Deutsche Post AG, 2011). Beworben werden sollten dabei die Produktlinie BILLY BOY B² und das BILLY BOY Gleitgel. Dabei war es auch erlaubt die Produkteigenschaften im übertragenen Sinne darzustellen (vgl. MAPA GmbH, 2011).
Es waren also kreative Vorschläge erwünscht und es sollten keine pornografischen Inhalte im Mittelpunkt stehen. Dennoch war hier ein Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme erforderlich.
Die besten drei Videos wurden dabei mit 5000, 1500 und 1000 EUR prämiert und der Einsendeschluss war (letztendlich) der 31.10.2011(vgl. ebd.).

Bei diesem Projekt wurden die gedrehten Videos zwar durch die Crowd bewertet (Vergabe von max. 10 Sternen) und sie wurde sogar dazu aufgerufen die Videos über soziale Netzwerke zu verbreiten, allerdings hat letztendlich eine Fachjury über die Wettbewerbssieger entschieden (vgl. Deutsche Post AG, 2011 und MAPA GmbH, 2011).

Alle eingereichten Videos könnt ihr euch unter folgendem Link einmal anschauen: BILLY BOY Hot Spots.

Der Umfang der eingereichten Videos war allerdings zur eigentlichen Deadline nicht zufriedenstellend, weshalb die Kampagne verlängert wurde. Letztendlich wurden allerdings 77 Videos eingereicht und der Clip „Und dann kam Billy“ gewann den Wettbewerb (vgl. Deutsche Post AG, 2011).

Hier könnt ihr den Gewinnerspot einmal sehen:


(Quelle: BILLYBOYOnline, Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=1PvofZYZhqQ)

Es gab dabei auch zwei Einreichung aus Ilmenau. Diese haben leider nicht gewonnen, aber doch an unserer Uni gewisses Aufsehen erregt. Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, hier einmal die Links: Immer das Richtige dabei + Comfort Drive.

Auch meine norddeutschen Freunde waren bei dieser Kampagne sehr aktiv, sodass es viele Einreichungen aus Hamburg und Umgebung gab. Bei meinen Recherchen bin ich dann drauf gestoßen, dass auch ein alter Schulkollege von mir bei dieser Kampagne mitgemacht hat. Ich habe mich einmal mit diesem in Verbindung gesetzt und werde ihm und auch einem der ilmenauer Produzenten ein paar Fragen bezüglich der Hot Spots-Kampagne stellen. Die Antworten, werdet ihr dann demnächst auch auf meinem Blog lesen können 😉

Laut dem Direkt+Portal der Deutschen Post AG (2011) zählt dieser Wettbewerb zu einem der aufwendigsten seiner Art, da dieser eine vollständige Videoproduktion mit Scripterstellung, Dreh, Post-Produktion und Mastering beinhaltet (Mastering meint hier die Endbearbeitung von Tonaufnahmen).

Digitale Kommunikation

Integrierter Blog
Auf der Startseite der Webseite zu der Kampagne von BILLY BOY gibt es eine Art integrierten Blog. Dort wurde die Crowd mit neuen Informationen rund um die Kampagne versorgt. Aktuell sind dort noch sechs Einträge verzeichnet. So wurde zu Beginn des Projektes ein Eintrag geschrieben und zwei während die Kampagne lief. Anschließend wurde das Ende eingeläutet und die Community wurde auf den verlängerten Einsendeschluss aufmerksam gemacht. Die letzen beiden Einträge handeln von der Jury. Erst wurde bekannt gegeben, dass diese sich jetzt an die Arbeit mache und der letzte Eintrag nennt die 3 glücklichen Gewinner.
Auffällig bei diesen Einträgen ist, dass sie meist recht kurz gehalten sind und wirklich nur die wichtigsten Informationen beinhalten. Die verwendete Sprache ist sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

YouTube
Den deutschen YouTube-Kanal von BILLY BOY haben 132 Personen abonniert und dieser wurde bereits 135.094 Mal aufgerufen. Seit Februar 2011 ist BILLY BOY dort aktiv und hat mittlerweile über 50 Videos veröffentlicht. Allerdings sind diese nicht alle aus eigener Produktion entstanden, sonder einige sind einfach auch nur zum Produkt passend (bspw. Gib Aids keine Chance). Dort haben sie auch eine Playlist zu der Kampagne Hot Spots eingerichtet. Diese enthält allerdings nur 21 Videos.

Zusätzlich gibt es noch einen Kanal für den Markt in Portugal. Dort sind 7 Videos einzusehen, aber diese sind alle aus dem Jahr 2012.

Facebook
Auf diese Social Networking Site besitzt BILLY BOY 25.937 Likes und 129 Personen sprechen über sie. Außerdem geben 139 Menschen an bereits dort (vermutlich die Fabrik in Zeven)  gewesen zu sein und bei dem Sterne-Rating bekommen sie 3,3 von 5 Sternen. (BILLY BOY 2014, Zahlen vom 24.02.2014).
Sie selbst geben auf ihrer Facebook-Seite an, dass sie regelmäßig interessante News, Unterhaltung & Gewinnspiele hier veröffentlichen (vgl. ebd). Dieses kann ich zwar bestätigen, jedoch wird auch viel Werbung für eigene Produkte betrieben. Auffällig ist auch, dass BILLY BOY versucht mit der Crowd zu interagieren indem sie ihnen Fragen stellt (bspw. ‚ „Schatz“ ist der beliebteste Kosename in Deutschland. Seid ihr kreativer? Welche Kosenamen fallen euch noch ein?‘).
Die nachfolgenden Abbildung zeigt all die eben genannten Werte einmal auf:

BB_Facebook

(Bildquelle: BILLY BOY 2014)

Die Kommunikation auf Facebook findet auch recht regelmäßig statt, sodass ca. alle 2-3 Tage etwas neues gepostet wird. Auch die Interaktion ist relativ hoch, da es keine Beiträge ohne Likes und Kommentare gibt. Die Likes und Anzahlen der Kommentare variieren sehr stark, jedoch ist auffällig, dass Gewinnspiele besonders viel Resonanz einbringen (mehrere Hundert Likes). 

Und was findet gab es zur Hot Spots-Kampagne auf Facebook?

Kurz und knapp – nicht viel. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 6 Einträge aufzufinden, die sich mit der Kampagne befassen und alle 6 sind eingereichte Videos. Es lässt sich kein Beitrag finden, der die Aktion bewirbt oder ähnliche Informationen preisgibt, wie der Blog.
Auch bei den ‚Life Events‘ von 2011 lässt sich nichts zur Hot Spots-Kampagne finden.

Twitter
Hier besitzen sie 32 Follower und haben bisher 144 Tweets geschrieben (Werte vom 24.02.2014). Der letzte dort getätigte Eintrag von BILLY BOY ist allerdings vom Mai 2012. Also wurde die digitale Kommunikation mit Crowd an dieser Seite scheinbar abgebrochen.
In Inhalte hier sind aber ähnlich derer von Facebook. Allerdings werden hier auch mal Inhalte anderer Twitter-Nutzer/innen geretweetet.
UND hier gibt es Einträge zu der Kampagne. Es wurden Tweets gepostet, die auf die Kampagne aufmerksam machten, angaben, dass der Einsendeschluss verlängert wurde oder von vielen LastMinute-Einreichungen berichteten (vgl. BILLY BOY, 2012).

Google+
Auf Google+ ist BILLY BOY in Kreisen von 7 Personen, wobei nur 3 davon wirklich reale Menschen und keine Unternehmen darstellen.
Die Inhalte sind ähnlich denen von Facebook. Viele Beiträge sind sogar identisch, nur das auf Facebook noch zusätzliche Beiträge zu einer Thematik veröffentlicht werden.
Grund dafür kann allerdings auch sein, dass über Google+ keinerlei Resonanz der Crowd kommt. Was bei nur 3 Personen aber auch kaum verwunderlich ist (vgl. MAPA GmbH 2014).
Einträge zu der Kampagne kann es hier nicht geben, da diese Plattform erst seit Juni 2013 gibt.

Allerdings besitzen sie hier auch ein Profil für den englischen Markt – BILLY BOY UK. Hier hat das Unternehmen immerhin +8 erhalten und ebenfalls 7 Personen in seinen Kreisen. Jedoch ist hier der letzte Eintrag aus dem April 2013.

Fazit
Bezüglich der digitalen Kommunikation lässt sich festhalten, dass Facebook auch für diese Kampagne der Kanal ist, der am stärksten bedient wird. Da es sich bei dem Projekt Hot Spots um einen Video-Wettbewerb handelt, ist auch YouTube von BILLY BOY gut mit eingesetzt worden. Die 2 anderen Social Media-Kanäle Google+ und Twitter spielen in der digitalen Kommunikation von BILLY BOY keine große Rolle. Auf beiden Kanälen fand / findet praktisch keine Interaktion mit der Community statt.

Abschließend lässt sich außerdem festhalten, dass dieses Projekt zwar ein Crowdsourcing-Projekt darstellt und die Crowd auch stark kreativ sein musste und es sich somit um ein Crowdcreation-Projekt handelt, allerdings denke ich, nicht im klassischen Sinne. Grund dafür ist, dass das ganze eher als Gewinnspiel aufgebaut war und auch mit dem Endprodukt nicht wirklich weitergearbeitet wurde. Jedenfalls sind keine weiterführenden Aktionen auffindbar. Möglicherweise diente diese Kampagne hauptsächlich Werbezwecken bzw. Zwecken der Imagepflege und der Ideengewinnung aus der Crowd. Ein richtiges Produkt sollte dabei nicht entstehen.

Erfolgsfaktoren
Auch hier erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* klar definiertes Konzept und klare Regeln wurden anfänglich kommuniziert
* Kampagne war auf die (junge) Zielgruppe ausgerichtet
* Inhalte der Website und Facebook als stärkstem Kanal haben sich nicht gedoppelt
* Verlängerung des Einsendeschlusses
* monetärer Gewinn für 3 Spots
* gutes Markenimage
* Produkt wird mit Spaß verbunden
* …

In meinem kommenden Eintrag werde ich dann auf die 2 schriftlichen Befragungen mit dem Ilmenauer Produzenten J. Schmidt und dem Hamburger J. Vagt eingehen.
Bis dahin ..

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Quellen:
Deutsche Post AG (2011) Mitmach-Marketing: Beispiele erfolgreicher Crowdsourcing-Kampagnen auf Direkt+. Das Onlineportal der Deutschen Post für Entscheider im Dialogmarketing. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.direktplus.de/praxistipps/mitmach-marketing-crowdsoucing/beispiele-erfolgreicher-crowdsourcing-kampagnen/
MAPA GmbH (2011) BILLY BOY Hot Spots – Aktionsvorstellung. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://hotspots.billyboy.de/index.php/home.html
MAPA GmbH (2014) BILLYBOYONLINE Google+. ZUgriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://plus.google.com/u/0/102826926524835418954/posts
BILLY BOY (2014) BILLY BOY Facebook-Seite. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline
BILLY BOY (2012) BILLY BOY Twitter-Page. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/BillyBoyOnline

unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

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Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

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Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Ein Negativ-Beispiel: Pril

So kann es einem erfolgreichen Unternehmen natürlich auch ergehen.
Da möchte man mit seinen Kunden zusammenarbeiten und ihnen die Möglichkeit geben, das eigene Produkt mitzugestalten und ehe man sich versieht, entwickelt sich ein Shitstorm. So erging es jedenfalls dem Spülmittelhersteller Pril von dem Dachunternehmen Henkel.
Erstmal werde ich kurz definieren, was ein Shitstorm ist und ein paar Wort über die Marke Pril und das Unternehmen Henkel verlieren, bevor ich die dazugehörige Crowdcreation-Kampagne mit dem entstandenen Shitstorm vorstelle.

Definition Shitstorm laut Duden (2013):

„Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht.“

Die Marke Pril – das Unternehmen Henkel
Henkel mit ihrem Hauptsitz in Düsseldorf führt neben Pril auch noch andere bekannte Marken wie beispielsweise Persil, Pritt, Schwarzkopf oder Syoss (Henkel, 2014). Zum ersten Mal kam Pril 1951 durch die Henkel-Tochterfirma „Böhme Fettchemie“ auf den Markt – damals noch in Pulverform. 1959 gab es das Produkt dann auch als Flüssigvariante.

Die Kampagne
2011 entwickelte Pril den Design Wettbewerb „Mein Pril – Mein Stil„, bei der ihre Kunden die Möglichkeit  besaßen, ihr eigenes Design für die Prilflasche zu entwerfen. Hier der Text, wie Pril selbst die Kampagne beschreibt: „Jeder konnte mit einem eigenen Design in die Pril Geschichte eingehen und seinen Stil auf eine von zwei Pril Flaschen bringen, die Ende 2011 sogar als limitierte Design-Edition im Handel erhältlich waren. Mit dem Designerwerkzeug konnten nicht nur die Farben der Flasche und des Dosierverschlusses bestimmt, sondern insbesondere das Etikett kreativ gestaltet werden.
Die Resonanz war riesig – die Teilnehmer ließen ihrer Kreativität freien Lauf und bescherten uns über 50.000 neue Pril Flaschen ganz nach ihrem eigenen Geschmack. Jeder konnte für sein Lieblingsdesign voten. Eine 5-köpfige Jury, in der auch Facebook-Fan Berit saß, hat aus den Top 10 die zwei Sieger gekürt, deren Designs als besondere Hingucker in vielen Küchen die Blicke auf sich zogen.“ (vgl. Pril, 2012).

Die Gewinner der Kampagne sahen letztendlich so aus:

Gewinner Pril

Gewinner Pril-Design-Wettbewerb

(Bild-Quelle: Pril (2012) 2011: Mein Pril – Mein Stil – Die Gewinner. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.pril.de/marke/meinpril/#tab_diegewinner)

Aber waren das auch die „echten“ Gewinner?
Eigentlich nicht – hier die Geschichte zu dem Shitstorm, der sich wegen diesem Wettbewerb entwickelte.

Da Pril den Nutzern die Möglichkeit überließ, neben bereits bekannten „Pril-Motiven“, wie der Pril-Blume, auch eigene Designs zu entwickeln und hochzuladen, sind auch Motive entstanden, wie das Pril-Monster oder die Nasenbrille. Diese Motive waren bei der Community sehr beliebt. Doch sie entsprachen nicht den Motiv-Vorstellungen von Henkel. So entschied sich das Unternehmen dazu, die Wettbewerbsregeln zu verändern. Die Designentwürfe musste nun von dem Pril-Team freigegeben werden. Ein noch viel gravierender Einschnitt war aber, dass Henkel die Stimmen der bisherigen Designs bereinigte. Beliebte Motive wurden durch konventionelle Entwürfe ersetzt, sodass die ausgefalleneren und kreativeren Designs aus der Liste der beliebtesten Motive verschwanden.  (vgl. Gnocchi, 2011)

Hier könnt ihr einmal die beliebtesten Designs vor der Bereinigung sehen:

(Bild-Quelle: A. Gnocchi (2011) Social Media: Crowdsourcing – Kundenpartizipation hat Potential. aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.thomashutter.com/index.php/2011/11/social-media-crowdsourcing-kundenpartizipation-hat-potential/)

Die weniger glaubhafte Aussage von Henkel dazu war, dass einige User die Stimmen der Designmotive manipuliert hätten und sie diese daher aus Fairnessgründen bereinigen müssten (vgl. Breithut, 2011). Die Community witterte den Manipulationsverdacht und so löste sich der Shitstorm aus. Auf der Facebookseite von Pril sowie auf Twitter erschienen dazu tausende negative Kommentare über das Eingreifen von Pril in ihre Design-Kampagne. Einige der Nutzer, wie Peter Breuer aus Hamburg, sahen den Shitstorm auf Pril zurollen und entfernten daher freiwillig ihre „Spaß-Entwürfe“ (vgl. Breithut, 2011).
Dennoch stritt Henkel den Vorwurf der Manipulation ab. Zusätzlich began Pril damit Kommentare zu Zensieren, anstatt mit der Crowd einen offenen Dialog zu führen (vgl. Gnocchi, 2011).
Um die Bögen wieder ein wenig zu glätten, hat sich Pril später entschlossen das beliebte Motiv des Pril-Monsters als limitierte Auflage an einige Fans zu verschenken. Somit wurden 111 Flaschen über eine Facebook-App per Zufallsgenerator an die Community verlost. Zusätzlich waren 777 Flaschen zum normalen Verkaufspreis erhältlich (vgl. Gnocchi, 2011).
Dieser Shitstorm zählt laut Computer Bild (2012) und Focus Online (2012) zu den bisher (zehn) bekanntesten Shitstorms.

Herr Gnocchi, dessen Eintrag ich hier größtenteils zitiere, sagte abschließend zu seiner Betrachtung von Crowdsourcing-Projekten folgendes: „Wichtig für Unternehmen, die Crowdsourcing-Massnahmen durchführen wollen, ist eine gut durchdachte Planung. Es ist ratsam bereits von Beginn an klare Spielregeln zu definieren und den offenen Dialog mit der Community zu führen. Wer versucht im Hintergrund die Massnahmen zu manipulieren, kann damit rechnen, dass sich die Benutzer gegen einen stellen und ihren Frust, ohne Blatt vor den Mund zu nehmen, kommunizieren. Man sollte sich jedoch nicht durch solche Vorfälle davon abhalten lassen selbst Crowdsourcing einzusetzen. Es gibt bereits einige Cases von denen man lernen und somit bereits vor der Durchführung mögliche Gefahren einkalkulieren kann.“ (Gnocchi, 2011)

Er empfiehlt also eine Kampagne vorher gut durchzuplanen und den Dialog zu der Crowd nicht zu verlieren, um einem Shitstorm aus dem Weg zu gehen. Sollte es jedoch zu spät sein und der Sturm er Entrüstung steht vor der Tür, dann sollte man nicht anfangen, die „Spielregeln“ zu ändern und Maßnahmen hinter dem Rücken der Crowd zu manipulieren. So macht man alles nur noch schlimmer. Hier zeigt sich also auch wieder deutlich, wie wichtig die Kommunikation zu der Crowd ist – besonders, wenn einmal ein Fehler unterlaufen ist.

Unbenannt

Sind euch auch ähnliche Beispiele bekannt? Gibt es beispielsweise auch Crowdfunding-Projekte die einen Shitstorm ausgelöst haben? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen zum Thema „Crowdsourcing und Shitstorm“ mitteilt. Vielen Dank. :]
In meinem nächsten Beitrag werde ich positive Beispiele von einigen bekannteren Unternehmen und Marken vorstellen, um euch zu zeigen, dass man mit einer solchen Kampagne als großes und bekanntes Unternehmen durchaus auch Erfolg haben kann und u.U. damit auch das Image verbessern kann.
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Quellen:
Duden (2013) Bedeutung Shitstorm. Abgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.duden.de/rechtschreibung/Shitstorm
Pril (2012) 2011: Mein Pril – Mein Stil. Abgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.pril.de/marke/meinpril/#tab_designwettbewerb
Gnocchi, A. (2011) Thomas Hutter’s Social Media und Facebook Marketing Blog. Social Media: Crowdsourcing – Kundenpartizipation hat Potential. aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.thomashutter.com/index.php/2011/11/social-media-crowdsourcing-kundenpartizipation-hat-potential/)
ComputerBild (2012) Die Zehn: Bekanntesten Shitstorms. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.computerbild.de/fotos/Die-Zehn-bekannte-Shitstorms-7599832.html#10
Focus Online (2012) Kollektive Entrüstung im Netz. Die besten Shitstorms. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.focus.de/digital/internet/tid-26192/kollektive-entruestung-im-netz-das-geheimnis-hinter-dem-phaenomen-shitstorm-bekannte-shitstorms_aid_768892.html
Breithut, J. (2011) Spiegel Online – Soziale Netzwerke: Pril-Wettbewerb endet im PR-Debakel. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/soziale-netzwerke-pril-wettbewerb-endet-im-pr-debakel-a-763808.html
Henkel (2014) Standorte. Aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.henkel.de/ueber-henkel/henkel-standorte.htm
Henkel (2014) Produkte & Marken. Aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.henkel.de/produkte-marken.htm

Spreadshirt

Wie bereits mehrfach erwähnt, werde ich euch heute eine weitere Plattform zum T-Shirts selbst gestalten vorstellen – Spreadshirt.

Bevor ich selbst angefangen habe, mich detailliert mit dieser Website auseinander zu setzten, habe ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umgehört, ob jemand diese Seite nutzt. Glücklicherweise hat sich jemand gefunden, Herr J. Knapp (25 Jahre), der sogar seinen eigenen Shop bei Spreadshirt führt, d.h. seine eigenen T-Shirt-Entwürfe über diese Seite für sein Football-Team (Northern United) verkauft. Ich habe diesem jungen Herrn einen Fragenkatalog mit 20 Fragen zu den Kategorien „Allgemeines“, „Shop“, „Kommunikation“ und „Fazit“ geschickt und am 08.01.2014 seine Antworten per E-Mail erhalten. Ich werde passende Auszüge dieses Fragebogens den einzelnen Kategorien zuordnen, sodass auch seine Angaben in mein Fazit bezüglich der einzelnen Kategorien und besonders den Erfolgsfaktoren von Spreadshirt mit einfließen werden.

Allgemeines

Spreadshirt, ein deutsches Unternehmen, welches 2002 in Leipzig als Zwei-Mann-Unternehmen gegründet wurde (Hettler, 2010), ist der vorher betrachteten Plattform Threadless gar nicht so unähnlich. Sie bedrucken ebenfalls Textilien (hauptsächlich T-Shirts) in verschiedenen Farben und Formen – für Privatleute, Vereine und Firmen. Derzeit kann man laut Spreadshirt (2014) sein Design schon auf über 140 Produkten verwirklichen.
Mittlerweile ist das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und auch in Nordamerika aktiv (Spreadshirt, 2014).

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T.K.: Ist es für dich wichtig, dass es sich bei Spreadshirt um ein deutsches Unternehmen handelt?

J.K.: „Weniger, mir sagt eher das „junge“ Image, der Plattform zu. Zudem muss ich gestehen, ist mein Englisch eher zweitklassiger Art, so dass ich in der Hinsicht doch sehr froh bin, dass alles in Deutsch formuliert ist. Gerade was die Service Kommunikation via E-Mail angeht.“

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Konzept

Hier ist das Konzept wirklich sehr einfach. Der User kann sein gewünschtes Design direkt auf Spreadshirt.de designen. Dort gibt es ein Produktkatalog mit allen verwendbaren Farben. Man kann dort auch sein eigenes Bild hochladen oder einfach ein vorgefertigtes Motiv wählen und es für den eigenen Gebrauch abändern. Außerdem kann man noch einen Schriftzug addieren. Die meisten dieser Elemente kann man auch noch drehen, spiegel, skalieren und und und.
Es wird direkt angezeigt, wie teuer die einzelnen „Bauteile“ sind und der Gesamtpreis ist auch immer ersichtlich. Wenn man mit seinem Produkt zufrieden ist, kann man dieses direkt in den Warenkorb legen.

Hier ein Beispiel von einem von mir kreierten Beutel:
Beutel CC(Quelle: http://www.spreadshirt.de/t-shirt-selbst-gestalten-C59. Zugriff am 10.01.2014. Eigener Designentwurf)

Wenn man mit seinen eigenen Designentwürfen auch Geld verdienen will, dann kann man bei Spreadshirt einzelne Motive verkaufen oder sogar einen eigenen Shop eröffnen. Hierfür ist zwar eine Registrierung notwendig, aber die Produktgestaltung läuft genauso ab, wie oben beschrieben. Anschließend hat man dann allerdings noch die Möglichkeit eine Provision festzulegen, welche dem Nutzer nach jedem verkauften Produkt gut geschrieben wird. Die Höchstgrenze liegt bei 15 EUR, doch die erfolgreichsten Designer verlangen laut Spreadshirt (o.J.) ca. 3 EUR pro Design.
Wenn man ein eigenes Design veröffentlicht hat, dann kann das auch von anderen Usern benutzt werden um wieder neue Produkte zu gestalten. Dabei verdienen dann aber beide an dem Verkauf.
Um die Zahlung und die Produktion bis hin zur Nachbetreuung der Kunden kümmert sich aber immer Spreadshirt selbst (Spreadshirt, o.J.).

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T.K.: Welche Rolle spielt für dich der eigene Shop bei Spreadshirt?

J.K.: „Es ist schon ganz cool für seine Mannschaft individuelle Shirts gestalten zu können. Wie in allen Vereinen brauch man auch für diese Position nur jemand der sich darum kümmert. Und Spreadshirt macht es um einiges unkomplizierter als bei jedem Training zu fragen, ob wer was bestellen will und dann dem Geld hinterher zu rennen. Gerade für uns als Spielgemeinschaft, in welcher die Spieler in ganz Niedersachsen verteilt sind ist es praktisch, sich einfach eben online DAS Shirt seiner Wahl zu bestellen und eben zu sich liefern zu lassen.“

T.K.: Wie lange führst du schon diesen Shop und wofür nutzt du ihn?

J.K.: „In etwa zwei, drei Jahre, müssten es sei.
In erster Linie für unsere Footballmannschaft, es kam aber schon mal vor, diesen auch für einen kurzen Zeitraum als Verteilerplattform für Festival-Shirts im Freundeskreis zu nutzen (also wirklich nur für knapp eine Woche und es ist nichts daraus geworden, schließlich feierten wir keinen Junggesellenabschied, sondern besuchten ein Festival).“

T.K.: Stelle bitte den Ablauf der Shirtgestaltung auf Spreadshirt kurz dar.

J.K.: „Produkt auswählen > Motiv hinzufügen > ggf. Text > Fertig“

T.K.: Bist du allein für die neuen Designs zuständig oder wie entsteht ein neuer Entwurf?

J.K.: „Nein… dazu fehlt mir das „Grafiker-Talent“ bzw. dazu lässt Spreadshirt vielleicht auch ein bisschen wenig Spielraum um auszuprobieren. Die ersten Shirts sind von mir und den Möglichkeiten die Spreadshirt bietet entstanden. Doch für die wirklich coolen Motive und damit auch coole Shirts, liefere ich den Jungs (mit mehr „Grafiker-Talent“) lediglich eine abfotografierte Skizze von dem was/wie ich es mir denke, anhand einer Whatsapp-Fotografie und warte bis mir eine Datei/ein Motiv zugeschickt wird. Und das sind eindeutig die besten (besonderer verweis gilt hier dem „ball so hard“ Shirt).“

T.K.: Wie ist das Verhältnis von dem Gewinn für dich bzw. euch als Football-Verein und Spreadshirt? Kannst du die prozentuale Aufteilung benennen?

J.K.: „Von Gewinn kann man da kaum Sprechen, es gibt glaube ich nur eine Hand voll Produkte die ich mit ein oder zwei Euro als Provision  erstellt habe (davon geht dann noch die MwSt. ab.

Der Ursprungsgedanke war einen guten Preis zu finden (inkl. dieser Provision) und den Gewinn der Teamkasse zugutekommen zu lassen, allerdings hat sich das bisher nicht rentiert und wurde fallen gelassen, sodass der Promotion-Gedanke von unserem Verein und des Sports selber viel mehr in den Vordergrund gerückt ist.“

T.K.: Wie viel Resonanz erhaltet ihr? Gibt es viele Personen, die eure Shirts kaufen?

J.K.: „Dazu hat Spreadshirt  tatsächlich gute und übersichtliche Statistiken und Diagramme geschaffen, dennoch würde ich knapp 40 verkaufte Produkte in der Zeit wirklich nicht als „viel“ bezeichnen. Und die Besucherzahlen schießen immer dann hoch, wenn ich zum Beispiel ein Produkt bei Facebook promote.“

T.K.: Handelt es sich dabei nur um eure eigenen Spieler oder auch sind die Käufer hauptsächlich Fans?

J.K.: „Schon größten Teils Spieler und auch mal Anhang, ich weiß spontan von zwei nicht Spielern und nicht Partnern, die ein Shirt aus dem Shop besitzen.“

T.K.: Habt ihr noch andere Produkte außer T-Shirts? Wenn ja, welche?

J.K.: „Ja, da wären die Tasse, die Weste, das Muskel Shirt, ein Polo Shirt und Hoodies. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit bis ich Tasse und Weste aus dem Shop entferne, Shirts laufen deutlich am besten und bei den Hoodies ist es, glaube ich,oft eine Geldfrage.“

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Kommunikation

Neben ihrer eigenen Website hat Spreadshirt auch einen Blog und bietet einen Newsletter an.
Social Media-Kanäle werden von ihnen folgende genutzt: Facebook, Twitter, YouTube, Google+ und Flickr. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Facebook sowohl eine Seite für den deutschen wie auch den amerikanischen Markt bietet. Bei YouTube gibt es sogar 3 Kanäle – für die deutsche, europäische und amerikanischen Crowd. Twitter gibt es beispielsweise nur für den amerikanischen Markt, was vermutlich aber auch daran liegt, dass Twitter dort viel stärkeren Anklang gefunden hat als bei uns in Deutschland.
Doch selbst, wenn Spreadshirt Deutschland als Seiteninhaber angezeigt wird, sind die veröffentlichten Beiträge häufig auf Englisch (bspw. bei Google+).

Doch was wird auf diesen Kanälen eigentlich kommuniziert?

Auf Facebook beispielsweise werden hauptsächlich neu entworfene Designs vorgestellt, ab und an auch ein Gewinnspiel. Die dt. Seite hat 16.551 Likes und 138 Personen, die darüber reden. Auf der amerikanischen Seite sieht es im Grunde ähnlich aus, nur dass auch mal witzige Bilder und lustige Sprüche gepostet werden. Hier liegen die generierten Likes bei 34.381 und 267 Nutzer reden mit. Ob nicht aber auch viele deutsche Fans die Facebook-Seite für den amerikanischen Markt geliket haben, ist fraglich. Daher  urteile ich nicht über die fast doppelt so hohe Anzahl der Likes.
Die Likes für die einzelnen Beiträge fallen allerdings sehr gering aus. Auf der amerikanischen Seite liegt der höchste Wer bei ca. 30 und auf der deutschen Seite gab es durchaus auch Post die über 500 Likes einbringen konnten. Allgemein habe ich das Gefühl, dass die Community dort aktiver ist, da Beiträge auch häufiger geteilt und kommentiert werden.

Zusätzlich gibt es auf Facebook noch die Möglichkeit die Spreadshirt Shop App zu nutzen, wenn man bereits auf der Website einen eigenen Shop eingerichtet hat. Dieses bietet den Kunden so die Möglichkeit, ihre Produkte direkt auf Facebook anzubieten und zu verkaufen (vgl. Facebooklet, 2011).
Google+ würde ich fast vernachlässigen, da sie dort nur 647 Follower haben und größtenteils auch nur Designs bewerben.
Auf Twitter sind die Inhalte der Tweets ganz unterschiedlich. Von Antworten auf Nutzerfragen, über beworbene Designs zu Fragen über aktuelle Geschehnisse ist alles dabei. Sie werden auch häufig von Nutzern durch Hashtags verlinkt. Dort haben sie 13.221 Follower und bereits 4.477 Tweets gepostet.
Der eigene Blog wird zwar recht häufig genutzt, allerdings ist hier die Rückmeldung der Crowd geringer als bei den anderen Social Media Kanälen. Jedoch werden hier über alle spreadshirtbetreffenden Themen berichtet. Es werden Weihnachtsgrüße an die Crowd gesendet, Rabattaktionen angepreisen, Produktänderungen beschrieben oder auch Rückblicke auf das vergangene Jahr gegeben, sodass die Community erfährt, welche Produkte die beliebtesten waren. Eine Sache die hier jedoch nicht beworben wird, sind aktuelle Designvorschläge – die sind dafür aber ja auf Facebook zu finden. Neben dem deutschen Blog gibt es auch einen für den englischen und amerikanischen Markt, sowie für Frankreich, Norwegen und die Niederlande. Zusätzlich gibt es auch noch einen Blog der Entwickler. Dieser ist auf Englisch verfasst und leider sehr unregelmäßig aktiv. Die Themen dieses Blogs drehen sich bspw. um Bestellfunktionen oder den Versand.

Spreadshirt Blog(Quelle: Blog Spreadshirt, Eintrag vom 28.12.2013. Zugriff am 13.01.2014. Verfügbar unter http://blog.spreadshirt.net/de/)

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T.K.: Wie wirst du darauf aufmerksam gemacht, dass jemand ein Shirt bestellt hat?

J.K.: „Ausschließlich wenn ich in der Shop-Übersicht nachschaue. Reicht mir aber voll und ganz.

T.K.: Kennst du Social Media Kanäle (Facebook, YouTube, Twitter, Google+, Flickr, …) von Spreadshirt? Wenn ja, welche?

J.K.: „Ja, Facebook und Youtube.“

T.K.: Folgst du Spreadshirt auf einer dieser Seiten? Wenn ja, nenne diese bitte und gib kurz an warum.

J.K.: „Nein, kann man nicht behaupten.“

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FAZIT

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T.K.: Worin siehst du die Vorteile von Spreadshirt?

J.K.: „Auch hier der Verweis auf eine schon gegebene Antwort: ganz klar das einfache Handling eines Online Shops, ohne jeden einzeln aufmerksam machen zu müssen und der Zeitraum, um unabhängig bestellen zu können.

Gerade für einen Verein wie uns, wo sich nicht jeder täglich über den Weg läuft, sehr praktisch. Zudem die Einbringung eigener Logos und vielleicht doch eigener Nummer o.ä. ist einfach und gut gelungen.“

T.K.: Gibt es auch Nachteile? Oder Eigenschaften dieser Plattform, die du als weniger vorteilhaft beurteilen würdest? Wenn ja, welche?

J.K.: Einen ganz großen, aber die Lösung liefer ich gleich mit! Die Anbringung verschiedener Textbausteine plus die Unterbringung jedes einzelnen Motives kosten immer wieder ein Paar Euro extra, so dass ein Shirt allein mit den Möglichkeiten die Spreadshirt bietet schnell bei über 25,- teilweise über 30,- liegt. Gestaltet man diese Vorlage aber selbst am Computer und es handelt sich nur noch um ein oder zwei Motive (Vorder- und Rückseite geht nun mal nicht als Eins) bleibt man bei unter 20,- €! Also wer über dieses schon genannte „Grafiker-Talent“ verfügt (ich betone nochmal: ich nicht!) hat damit keine Schwierigkeiten, ich bin aber so auf Hilfe anderer angewiesen. Würde aber nicht sagen, dass mir die Zusammenarbeit dadurch nicht gefällt.“

T.K.: Wie würdest du deine persönlichen Erfahrungen mit Spreadshirt beschreiben? Eher positiv/negativ?

J.K.: „Schon immer positiv, aber als ich hinter den „mach-nur-noch-ein-Motiv-aus-dem-ganzen-Trick“ gekommen bin, durchweg positiv.“

T.K.: Würdest du diese Seite weiter empfehlen? Wenn ja, welcher Zielgruppe?

J.K.: „Ganz klar Vereinen, die keinen lokalen/regionalen Textildrucker zur Hand haben oder sich einfach in ihrer Gestaltungsfreiheit austoben wollen.

Teilweise sind auch gute individuelle Geschenkideen zu gestalten oder in den Shops zu finden!

Junggesellenabschiede…

Oder auch Leute, die Bock auf ein richtig albernes Shirt haben  ;)“

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Der schriftliche Fragebogen mit Herrn Knapp hat mir gezeigt, dass diese Plattform besonders für (Sport-)Vereine gut geeignet ist, um die gesamte Mannschaft und die Fans mit Produkten ihrer Wahl auszustatten. Die Handhabung der Seite scheint einfach zu sein, jedoch sollte man bedenken, dass es teurer ist viele einzelne Elemente zu verwenden als ein großes Element, welches man vorher selbst grafisch umsetzten muss. Wenn man also preiswert gestalten will, ist ein wenig grafisches Talent nicht verkehrt – jedoch nicht notwendig, um diese Seite zu nutzen.
Um seinen Motiven richtig erfolgreich Geld zu verdienen, müsste man die Provisionen schon etwas höher ansetzten, als nur 1-2 EUR, wie Herr Knapp es veranschlagt hat. Dann besteht jedoch die Gefahr, dass die Nutzer die Produkte als zu teuer empfinden.

Erfolgsfaktoren

* die Möglichkeit einen eigenen Shop zu führen
* Höhe der Provision (fast) frei wählbar
* komplett freie Produktgestaltung – keine Bindung an Aufgaben
* einfache Handhabung der (integrierten) Software
* starke Social-Media-Präsenz
* Facebook-App als weitere Plattform, um Produkte zu (ver)kaufen
* regionale Social Media Kanäle
* einzelne Online-Plattformen werden unterschiedlich genutzt – keine (ständige) Doppelung der Inhalte
* große Produktpalette
* große Marktreichweite (USA und Europa)

So, nun habe ich es schon fast geschafft – 2 von 3 Plattformen habe ich bereits vorgestellt. Mein nächster Beitrag wird dann von der Seite Qwertee handeln. Anschließend werde ich versuchen, die 3 Webseiten miteinander zu vergleichen.
Vielen Dank für’s Lesen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit 🙂

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Quellen:

Hettler, U. (2010) Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, Sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0. München: Oldenbourg

Spreadshirt (o. J.) Geld verdienen mit Spreadshirt. Zugriff am 10.01.2014. Verfügbar unter http://www.spreadshirt.de/hilfe-C1328/categoryId/277/articleId/1336.

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Julian Knapp vom 08.01.2014, geführt vom Verfasser

Facebooklet (2011) Spreadshirt kündigt kostenlose Shop-Anwendung an. Zugriff am 13.01.2014. Verfügbar unter http://facebooklet.de/2011/10/spreadshirt-kundigt-kostenlose-shop-anwendung-an/

T-Shirts selbst gestalten.

Egal, ob für die eigene Fußball-Mannschaft, den Jungesellinnenabschied der besten Freundin oder einfach nur als witziges Geburtstagsgeschenk. Das selbst gestaltete T-Shirt ist in vielen Lebenslagen gewünscht und erklärt vermutlich auch den Erfolg der vielen Onlineshops dieser Art.

Die wohl bekannteste und auch als erste ihrer Art geltende  Website aus den USA ist Threadless.
In Deutschland ist Spreadshirt die passende Alternative dazu.
In meinen folgenden Beiträgen werde ich euch also diese beiden Seiten vorstellen und euch über Besonderheiten aufklären.
Um auch noch ein anderes Beispiel bezüglich der T-Shirt-Gestaltung mit einzubringen, werde ich auch noch die Seite Qwertee  mit betrachten. Grund dafür ist, dass ich diese Seite selbst schon genutzt habe und ich das dort verwendete Konzept besonders interessant finde.

Doch bevor ich mit meiner Analyse beginne, würde ich von euch gerne wissen, ob ihr eine der drei genannten Webseiten bereits besucht habt, auch selbst designt habt oder ob ihr solche Seiten gar nicht kennt.
Unbenannt

Vielen Dank für’s Mitmachen bei der Umfrage.
Bin gespannt auf das Ergebnis. 🙂

Ein weiteres Beispiel: Tchibo-ideas.de

Hallo zurück.
Wie versprochen werde ich euch heute eine weitere Crowdcreation-Plattform vorstellen. Und zwar geht es dabei um die deutsche Seite tchibo-ideas.de.

In dem Buch Dezentrales Marketing und Crowdsourcing von Hans-Jürgen Borchardt (2012) findet man folgende Informationen über diese Plattform:
Bei Tchibo ideas werden Open Innovators* aller Art gesucht, denn es gibt keinerlei Vorgaben. Jeder registrierte Teilnehmer kann Vorschläge, Ideen und eigene Entwürfe einbringen und auch die der anderen Community-Mitglieder kommentieren und bewerten.
Tchibo ideas selbst gibt an, dass sie eine Plattform für innovative Köpfe seien, die neuen Produktideen gemeinsam mit der Community entwickeln und vorantreiben wollen. Es geht darum, dass Alltagsprobleme gelöst werden sollen und diese kennt die Crowd am besten. Somit kann jeder mitmachen, mitreden und mitbestimmen. Getreu dem Motto:“Gemeinsam gedacht, besser gemacht!“ (Borchardt, 2012, S.99).
–> Der aktuelle Slogan der Seite ist allerdings: „Mitmachen. Mitreden. Mitgestalten.“ (tchibo ideas, 2013)
Tchibo ideas unterscheidet sich jedoch mit ihrer Open Innovation Plattform von allen anderen „Ideen-Plattformen“, da sie die Ideenfindung nicht nur die eigene Produktpalette beschränkt und jedes Mitglied Erfinder, Weiterentwickler und auch Jury-Mitglied sein kann. Hier werden die Entwürfe öffentlich vorgestellt und in der Community diskutiert.
Die Nutzerzahlen dieser Seite beliefen sich im Februar 2012 auf ca. 10.300 und bis dahin wurden ca. 1.200 Aufgaben behandelt, ca. 700 Lösungen erarbeitet, ca. 8.500 Kommentare getätigt, ca. 180 Sieger gekürt und 19 Produkt produziert (Borchardt, 2012, S.120).

UND JETZT DER RELAUNCH . . .

Screenshot Tchibo ideas(Bildquelle: Startseite von Tchibo ideas | tchibo-ideas.de | aufgerufen am 24.12.2013)

Im Herbst diesen Jahres hat die Seite auch einen grafischen Relaunch durchlebt und zusätzlich Features (Newsletter) und Aktionen (Workshops und Produkttests) hinzugefügt. Dabei haben die Macher der Seite auch ihr Konzept ein wenig verändert.

Der positive Aspekt, der auch von Borchardt angesprochen wurde, dass die Nutzer nicht nur Produktideen einreichen können, sonder auch an dem Entwicklungsprozess der Ideen mit beteiligt sind, fällt seit dem 7. Oktober 2013 weg. Die Ideen der User werden nicht mehr auf der Plattform veröffentlicht, somit kann auch keine öffentliche Diskussion mehr stattfinden. Der Austausch soll zukünftig im Rahmen der neu geplanten Aktionen wie Workshops, Produkttests, Umfragen und Votings sowie in direktem Dialog mit Tchibo ideas selbst stattfinden. Die Macher hinter der Plattform sind dennoch optimistisch, dass auch diese konzeptionelle Veränderung bei der Community Anklang findet.
Genaueres dazu könnt ihr in dem Interview mit Dr. Wolfgang Merkle, Director Consumer & Brand, erfahren oder auch auf der Unterseite ‚http://www.tchibo-ideas.de/das-konzept/‚.

Der Ablauf der Ideeneinreichung ist hier einmal kurz ähnlich wie auch auf der Website (tchibo ideas, 2013) skizziert:

  1. Designidee einreichen –> User
  2. Designidee prüfen –> Tchibo
  3. Lizenzvertrag abschließen –> User und Tchibo
  4. Produktion und Vermarktung –> Tchibo

Eine aktuell laufende Aktion von tchibo ideas ist das Tchibo ‚Mein privater Kaffee‘ Weihnachtsvoting. Hierbei konnten die User abstimmen, welcher Kaffeegeschmack und welches Weihnachtsetikett sie favorisieren. Das Ergebnis dieser Abstimmung liegt mittlerweile vor und man kann sich aber immer noch seinen eigenen Kaffee zusammenmischen, die Verpackung auswählen und diesen auch noch mit persönlichen Worten versehen. Laut Tchibo ideas (2013) ein ideales Weihnachtsgeschenk.
Bis heute (24.12.2013) wurden bereits 23 Produkte erfolgreich umgesetzt, davon sind derzeit noch 5 Artikel bestellbar.

Über Erfolgsfaktoren möchte ich mich derzeit bezüglich dieser Seite noch nicht äußern, da sie mit dem neuen Konzept erst seit ca. 3 Monaten online ist und somit erstmal abzuwarten ist, ob diese Veränderung bei der Crowd gut ankommt oder sie die Erneuerung eher ablehnen.

Weitere Informationen rund um Tchibo ideas findet ihr auf der Seite tchibo-ideas.de selbst oder auch auf dem Blog von meiner Kommilitonin Tanja Mantel.

Vielen Dank für’s Lesen.
Frohe Weihnachten euch allen.

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* Open Innovation meint die Öffnung von Innovationsprozessen für andere Stakeholder – i.d.R. den Kunde (Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/open-innovation.html; abgerufen am 23.12.2013)

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
tchibo ideas, (2013) http://www.tchibo-ideas.de/ (abgerufen am 24.12.2013)