Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele

Hallo und herzlich Willkommen zurück.
Heute werde ich damit beginnen die Arbeit auf diesem Blog zu beenden.
Im ersten Teil dieser Abschlussbetrachtung möchte ich noch einmal meine aufgezeigten Beispiele und den dazugehörigen Analyseverlauf reflektieren und dabei auch die einzelnen Projekte und Plattformen miteinander vergleichen.

Allgemein lässt sich erst einmal festhalten, dass meine inhaltliche Struktur bei der Präsentation der Beispiele mit der Zeit immer übersichtlicher wurde. Bei meinen erst genannten Beispielen hatte ich noch keine feste Analysestruktur im Kopf, weshalb diese noch die wichtigen Informationen im Fließtext ohne Unterpunkte enthalten. Letztendlich kristallisierten sich dann aber folgende Unterkategorien heraus: Ich habe erst immer Allgemeines zu dem Projekt oder der Plattform beschrieben, bin anschließend auf das dort vorherrschende Konzept eingegangen (manchmal anhand eines Fallbeispieles) und habe mich dann der digitalen Kommunikation des Projektinitiators bzw. des Plattformbetreibers gewidmet. Abgeschlossen habe ich die Betrachtungen mit einem kleinen Fazit und den Erfolgsfaktoren des Projekts/der Plattform.

Mit meinem letzten Satz wird bereits deutlich, dass ich einmalige Crowdcreation-Projekte untersucht habe, wie auch Plattformen, deren Tagesgeschäft Crowdcreation (kurz CC) ist. Meine gesammelten Analyseergebnisse (siehe Ergebnisse) habe ich für beide Fälle angegeben, da es wenig Sinn macht, diese getrennt voneinander zu betrachten.
Ich habe bereits im Verlauf der Analyse zwei zusammenfassende Einträge bezüglich der Beispiele veröffentlicht. Zum einen habe ich meine Betrachtungsreihe der Produktgestaltungs-Plattformen mit einem vergleichenden Beitrag beendet (siehe Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee) und in meinem Zwischenfazit bin ich bereits auf meine bisherigen Beispiele und die resultierenden Erfolgsfaktoren eingegangen (siehe dazu: Zwischenfazit).

Letzendlich habe ich auf diesem Blog insgesamt 10 Beispiele für Crowdcreation vorgestellt. Jedes einzelne Beispiel war auf seine ganz eigene Art und Weise besonders und hat sich von allen anderen Beispielen unterschieden (genaueres dazu: siehe unten). Hier einmal eine Auflistung der Beispiele:

  1. iStockphoto
  2. Tchibo ideas
  3. Threadless
  4. Spreadshirt
  5. Qwertee
  6. Pril
  7. BECK’s
  8. 12designer
  9. unserAller
  10. BILLY BOY

Von diesen Zehn handelt es sich bei 3 Fällen (Pril, BECK’s & BILLY BOY) um einmalige Kampagnen und die anderen 7 Beispiele stellen Plattformen dar, die täglich mit der Crowd zusammenarbeiten. Bei den hier vorgestellten Unternehmen handelt es sich um 7 deutsche Firmen, 2 amerikanische und ein Unternehmen aus Irland. Von diesen 10 sind aber nur 7 europa- oder weltweit aktiv. Aktiv meint in diesem Zusammenhang jedoch nicht zwangsläufig, dass ihre CC-Projekte europa- bzw. weltweit laufen, sondern lediglich das das Gesamtunternehmen so agiert.
Doch schauen wir uns jetzt einmal an, was die einzelnen Beispiele unterscheidet und wie die jeweiligen Unternehmen ihre digitale Kommunikation handhaben.

Die großen Unterschiede der Konzepte
Punkte, in denen sich all diese Beispiele bezüglich der Konzepte voneinander unterscheiden, sind beispielsweise die angesprochenen Zielgruppen oder die Vergütung der Gewinner.
Bei den Zielgruppen ließen sich Personengruppen finden, wie Fotografen, (Sport-)Vereine, Nerds, Unternehmen oder einfach nur junge Kreative. Die Vergütung der Crowdcreation-Gewinner waren zwar meistens monetärer Art, doch auch Prestige und materielle Entlohnungen waren bei den Beispielen vorhanden.
Auffällig war auch, dass einige Initiatoren oder Plattformen-Betreiber ganz offen mit ihren bisherigen Nutzerzahlen, Anzahlen der Einsendung etc. umgehen/umgingen und andere keine dieser Werte der Crowd bekannt geben wollen.

Die digitale Kommunikation im Vergleich

  • genutzte Social Media-Kanäle

Facebook, als der beliebteste Social Media-Kanal, wurde von 9 von 10 der Initiatoren für die Kommunikation mit der Crowd genutzt. Die einzige Plattform, die Facebook nicht genutzt hat, ist Tchibo ideas. Diese Webseite ist allerdings auch die einzige Seite, die gar keine Social Media-Kanäle nutzt.
Twitter wird von den genannten Beispielen am zweithäufigsten genutzt (6 von 10). YouTube wurde immerhin noch von der Hälfte genutzt und Google+ von 4 der 10 Initiatoren. Da die Kommunikation über Google+ aber bei dem Großteil der vier erwähnten Beispiel eingeschlafen ist bzw. keine Interaktion mit der Crowd stattfindet, ist dieser Kanal zu vernachlässigen.
Bei den 3 Beispielen für die Produktgestaltung (Threadless, Spreadshirt und Qwertee) ist diesbezüglich auffällig gewesen, dass diese Drei noch weitere Social Media-Kanäle bedienen. Sie sind auch auf Pinterest, Flickr, Tumblr, Instagram oder Vimeo vertreten. Bei dieser Art von Crowdcreation scheint die bildliche Darstellung der eingereichten Shirts u.ä. besonders gut bei der Crowd anzukommen. Threadless stellt hierbei mit 7 genutzten Social Media-Kanälen den Spitzenreiter dar. Im Schnitt nutzen die Initiatoren allerdings nur 3,2 solcher Kanäle.

Die Häufig- und Regelmäßigkeit der Postings auf den einzelnen Social Media-Plattformen unterscheidet sich ebenfalls stark. Bei CC-Plattformen, die täglich neue Einsendungen von der Crowd erhalten und somit recht schnelllebige Projekte betreuen (bpsw. die Plattformen zur Produktgestaltung), ist auch das Postingverhalten auf Facebook an diesen Umstand angepasst. Somit wird auch hier täglich mit der Crowd interagiert, sie über neue Challenges, Designs etc. informiert.
Bei etwas längerfristigen Projekten werden auch die Zeitabstände der veröffentlichten Beiträge größer.

Besonders auffällig waren hierbei BECK’s und BILLY BOY. Obwohl es sich bei den beiden genannten Fällen um Einzelprojekte handelt, welche über mehrere Wochen liefen, fallen die Abstände der Postings bei BECK’s ähnlich aus, wie auch bei den Plattformen zur Produktgestaltung. Auch dieses Brauerei-Unternehmen interagiert nahezu täglich mit der Crowd, auch wenn es dabei nicht immer um die Kampagne ging. Bei BILLY BOY waren unerwartet gar keine werbenden Beiträge zu ihrem CC-Projekt zu finden. Lediglich ein paar Einsendungen wurden vorgestellt.

Um euch mal einen kleinen Überblick über den ‚Erfolg‘ der einzelnen Projekte auf der meistgenutzten Social-Media-Plattform Facebook zu ermöglichen, folgt hier einmal eine grafische Darstellung der Likes. Wie bereits erwähnt, gibt es keine Facebook-Seite von Tchibo ideas, weshalb diese Plattform in der Grafik nicht erscheint. Um die Werte auch besser miteinander vergleichen zu können, habe ich alle Zahlen noch einmal nachrecherchiert (alle Quellenangaben dazu: siehe unten).
LikesFB

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Gründe, weshalb Threadless so überdurchschnittlich gut abschneidet, sind vermutlich, dass es sich bei dieser Plattform um ein amerikanisches Unternehmen handelt, welches weltweit agiert. Die Zielgruppe ist sehr groß, sodass praktische ‚jedermann‘ auf Threadless mitmachen kann. Außerdem bedienen sie die meisten Kommunikationskanäle und interagieren dort täglich mit ihrer Community. Dabei muss man aber auch bedenken, dass Threadless mit zu den ersten Plattformen gehört, die überhaupt in dieser Art und Weise mit der Crowd zusammenarbeiten. Diese Plattform kann somit als Vorreiter für viele andere gesehen werden.

  • andere Kommunikationskanäle

Weitere Kanäle, die häufig genutzt werden, um mit der Crowd zu interagieren oder diese über das Projekt zu informieren sind Newsletter (4/10) oder Blogs (6/10) auf den Projektwebseiten/Plattformen. Ein Initiator nutze auch ein Forum, trotz vorhandenem Blog. Ein Kommunikationskanal, der mich persönlich sehr überrascht hat, war der Live-Chat vom 12designer-Team. Ein solches Tool ist aufgrund seiner unverzögerten Ansprache der Kunden oder Kreativen sehr aufwendig zu betreiben, hat jedoch auch den Vorteil, Probleme unmittelbar zu beheben und somit die Zufriedenheit der Nutzer hoch zu halten.

Und nun der Erfolg ?!

Ich habe mir viele Gedanken darum gemacht, ob nun letztendlich alle meine vorgestellten Projekte (außer das Negativ-Beispiel Pril) erfolgreich waren bzw. immer noch sind. Um mir einmal einen Überblick zu verschaffen, habe ich alle meine herausgearbeiteten Do’s und zusätzlichen Erfolgsfaktoren bezüglich der Projekte/Plattformen betrachtet. Dabei ist eine Tabelle entstanden, die ihr im Folgenden sehen könnt. Ich sage jedoch schon vorweg, dass es mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, die einzelnen Faktoren auf  die 10 unterschiedlichen Projekte und Plattformen anzuwenden, da sie sich – wie mehrfach erwähnt – so stark voneinander  unterscheiden. Eine unterhalb der Tabelle angelegte Legende soll das Lesen dieser Darstellung vereinfachen.

 VergleichAllerBSPs

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Nach dieser Einteilung erhält unserAller die meisten grünen Punkte, dicht gefolgt von Threadless. Und wie zu erwarten bekommt Pril die meisten roten Punkte. Ein Grund dafür, dass die anfänglich betrachteten Plattformen und Projekte nur recht durchschnittlich abschneiden, kann allerdings auch sein, dass ich mich zu Beginn meiner Analysephase mit bestimmten Aspekten der Webseiten bzw. der Konzepte und der digitalen Kommunikation nicht so detailliert befasst habe, wie ich es bei den späteren Beispielen tat.
Die vermutlich erfolgreichste Plattform bei meiner Analyse ist Threadless. Nicht nur bei der tabellarischen Betrachtung schneidet diese Seite sehr gut ab, sondern auch, wenn man die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der eingereichten Entwürfe betrachtet, wird der Erfolg dieser Plattform deutlich. Diese Seite besitzt über eine Million Nutzer und verzeichnet mittlerweile mehr als 225.000 Designs (vgl. vorherigen Beitrag zu Threadless) und außerdem haben sie die meisten Likes auf Facebook und bedienen die meisten Kommunikationskanäle.
Die Plattform unserAller schneidet nicht ohne Grund bei meiner grafisch dargestellten Analyse so gut ab. Viele der genannten Erfolgsfaktoren werden von dieser Plattform umgesetzt. Allerdings ist diese Webseite vermutlich noch zu unbekannt und ist noch nicht lang genug am Markt etabliert, um sich mit einem „Urgestein“ wie Threadless wirklich messen zu können. Ähnliche sehe ich es auch bei anderen Projekten, die wahrscheinlich noch nicht genug Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen können. Doch auch allen Neulingen stehen noch alle Erfolgschancen offen. Die Plattform Qwertee gehört beispielsweise auch zu den jüngeren Initiatoren und ist dafür aber schon ausgesprochen beliebt.
Ich persönlich denke, dass all die von mir betrachten Beispiele noch die Möglichkeit haben, ihre Crowd auszuweiten und den Erfolg ihrer Unternehmung zu steigern – dafür sprechen beispielsweise auch die bereits in den paar Wochen veränderten Nutzerzahlen und Likes, die sich seit meiner Erstbetrachtung gestiegen sind (bspw. 12designer). Und selbst Pril könnte nochmal einen neuen Versuch wagen und ein neues CC-Projekt starten. Dank meiner Analyse ist die Gestaltung eines erfolgreichen Projekts jetzt ja auch ganz einfach 😉

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Quellen:
12designer (2014). Facebookseite von 12designer, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
BECK’s (2014) Facebookseite von BECK’s, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de?fref=ts
BILLY BOY (2014) Facebookseite von BILLY BOY, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline?fref=ts
iStockphoto (2014) Facebookseite von iStock, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/istock.deutschland?fref=ts
Pril (2014) Facebookseite von Pril, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/PrilMENA
Qwertee (2014) Facebookseite von Qwertee, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts
Spreadshirt (2014) Facebookseite von Spreadshirt, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/spreadshirt
Threadless (2014) Facebookseite von Threadless, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/threadless?fref=ts
unserAller (2014) Facebookseite von unserAller, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews

Halli Hallo.
Wie in meinem letzten Beitrag angemerkt, habe ich mich mit zwei Teilnehmern der Hot Spots-Kampagne von BILLY BOY in Verbindung gesetzt.
J. Schröder, ein Studierender aus Ilmenau und der Hamburger J. Vagt haben sich dazu bereit erklärt, mir ein paar Fragen bezüglich des Wettbewerbs zu beantworten. Beide Video-Produzenten haben den selben Fragenkatalog erhalten. Die interessantesten Antworten möchte ich euch gerne einmal vorstellen.
Im folgenden wird J.Schröder mit JS abgekürzt und J. Vagt mit JV.

Wie bist du auf diese Kampagne aufmerksam geworden?

JS: „Uhhh, das weiß ich nicht mehr… Uni-interne Mail glaube ich.“

JV: „Ich war auf dem Deichbrand Festival und dort sind 2 „Promoter“ lang gelaufen und haben ein  Gewinnspiel angeboten. Man musste nur ein Video von sich machen, wo ein Produkt von Billy Boy beworben wird.“

Warum hast du dich dazu entschieden mitzumachen?

JS: „TV-Werbung hat mich schon immer interessiert. Mit einem Freund zusammen entstand die Idee und in meinem Studium lernt man nichts praxis-relevantes. Außerdem hat man genug Zeit für andere Dinge und so stand der Umsetzung nichts im Wege.“

JV: „Zum Einem konnte ich etwas gewinnen und zum Anderen gab es schon gleich eine „Belohnung“ in Form von Werbegeschenken fürs mitmachen.“

Wie groß war der Aufwand für dieses Projekt?

JS: „Die Konzeptentwicklung entstand bei einigen Bieren nebenbei und war mehr Spaß als Aufwand. Wir haben an einem Wochenende zwei Tage gedreht und wurden dabei tatkräftig von bekannten und Freunden unterstützt. Die Postproduktion hat noch einmal zwei Tage gedauert. Für Menschen mit mehr praktischer Erfahrung wäre es bestimmt schneller umsetzbar gewesen.“

JV: „Es wurden von den beiden [Promotern] Requisiten zur Verfügung gestellt. sodass ich mir anhand eines kurzen Brainstormings eine „Story“ ausgedacht habe. Nach nur 2-3 Aufnahmen war das Ding im Kasten.“

In welcher Art und Weise hast du mit der Marke BILLY BOY kommuniziert?

JS: „Zunächst gar nicht. Bis auf die Anmeldung. Dann noch eine Beschwerde, weil die Entscheidung so lange gedauert hat.“

JV: „Ich wurde wie gesagt von den Promotern angesprochen und habe mit denen direkt vor Ort gesprochen. Weiteren Kontakt gab es eigentlich nicht. Als mein Video später online gestellt wurde habe ich noch kurz eine E-Mail zur Kenntnis bekommen aber das war es auch an Kommunikation.“

Wie hast du den Kampagnen-Verlauf empfunden? Hast du viele Informationen zu dem aktuellen Stand der Kampagne erhalten?

JS: „Nein keine. Bis auf die Spots habe ich nichts davon mitbekommen.“

JV: „Ich fühlte mich ziemlich allein gelassen. Es gab im weiteren Verlauf keine „Wasserstandsmeldung“ oder ähnliches. Ich kann noch nicht mal mit 100%iger Sicherheit sagen ob die Kampagne noch läuft oder wer das Gewinnspiel gewonnen hat und was aus meinem Clip wurde. So wie es aussieht ist es noch online.“

Hattest du Social Media-Kanäle (Faceboook, Twitter, YouTube) von BILLY BOY abonniert? Oder hast du sie anschließend abonniert?

JS: „Nein habe ich nicht.“

JV: „nein, nein und nein.“

Welche Rolle hat für dich das beworbene Produkt gespielt? Hättest du ebenfalls bei einer Kampagne mitgemacht, die ein im Vergleich zu Kondomen langweiligeres Produkt beworben hätte (bspw. Gehhilfen, Hörgeräte o.ä.)?

JS: „Ich glaube, jedes Produkt, das im Einzelhandel erhältlich ist eignet sich für so eine Kampagne. Ob Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc. ist dabei egal. Um so kleiner und spezieller die Zielgruppe, desto weniger Relevanz hat die Thematik, aber um so interessanter kann die zu entwickelnde Kommunikation werden.“

JV: „Ich wollte quasi ja nur die „Belohnung“ haben. Gehilfen, Hörgeräte bei diesen Produkten hätte ich mich nicht „zum Affen“ gemacht. Aber bei anderen „langweiligen“ Dingen die man auf einem Festival benötigen kann wie z.B. Zahnpasta, Sonnencreme usw. wäre ich wieder dabei gewesen.“

Würdest du bei einem ähnlichen Projekt wieder mitmachen?

JS: Ja würde ich. Die Erfahrungswerte solcher Projekte sind unbezahlbar.“

JV: „[…] Ja ich würde wieder mitmachen wenn ein Nutzenfaktor für mich oder ein soziales Projekt dahinter steckt.“

Interessant bei diesen beiden Befragten finde ich vor allem, dass sie auch ganz unterschiedlichen Gründen und auch in vollkommen unterschiedlichen Situationen sich dazu entschieden haben, teilzunehmen. Bei JV handelt es sich eher um eine spontane „Schnapsidee“ und bei JS stellt es eher ein Projekt zur Weiterbildung eigener Interessen dar. Dieses wird auch bei der Frage nach dem Aufwand sehr schön deutlich. Bei JV hat der gesamte Entstehungsprozess ein paar Minuten gedauert und bei JS wurde nur die Umsetzung auf ein ganzes Wochenende gelegt. Dies zeigt auch deutlich, dass beide mit einem abweichenden Grad der Professionalisierung an die Kampagne herangetreten sind.
Auffällig war jedoch, dass bei beiden Teilnehmern die Antworten bezüglich der Kommunikation mit BILLY BOY recht negativ ausfallen.  Obwohl beide in ganz unterschiedlichen Kontexten mit dem Projekt in Berührung gekommen sind, hat keiner von ihnen einen Social Media-Kanal von BILLY BOY abonniert. Weshalb ich auch keine weiteren Antworten bezüglich der dort stattfindenden Kommunikation erhalten konnte.
Als sehr positiv habe ich jedoch die Antworten auf die letzten beiden Fragen empfunden. Beide Teilnehmern wären wieder bereit bei einem ähnlichen Projekt mitzumachen. Dies zeigt, wie ich finde, deutlich, wie hoch die Bereitschaft der Crowd ist bei Crwodcreation-Projekten mitzumachen – egal in welchen Situation, egal mit welchem Know-How. Die Sache hat den Teilnehmern Spaß gemacht und das scheint wesentlich größerer Motivator zu sein, als hohe Preisgelder.
Den Clip von JS habe ich euch in dem vorherigen Beitrag bereits als Link eingebunden (‚Immer das richtige dabei‘). JV hat darum gebeten, sein Video nicht hier auf dem Blog zu veröffentlichen.

Ich danke beiden Teilnehmern für ihre Zeit und die unkomplizierte Beantwortung der Fragen.
In meinem nächsten Eintrag werde ich damit beginnen, meine Analyse von Crowdcreation-Projekten zu beenden, indem ich meine hier präsentierten Beispiele und Ergebnisse noch einmal reflektiere.

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Quellen:

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jochen Vagt vom 24.02.2014, geführt vom Verfasser
Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jan Schröder vom 25.02.2014, geführt vom Verfasser

BILLY BOY: Hot Spots

Hallo zurück.
Heute werde ich das letzte Beispiel für ein Crowdcreation-Projekt vorstellen und dabei soll es um die Kampagne Hot Spots von BILLY BOY gehen.

Allgemeines

BILLY BOY ist ein bekannter Kondom- und Gleitgel-Hersteller, welcher von der Firma MAPA GmbH vertrieben wird. Und dieses Unternehmen sitzt in Zeven (Niedersachsen).
Neben Kondomen in unterschiedlichen Farb- und Geschmacksrichtungen stellen sie auch Energy-Drinks, Gleitgel und weitere Fun Toys her.

Ich selbst habe auch schon bei der MAPA GmbH gearbeitet, da Zeven nur einige Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegt. Nach meinem Abitur habe ich mir dort für ca. 9 Wochen ein wenig Geld dazu verdient. Jedoch war ich leider nicht für die BILLY BOY-Abteilung eingeteilt 😉
So, aber nun weniger von mir und mehr von der Kampagne …

Die Kampagne

2011 rief BILLY BOY im Rahmen ihrer Hot Spots-Kampagne dazu auf, ein (max.) 60-sekündigen Videospot zu drehen, welcher „neue Ideen, Freiheitsgefühl, Sicherheit und Spaß“ mit dem Produkt vermitteln sollte (vgl. Deutsche Post AG, 2011). Beworben werden sollten dabei die Produktlinie BILLY BOY B² und das BILLY BOY Gleitgel. Dabei war es auch erlaubt die Produkteigenschaften im übertragenen Sinne darzustellen (vgl. MAPA GmbH, 2011).
Es waren also kreative Vorschläge erwünscht und es sollten keine pornografischen Inhalte im Mittelpunkt stehen. Dennoch war hier ein Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme erforderlich.
Die besten drei Videos wurden dabei mit 5000, 1500 und 1000 EUR prämiert und der Einsendeschluss war (letztendlich) der 31.10.2011(vgl. ebd.).

Bei diesem Projekt wurden die gedrehten Videos zwar durch die Crowd bewertet (Vergabe von max. 10 Sternen) und sie wurde sogar dazu aufgerufen die Videos über soziale Netzwerke zu verbreiten, allerdings hat letztendlich eine Fachjury über die Wettbewerbssieger entschieden (vgl. Deutsche Post AG, 2011 und MAPA GmbH, 2011).

Alle eingereichten Videos könnt ihr euch unter folgendem Link einmal anschauen: BILLY BOY Hot Spots.

Der Umfang der eingereichten Videos war allerdings zur eigentlichen Deadline nicht zufriedenstellend, weshalb die Kampagne verlängert wurde. Letztendlich wurden allerdings 77 Videos eingereicht und der Clip „Und dann kam Billy“ gewann den Wettbewerb (vgl. Deutsche Post AG, 2011).

Hier könnt ihr den Gewinnerspot einmal sehen:


(Quelle: BILLYBOYOnline, Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=1PvofZYZhqQ)

Es gab dabei auch zwei Einreichung aus Ilmenau. Diese haben leider nicht gewonnen, aber doch an unserer Uni gewisses Aufsehen erregt. Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, hier einmal die Links: Immer das Richtige dabei + Comfort Drive.

Auch meine norddeutschen Freunde waren bei dieser Kampagne sehr aktiv, sodass es viele Einreichungen aus Hamburg und Umgebung gab. Bei meinen Recherchen bin ich dann drauf gestoßen, dass auch ein alter Schulkollege von mir bei dieser Kampagne mitgemacht hat. Ich habe mich einmal mit diesem in Verbindung gesetzt und werde ihm und auch einem der ilmenauer Produzenten ein paar Fragen bezüglich der Hot Spots-Kampagne stellen. Die Antworten, werdet ihr dann demnächst auch auf meinem Blog lesen können 😉

Laut dem Direkt+Portal der Deutschen Post AG (2011) zählt dieser Wettbewerb zu einem der aufwendigsten seiner Art, da dieser eine vollständige Videoproduktion mit Scripterstellung, Dreh, Post-Produktion und Mastering beinhaltet (Mastering meint hier die Endbearbeitung von Tonaufnahmen).

Digitale Kommunikation

Integrierter Blog
Auf der Startseite der Webseite zu der Kampagne von BILLY BOY gibt es eine Art integrierten Blog. Dort wurde die Crowd mit neuen Informationen rund um die Kampagne versorgt. Aktuell sind dort noch sechs Einträge verzeichnet. So wurde zu Beginn des Projektes ein Eintrag geschrieben und zwei während die Kampagne lief. Anschließend wurde das Ende eingeläutet und die Community wurde auf den verlängerten Einsendeschluss aufmerksam gemacht. Die letzen beiden Einträge handeln von der Jury. Erst wurde bekannt gegeben, dass diese sich jetzt an die Arbeit mache und der letzte Eintrag nennt die 3 glücklichen Gewinner.
Auffällig bei diesen Einträgen ist, dass sie meist recht kurz gehalten sind und wirklich nur die wichtigsten Informationen beinhalten. Die verwendete Sprache ist sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

YouTube
Den deutschen YouTube-Kanal von BILLY BOY haben 132 Personen abonniert und dieser wurde bereits 135.094 Mal aufgerufen. Seit Februar 2011 ist BILLY BOY dort aktiv und hat mittlerweile über 50 Videos veröffentlicht. Allerdings sind diese nicht alle aus eigener Produktion entstanden, sonder einige sind einfach auch nur zum Produkt passend (bspw. Gib Aids keine Chance). Dort haben sie auch eine Playlist zu der Kampagne Hot Spots eingerichtet. Diese enthält allerdings nur 21 Videos.

Zusätzlich gibt es noch einen Kanal für den Markt in Portugal. Dort sind 7 Videos einzusehen, aber diese sind alle aus dem Jahr 2012.

Facebook
Auf diese Social Networking Site besitzt BILLY BOY 25.937 Likes und 129 Personen sprechen über sie. Außerdem geben 139 Menschen an bereits dort (vermutlich die Fabrik in Zeven)  gewesen zu sein und bei dem Sterne-Rating bekommen sie 3,3 von 5 Sternen. (BILLY BOY 2014, Zahlen vom 24.02.2014).
Sie selbst geben auf ihrer Facebook-Seite an, dass sie regelmäßig interessante News, Unterhaltung & Gewinnspiele hier veröffentlichen (vgl. ebd). Dieses kann ich zwar bestätigen, jedoch wird auch viel Werbung für eigene Produkte betrieben. Auffällig ist auch, dass BILLY BOY versucht mit der Crowd zu interagieren indem sie ihnen Fragen stellt (bspw. ‚ „Schatz“ ist der beliebteste Kosename in Deutschland. Seid ihr kreativer? Welche Kosenamen fallen euch noch ein?‘).
Die nachfolgenden Abbildung zeigt all die eben genannten Werte einmal auf:

BB_Facebook

(Bildquelle: BILLY BOY 2014)

Die Kommunikation auf Facebook findet auch recht regelmäßig statt, sodass ca. alle 2-3 Tage etwas neues gepostet wird. Auch die Interaktion ist relativ hoch, da es keine Beiträge ohne Likes und Kommentare gibt. Die Likes und Anzahlen der Kommentare variieren sehr stark, jedoch ist auffällig, dass Gewinnspiele besonders viel Resonanz einbringen (mehrere Hundert Likes). 

Und was findet gab es zur Hot Spots-Kampagne auf Facebook?

Kurz und knapp – nicht viel. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 6 Einträge aufzufinden, die sich mit der Kampagne befassen und alle 6 sind eingereichte Videos. Es lässt sich kein Beitrag finden, der die Aktion bewirbt oder ähnliche Informationen preisgibt, wie der Blog.
Auch bei den ‚Life Events‘ von 2011 lässt sich nichts zur Hot Spots-Kampagne finden.

Twitter
Hier besitzen sie 32 Follower und haben bisher 144 Tweets geschrieben (Werte vom 24.02.2014). Der letzte dort getätigte Eintrag von BILLY BOY ist allerdings vom Mai 2012. Also wurde die digitale Kommunikation mit Crowd an dieser Seite scheinbar abgebrochen.
In Inhalte hier sind aber ähnlich derer von Facebook. Allerdings werden hier auch mal Inhalte anderer Twitter-Nutzer/innen geretweetet.
UND hier gibt es Einträge zu der Kampagne. Es wurden Tweets gepostet, die auf die Kampagne aufmerksam machten, angaben, dass der Einsendeschluss verlängert wurde oder von vielen LastMinute-Einreichungen berichteten (vgl. BILLY BOY, 2012).

Google+
Auf Google+ ist BILLY BOY in Kreisen von 7 Personen, wobei nur 3 davon wirklich reale Menschen und keine Unternehmen darstellen.
Die Inhalte sind ähnlich denen von Facebook. Viele Beiträge sind sogar identisch, nur das auf Facebook noch zusätzliche Beiträge zu einer Thematik veröffentlicht werden.
Grund dafür kann allerdings auch sein, dass über Google+ keinerlei Resonanz der Crowd kommt. Was bei nur 3 Personen aber auch kaum verwunderlich ist (vgl. MAPA GmbH 2014).
Einträge zu der Kampagne kann es hier nicht geben, da diese Plattform erst seit Juni 2013 gibt.

Allerdings besitzen sie hier auch ein Profil für den englischen Markt – BILLY BOY UK. Hier hat das Unternehmen immerhin +8 erhalten und ebenfalls 7 Personen in seinen Kreisen. Jedoch ist hier der letzte Eintrag aus dem April 2013.

Fazit
Bezüglich der digitalen Kommunikation lässt sich festhalten, dass Facebook auch für diese Kampagne der Kanal ist, der am stärksten bedient wird. Da es sich bei dem Projekt Hot Spots um einen Video-Wettbewerb handelt, ist auch YouTube von BILLY BOY gut mit eingesetzt worden. Die 2 anderen Social Media-Kanäle Google+ und Twitter spielen in der digitalen Kommunikation von BILLY BOY keine große Rolle. Auf beiden Kanälen fand / findet praktisch keine Interaktion mit der Community statt.

Abschließend lässt sich außerdem festhalten, dass dieses Projekt zwar ein Crowdsourcing-Projekt darstellt und die Crowd auch stark kreativ sein musste und es sich somit um ein Crowdcreation-Projekt handelt, allerdings denke ich, nicht im klassischen Sinne. Grund dafür ist, dass das ganze eher als Gewinnspiel aufgebaut war und auch mit dem Endprodukt nicht wirklich weitergearbeitet wurde. Jedenfalls sind keine weiterführenden Aktionen auffindbar. Möglicherweise diente diese Kampagne hauptsächlich Werbezwecken bzw. Zwecken der Imagepflege und der Ideengewinnung aus der Crowd. Ein richtiges Produkt sollte dabei nicht entstehen.

Erfolgsfaktoren
Auch hier erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* klar definiertes Konzept und klare Regeln wurden anfänglich kommuniziert
* Kampagne war auf die (junge) Zielgruppe ausgerichtet
* Inhalte der Website und Facebook als stärkstem Kanal haben sich nicht gedoppelt
* Verlängerung des Einsendeschlusses
* monetärer Gewinn für 3 Spots
* gutes Markenimage
* Produkt wird mit Spaß verbunden
* …

In meinem kommenden Eintrag werde ich dann auf die 2 schriftlichen Befragungen mit dem Ilmenauer Produzenten J. Schmidt und dem Hamburger J. Vagt eingehen.
Bis dahin ..

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Quellen:
Deutsche Post AG (2011) Mitmach-Marketing: Beispiele erfolgreicher Crowdsourcing-Kampagnen auf Direkt+. Das Onlineportal der Deutschen Post für Entscheider im Dialogmarketing. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.direktplus.de/praxistipps/mitmach-marketing-crowdsoucing/beispiele-erfolgreicher-crowdsourcing-kampagnen/
MAPA GmbH (2011) BILLY BOY Hot Spots – Aktionsvorstellung. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://hotspots.billyboy.de/index.php/home.html
MAPA GmbH (2014) BILLYBOYONLINE Google+. ZUgriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://plus.google.com/u/0/102826926524835418954/posts
BILLY BOY (2014) BILLY BOY Facebook-Seite. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline
BILLY BOY (2012) BILLY BOY Twitter-Page. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/BillyBoyOnline

unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

_________________

Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

_________
Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt & Qwertee

Hallo zurück.
Heute möchte ich euch nun abschließend zum Thema „Plattformen zur Produktgestaltung“ einen Vergleich der drei vorgestellten Plattformen präsentieren.
Ich vergleiche dabei die verwendeten Konzepte und setze den Schwerpunkt auf die geführte digitale Kommunikation. Abschließend zeige ich die Erfolgsfaktoren der Unternehmen noch einmal auf und fasse zusammen, wie man eine solche Plattform zur Produktgestaltung erfolgreich führen kann und was man bei der digitalen Kommunikation beachten sollte, oder auch besser vermeidet.

Beim Zusammenfassen der hier präsentierten Informationen ist mir bewusst geworden, dass ich bei meinen Darstellungen mit der Zeit immer präziser geworden bin, sodass ich einige Daten bezüglich der digitalen Kommunikation (besonders für Threadless) nachrecherchieren musste. Da der Zeitaufwand zu groß gewesen wäre, sind die Stände der Zahlen vom 17.01-20.01.2014. Einige Zahlen wurden dabei allerdings auch nach oben korrigiert, bspw. der Wert der Likes von der amerikanischen Facebook-Seite von Spreadshirt. Insbesondere bei den Angaben zu den Nutzerzahlen und Crowdaktivitäten (s.u.) betone ich, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe. Da ich keine Inhaltsanalyse aller Beiträge der untersuchten Unternehmen durchgeführt habe, kann es durchaus sein, dass einige Zahlen noch höher liegen, als sie in meinen Diagrammen angegeben werden. Es handelt sich bei meinen Darstellungen lediglich um Richtwerte, die die unterschiedlichen Aktivitäten der Communities und Erfolgszahlen der Plattformen veranschaulichen sollen.

Hier folgen nun die relevanten Vergleichskriterien:

Threadless

(Quelle: eigene Darstellung) Spreadshirt+Qwertee(Quelle: eigene Darstellung)

Da es kaum möglich war in dieser Tabelle auch noch auf die digitale Kommunikation einzugehen, folgen hier noch ein paar Diagramme zu den Nutzerzahlen auf Facebook (FB), Twitter und Google+. Ich habe die anderen Social-Media-Plattformen nicht mit betrachtet, da diese 3 Kanäle die einzigen waren, die auch bei allen 3 Crowdcreation-Plattformen vorhanden waren. Anschließend folgt noch eine Darstellung über die Aktivitäten der Crowd auf Facebook und Twitter, da diese Plattformen die zwei Meistgenutzten sind und gute Möglichkeiten bieten mit der Community zu interagieren.

Nutzerzahlen – Facebook

FB

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Twitter

twitter

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Google+

Google+

(Quelle: eigene Darstellung)

Aktivitäten der Community auf Facebook und Twitter

Crowdaktivitäten

(Quelle: eigene Darstellung)

Auffällig bei den Diagrammen ist, dass obwohl Threadless auf Facebook und Twitter eine größere Community hat, die Aktivitäten der Nutzer bei der jüngsten Plattform Qwertee am höchsten ausfallen. Dort scheinen die Designs bei der Crowd besser anzukommen und starke Zustimmung zu finden. Interessant ist auch, dass Qwertee die einzige Seite ist, die auch auf Google+ relativ erfolgreich arbeitet.

Wie kann man eine Plattform zur Produktgestaltung bzw. T-Shirt-Gestaltung nun erfolgreich betreiben? Und was sollte man bei der digitalen Kommunikation beachten bzw. vermeiden?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man ein klares Konzept hat und eng mit der den Kunden bzw. der Community zusammenarbeitet. Die User benötigen einen Plattform auf der sie sich austauschen können. Da dieses nicht so einfach in die eigenen Webseite integrierbar ist, bieten sich dafür die Social Media-Kanäle an. Auf den bekanntesten Plattformen, wie Facebook und Twitter, kann man so den Dialog zu den Kunden suchen und gleichzeitig beobachten, worüber die Crowd sich unterhält.
Da Qwertee in dieser Betrachtung so erfolgreich abschneidet, halte ich es noch für sinnvoll mit dem verwendeten Konzept eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen. Somit kann die Begeisterung der Community für Designentwürfe größer ausfallen und die Diskussionen sind interessanter. Als wichtig habe ich auch empfunden, dass die Crowd nahezu täglich mit neuen Designs oder News versorgt wird. Regelmäßige Posts erleichtern auch dem Nutzer das Verfolgen einer Crowdcreation-Plattform.
Abschließend möchte ich festhalten, dass sich ein paar der genannten Kriterien mit den 10 Regeln von Jeff Howe decken (bspw. 1. Pick the right Model und 2. Pick the right Crowd), somit dessen Anwendbarkeit unterstützen.
Diese Ergebnisse, wie auch alle weiteren werden sich auf der Unterseite „Ergebnisse“ wiederfinden.

Auf meine Umfrage aus dem allerersten Post zu der Thematik möchte ich nur kurz eingehen.
55,56% der Teilnehmer gaben an, dass sie eine der genannten Seiten (Spreadshirt, Threadless und Qwertee) kennen, aber sie noch nie einer dieser Seiten genutzt haben. Ein Drittel der Befragten kannte keiner dieser Seiten und 11.11% haben bereits ihr eigenes Design kreiert.
Da mir dieses Umfrage-Tool nicht anzeigt, wie hoch die Teilnehmerzahl tatsächlich war, möchte ich mich über mögliche Schlussfolgerungen zurückhalten. Anmerken möchte ich doch, dass mehr als die Hälfte noch nie ein eigenes Design kreiert haben oder die Seiten nicht mal kennen. Ich hoffe allerdings, dass meine Beiträge dazu den ein oder anderen neugierig gemacht haben und jemand vielleicht mal sein eigenes Design auf einer solchen Plattform einreicht.

In meinen folgenden Posts werde ich mich nun anderen Plattformen widmen und bin schon gespannt darauf, ob man auch hier diese Regeln wiederfindet.

Qwertee

Hallo zurück!
Heute widme ich mich der letzten Plattform zur Produktgestaltung, nämlich Qwertee.

Allgemeines

Diese eher unbekannte Website mit Sitz in Irland wurde laut ihrer eigenen Facebook-Seite 2010 gegründet (Qwertee, 2014a).
Neben ihrem Sitz in Dublin haben sie aber auch noch Versandstellen in Amerika und England (Qwertee, 2014b).

Bei meinen Recherchen zu dieser Plattform bin ich unter anderem auch auf den interessanten Blog „Premium-Format“ von Herrn Lauschert aufmerksam geworden, welcher zum Großteil Testberichte beinhaltet. Hier berichtet er auch über seine erste Erfahrung mit Qwertee und beurteilt unter anderem auch die Qualität der T-Shirts.
Da es sich bei dieser Plattform um eine noch eher unbekannte Seite handelt, die in der Literatur noch keine Beachtung findet, war es mir leider nicht möglich andere Quellen heranzuziehen, als die hier verwendeten (siehe unten).

Konzept

Das Konzept, welches Qwertee anwendet, ist ein wenig anders als die bisher vorgestellten.
Ähnlich, wie bei den bisher präsentierten Webseiten ist, dass man eigne Shirts mit coolen Design kreieren kann und die Community dann darüber bestimmten kann, wie gut ihnen die einzelnen Aufdrucke gefallen.

Als Einstieg hier ein Video von Qwertee, welches erklärt, was Qwertee ist und wie deren Konzept funktioniert:

Das Besondere an Qwertee ist nun, dass die kreierten Designs hier nur für zwei Tage verfügbar sind. Am ersten Tag, kann man das präsentierte Design für 10 € zzgl. Versand erhalten und am zweiten für 12 € plus Versand. Anschließend kann man das Shirt „nie wieder“ über diese Plattform bestellen. Ein Countdown auf der Startseite zeigt dabei für die Kunden deutlich an, wie lange sie noch die Möglichkeit haben, ein Shirt zu ergattern. Ab und an gibt es allerdings die Möglichkeit ein „unbekanntes“ Shirt zu bestellen, so kann man mit Glück doch ein Shirt ergattern, welches eigentlich schon gar nicht mehr bestellbar ist. Ab und an gibt es auch die Möglichkeit ein Shirt in unterschiedlichen Farben zu bestellen. Jedes Design ist aber immer als Mens- und Girlie-Shirt erhältlich. Der Designer wird neben dem beworbenen Shirt auch immer erwähnt, sodass man sich gleich dessen andere Designs anschauen kann und auch für diese voten kann. Für das Bewerten, wie auch das Kreieren von Designs ist ein Registrierung auf der Website notwendig.

Eine weitere Besonderheit hier ist, dass es ab und an auch zwei-sechs Designs gibt, die bestellbar sind, da nicht eindeutig ist, welches dieser Designs besser bei der Crowd ankommt – diese sind sich häufig im Design sehr ähnlich. Ein Beispiel dafür könnt ihr hier sehen:
Google+Qwertee

(Quelle: Beitrag bei Google+ von Qwertee auf der eigenen Seite vom 03.01.2014, Zugriff am 17.01.2014, Verfügbar unter https://plus.google.com/+qwertee/photos/photo/5964803975390344530)

Auffällig für mich bei dieser Seite ist, dass Qwertee gerne Shirts zu bekannten Serien, Filmen und Klassikern von Nintendo veröffentlicht. In der letzten Zeit wurde beispielsweise viel von Pokémon, Big Bang Theory, Game of Thrones, Star Wars, Sherlock, Breaking Bad, Der Hobbit, den Minions oder auch Futurama zum Verkauf gestellt.
Meiner Meinung nach bedeutet das, dass diese Seite eher ein spezielles Publikum anspricht. Man kann zwar alles kreieren, ist aber auf die Votes der Community angewiesen. Da aber häufig solche Geek-/oder Nerd-Desigsn die höchsten Stimmanzahlen erhalten, ist es auch sinnvoller solche Designs zu erstellen, wenn der Designs möchte, dass sein Entwurf auch gedruckt wird.
Ob die Arbeit der Crowd auch monetär belohnt wird, war mir leider nicht ersichtlich. Da Qwertee allerdings nicht damit wirbt, gehe ich erstmal nicht davon aus.

Kommunikation

Die Social Media-Kanäle, die von Qwertee bedient werden sind: Facebook, Twitter, Pinterest,YouTube, Tumblr und Google+.
Zusätzlich bieten sie einen Newsletter an und haben sie auch einen eigenen Blog und ein eigenes Forum.

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Qwertee.com sells great limited edition t-shirts for 24 hours only at the incredible price of £8/€10/$12 Artists submit designs, Qwertee community members vote for their favourites and we print the most popular tees. Simple! We ship everywhere in the world..cheaply. (Qwertee, o.J. – auf allen Social Media-Kanälen zu finden)

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Was wird nun über diese unterschiedlichen Kanäle kommuniziert?

  • Facebook: Diese Plattform ist die am aktivsten genutzte, denn hier verzeichnet Qwertee 174.564 Likes und 20.044 Facebooker reden über dieses Unternehmen. Auch hier werden täglich die neusten Shirts veröffentlicht und über alle Sonderaktionen informiert. Die Werte bei den Likes, Kommentaren und Teilungen von Beiträgen auf dieser Seite sind gigantisch. Der höchste Wert bei den Likes liegt bei ca. 6.800. Generell sind die Likes für veröffentlichte Designs häufig bei über 1.000 angesiedelt. Die Höchstzahl bei den Kommentaren liegt bei ca. 2.700 und einer der erfolgreichsten Beiträge wurde ca. 2.900 geteilt (alle Zahlen vom Stand 18.01.2014). Hier einmal ein Beispiel, wie die Posts von Qwertee aussehen können. Entweder es werden nur die Designs gezeigt, so wie bei dem linken Beitrag, oder bereits auf einem T-Shirt (siehe rechter Post).

Qwertee FB(Quelle: Facebook-Seite von Qwertee. Einträge vom 29.12.2013 und 02.12.2013. Zugriff am 18.01.2014, Verfürgbar unter https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts)

  • Twitter: Bei Twitter haben sie 57.811 Follower und bereits 4.033 Tweets veröffentlicht. Hier werden auch täglich die neusten Designs veröffentlicht und zusätzlich werden hier Fragen der Crowd beantwortet oder auch auf Erwähnungen von Qwertee durch andere Twitter-Nutzer eingegangen. Bei den erfolgreichsten Designs belaufen sich die Zahlen der Retweets auf bis über 800 und bei den Favoriten werden Werte bis zu 200 verzeichnet (Stand 17.01.2014).
    Man kann also sagen, dass das Unternehmen hier sehr aktiv ist, da sie hier auch den Dialog zu den Kunden bzw. Followern ermöglichen.
  • Pinterest: Hier hat Qwertee 2.026 Follower (Stand: 17.01.2014). Allerdings auch erst 111 Pins veröffentlicht, d.h. 111 Bilder hochgeladen. Die Repins liegen hier bei bis zu ca. 180 Stück und die Höchstzahlen bei den Kommentaren belaufen sich auf ca. 3 und bei den Likes auf ca. 85.
    Die Zahlen hier sind im Vergleich zu den anderen Plattformen natürlich sehr gering. Aber besonders die Tatsache, dass dort erst 111 Pins veröffentlicht wurden, lässt vermuten, dass Qwertee dort auch noch nicht all zu lang aktiv ist, da sie auch dort nahezu täglich posten. Der erste Pin, der für mich einsehbar ist, wurde vor 41 Wochen gepinnt, d.h. sie sind dort nicht einmal 1 Jahr lang registriert. Ein Vorteil dieser Seite ist allerdings, dass auch viele andere User von Pinterest die Shirts auf ihre Pinwände pinnen und somit für Qwertee werben.
  • YouTube: Hier haben sie 44 Abonnenten (Stand 18.01.2014) und die Seite wurde bereits 7.651 mal aufgerufen. Doch auch hier sind sie erst seit ca. 3 Monaten aktiv – jedenfalls findet man keine älteren Videos von Qwertee. Die veröffentlichten Videos sind zum einen das Video, welches ich euch oben als Einstieg zum Konzept gezeigt habe, sowie 8 Videos zur Qwertee Artist Series. Hierbei handelt es sich um Photoshop-Tutorials, die den Usern dabei helfen sollen, coolere Designs erstellen zu können. Hier sind die Zahlen der Kommentare allerdings zu vernachlässigen, da sie häufig gegen Null gehen. Und die Videos an sich wurden im Schnitt zwischen 150 und 5.300 mal aufgerufen. Dieser eine hohe Wert tritt allerdings nur bei dem Video auf, welches auch in diesem Eintrag eingebunden ist. Grund hierfür ist vermutlich, dass es auch auf der Website unter dem Titel „Hoe does Qwertee work“ zu finden ist und somit vermutlich viele Neulinge sich erst einmal dieses Video anschauen.
  • Tumblr: Wie auf allen anderen Social Media-Kanälen werden auch hier stets die aktuellen Designs veröffentlicht. Die Bilder werden häufig mit 200-350 Anmerkungen versehen (Stand 17.01.2013). Zu Anmerkungen (im Englischen ’notes‘) zählen Reposts und Likes. Wie viele Follower Qwertee hier hat, war mir leider nicht ersichtlich.
  • Google+: Die Followerzahlen von Qwertee bei Google+ sind, für meine Empfindung, erstaunlich hoch. 65.349 Follower sind dort verzeichnet (Stand: 17.01.2014). Und auch hier werden täglich die neuesten Designs veröffentlicht und andere interessante Abstimmungen oder Aktionen angepriesen. Die Resonanz darauf beläuft sich bei vergebenen +1 zwischen 50 und 200 Stück, die Reposts belaufen sich auf einen Wert bis nahezu 100. Die höchste Zahl bei den gegebenen Kommentaren beläuft sich auf 30.
  • Newsletter: Der Newsletter von Qwertee wird täglich an seine Abonnenten geschickt und enthält stets das aktuell veröffentlichte Design. Ich selbst habe diesen auch abonniert und somit schon viele interessante Designs gesehen.
  • Blog: Hier werden hauptsächlich generelle Themen behandelt. Beispielsweise werden Konzeptveränderungen/-erweiterungen angepriesen oder Einträge gepostet, die den Kunden helfen sollen, die passende Größe zu wählen. Die Aktivität hier ist eher gering. Seit 2010 wurden hier nur 12 Beiträge veröffentlicht (Das sind genauso viele, wie ich bisher auf meinem Blog habe – haha 😀).
  • Forum: Der erste Hinweis dort lautet: „Here’s where you can talk about tees, art and design and pretty much anything else you can think of. Be sure to get involved, we’re friendly!“ (Qwertee, 2014c). Und hier wird wirklich alles angesprochen. Neben Diskussionen wie „A lot of people like Sherlock. What about The Mentalist?“ oder technischen Fragen und Problemlösungen, gibt es auch kritische  Beiträge wie „The voting system seems useless„. Da ich den Titel interessant fand, hab ich mir diesen durchgelesen und der Autor hat von einer Handvoll anderen Nutzern Zuspruch erhalten. Er beschwert sich darüber, dass einige T-Shirts mit vielen Votes nicht gedruckt werden, dafür aber einige mit viel weniger Stimmen in die Produktion gehen. Falls noch jemanden diese Thematik interessiert, habe ich den Titel mit der Seite verlinkt. Dieser Eintrag ist vom 10.01.2014 – bisher gibt es noch keine Reaktion von Qwertee dazu.
    Die Beiträge des Forums werden den Kategorien „Art & Design“, „Promote“ und „News“ zugeordnet.
    Auffällig bei den Forenbeiträgen ist, dass einige sehr viel Aktivität der Community erzeugen (über 100 Kommentare) und andere nicht eine einzige Antwort auf die Frage erhalten. Ich denke, die Gründe hierfür sind zum einen die Thematik und zum anderen die Nützlichkeit der Informationen. Beispielsweise gibt es derzeit auch einen Beitrag von Qwertee selbst, indem sie ihre Nutzer dazu aufrufen Bugs auf der neuen Website zu entdecken und ihnen diese (mittels Screenshot) mitzuteilen. Hierbei hilft die Community also auch dem Unternehmen dabei, die Website fehlerfrei zu machen – eine andere Art, die Crowd mit einzubinden (Stichwort: Crowdtesting) 😉

Fazit

Bezüglich der Kommunikation empfinde ich besonders die Kanäle sinnvoll, auf denen es möglich ist, täglich die Crowd zu kontaktieren. Besonders gelungen sind somit der Newsletter und der tägliche Design-Post auf Facebook. Auf diese Mail bzw. den Beitrag warten die Community-Mitglieder von Qwertee förmlich. Auch die hohen Nutzerzahlen und die große Teilnahmebereitschaft sprechen dafür, dass das tägliche Posten bei der Crowd gut ankommt.
Wie bei allen anderen Beiträgen, erhebe ich auch hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bei der folgenden Liste der Erfolgsfaktoren.

Erfolgsfaktoren
* täglicher Kontakt zu der Zielgruppe
* komplett freie Produktgestaltung – keine Bindung an Aufgaben
* starke Social-Media-Präsenz
* große Marktreichweite (USA und Europa)
* künstliche Verknappung durch 24-Stunden-Frist
* gute Produktqualität
* Preisgünstig
* spezifische Zielgruppe
* …

Mit diesem Post habe ich nun meine Serie der Beiträge über Plattformen zur Produktgestaltung abgeschlossen und werde nun die drei betrachteten Webseiten miteinander vergleichen und werde auch noch meine Leserfrage zu dieser Thematik auswerten. Falls ihr an dieser noch nicht teilgenommen habt, könnt ihr dies gerne tun. Vielen Dank.
Ich hoffe, ich konnte euch auch diese Plattform ansprechend präsentieren und danke für die Aufmerksamkeit.

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Quellen:
Qwertee, 2014a. Facebook-Seite von Qwertee. About. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/Qwertee/info
Qwertee, 2014b. Startseite Qwertee. Zugriff am 17.01.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/
Qwertee, 2014c, Forum von Qwertee. Zugriff am 17.04.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/forum
Lauschert, A., 2013 / Blog Premium-Format. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter http://www.premium-format.de/jeden-tag-ein-neues-design-das-qwertee-t-shirt-im-test/22101.html

Threadless

Halli Hallo.
wie versprochen starte ich heute mit einer kleinen Reihe von Beiträgen über Crowdcreation-Plattformen zum T-Shirts selbst designen, bestellen und verkaufen.

Das erste Beispiel ist Threadless, denn diese gilt als die erfolgreichste jener Art.

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Threadless 2013: „You are Threadless. You make the ideas, you pick what we sell, you’re why we exist.“
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Ein Video als Einstieg . . .

(Quelle: YouTube Seite von Treadless. Zugriff am 02.01.2014. Verfügbar unter http://www.youtube.com/user/ThreadlessTeeV)

Allgemeines

Threadless ist ein amerikanischer T-Shirt Herstellter, für den keine eigenen Designer arbeiten, sondern dieses Unternehmen lässt die Designs der T-Shirts monatlich neu von ihrer online Community entwickeln (Borchardt, 2012, S. 102ff.). Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 2000 in Chicago (Borchardt, 2012, S.238).
Jeden Monat gibt es dann eine neue Motivvorgabe von Threadless, welche sie als Designaufgabe ins Netz stellen (Borchardt, 2012). In einem wöchentlichen Rhythmus werden neu designte T-Shirts veröffentlicht (Threadless, 2012).  Anschließend wählen sie mit der Crowd zusammen die erfolgsversprechensten Entwürfe aus. Zusätzlich hat der Kunde hier die Möglichkeit als Model, Werbemacher und Katalogfotograf mitzuwirken (Borchardt, 2012, S. 238).
Laut Borchardts Stand vom Februar 2012 erhält der Sieger der monatlichen Designaufgabe $2.000, der Zweite $500 oder einen $200 Einkaufsgutschein.
Seit 2007 werden einmal jährlich die besten Shirt-Designer prämiert („Bestee Awards“). Dabei gibt es folgende Kategorien: People’s Choice Design of the Year , Designer of the Year, Kids! Design of the Year, Collaboration of the Year, Slogan of the Year, Blogger of the Year, and Scorer of the Year (Wikipedia, 2013). Der erstgenannte wird dabei mit $10.000 entlohnt und die folgenden mit $1.000 (Borchardt, 2013, S.  244). Somit werden nicht nur die Designs prämiert, sondern die gesamten Aktivitäten der Crowd.
Neben ihrer eigenen Website und ihrem eigenen Blog sind Threadless auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, VimeoInstagram, Flickr und YouTube aktiv. Dort posten sie Bilder/Videos der neusten T-shirt-Designs und Events, werben für neue Aufgaben und informieren ihre Kunden über aktuelle Angebote und Rabattaktionen.
Seit 2007 gibt es sogar einen Shop in Chicago, in dem man die aktuellsten Shirts kaufen kann (Wikipedia, 2013).
Im September 2010 ist auch auch das Buch ‚Threadless: Ten Years of T-Shirts from the World’s Most Inspiring Online Design Community‘ von dem Gründer Jake Nickell erschienen, welches von der gelungenen Entstehungsgeschichte von Threadless erzählt.
Wer einen Blick in dieses Buch werfen mag, kann dies bei Issuu tun.
Der Klappentext des Buches sagt unter anderem folgendes über den Erfolg des Unternehmens aus: „Threadless is a T-shirt company like no other. Founded almost a decade ago, it has become one of the internet’s most vibrant and creative on-line communities with more than 1 million registered members. Since 2000, users have submitted more than 225,000 designs, and more than 4 million T-shirts have been printed and sold.“

Konzept

Das angewandte Konzept ist im Grund genommen ganz einfach. Man hat eine gute Idee, setzt diese grafisch um und läd diese auf Threadless hoch. Dann wird das Design innerhalb einer Woche von der Community bewertet und wird schließlich mit einem Wert zwischen 1 und 5 benotet. Wenn es von der Crowd hoch bewertet wird, dann wird es gedruckt und der Designer bekommt dafür Geld. Neben T-Shirts kann das Design dann auch auf Tanktops, Trinkflaschen oder Iphone-Hüllen gedruckt werden. (Threadless, 2012 und 2013) Wenn ein T-Shirt-Design gedruckt wird, erhält der User dafür $2.000 cash und einen $500 Einkaufsgutschein von Threadless (Wikipedia, 2013)

Das folgende Video zeigt das Vorgehen, wie ich finde, wirklich kreativ, aber verständlich und simpel auf.

(Quelle: Threadless (2012). How it works. Zugriff am 04.01.2014. Verfügbar unter http://www.threadless.com/how-it-works/)

Jeff Howe (2009) bewertet besonders die wenigen Einschränkungen des Konzepts von Threadless, sowie deren Community-Arbeit als positiv. „Threadless isn’t really in the T-shirt business. It sells community.”. Er sagt auch, das einzige was Threadless vorgibt sei, dass das Design auf ein T-Shirt passen muss (Howe, 2009, S.6). Außerdem können die Nutzer so viele Designs wie sie wollen erstellen und auch bewerten (vgl. ebd., S. 285).

Erfolgsfaktoren

Da ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, steht am Ende der Aufzählung ‚usw.‘. Meiner Meinung nach sind die folgenden Faktoren jedoch die bedeutendsten, die diese Plattform so erfolgreich gemacht haben:

  • klares und einfaches Konzept, welches für den Kunden einfach zu verstehen ist
  • User können eigene Ideen umsetzten oder nach einer Aufgabe arbeiten
  • wenig Einschränkungen
  • stark involvierte und motivierte Community
  • starke Präsenz auf nahezu allen Social Media Kanälen
  • prämierte Preise zu gewinnen (nicht nur für die Designs auch für Community-Aktivitäten)
  • Erweiterung der Produktpalette (neben T-Shirts für Männer, Frauen und Kinder auch Trinkflaschen und ähnliches, s.o.)
  • Zusammenarbeit mit NGO (bspw. UNICEF)
  • kreative Beiträge auf den Social Media Kanälen
  • usw.

Vielen Dank für’s Lesen.
Mein nächster Beitrag wird dann von Spreadshirt handeln.

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Quellen:
Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Howe, Jeff (2009). Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business. New York: Three Rivers Press
wikipedia, Threadless. Zugriff am 02.01.2014. Verfügbar unter http://en.wikipedia.org/wiki/Threadless
Nickell, J. (2010) Threadless: Ten Years of T-Shirts from the World’s Most Inspiring Online Design Community. New York: Harry N Abrams Inc. Teilweise abrufbar unter http://issuu.com/clivewilson/docs/issuu_threadless
Threadless (2013) How does Threadless work? Zugriff am 04.01.2014. Verfügbar unter  http://support.threadless.com/ics/support/default.asp?deptID=15140&redirect=true
Threadless (2013) What is Threadless? Zugriff am 04.01.2014. Verfügbar unter http://support.threadless.com/ics/support/default.asp?deptID=15140&redirect=true
Threadless (2012) How often do you come out with new designs? Zugriff am 04.01.2014. Verfügbar unter http://support.threadless.com/ics/support/default.asp?deptID=15140&redirect=true
Threadless (2012) How it works. Zugriff am 04.01.2014.Verfügbar unter http://www.threadless.com/how-it-works/