Abschlussbetrachtung Teil 2 – Fazit

Hallo zurück.

Der folgende Beitrag soll an dieser Stelle der letzte sein, welchen ich ihm Rahmen des Seminars „Digitale Kommunikation“ auf diesem Blog veröffentliche.

Abschließend möchte ich nun einmal meinen gesamten Analyse-Verlauf rückblickend betrachten. Dabei werde ich mich nicht speziell auf einzelne Corwdcreation-Beispiele beziehen, denn dieses habe ich bereits mit meinem vorherigen Beitrag Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele getan.

Als wir im Oktober 2013 von unserem Dozenten die Aufgabe erhielten einen Blog zu führen, welcher sich mit digitaler Kommunikation befasst, dachte ich, „dass kann doch so schwer nicht sein.“ Doch nachdem allen Seminar-Teilnehmern bewusst geworden war, dass es hier nicht einfach nur darum ging, einen Blog zu schreiben, sondern dass dieser auch noch sinnvoll mit Inhalten gefüllt werden soll, die aufeinander aufbauen und letztendlich eine Leit- oder Forschungsfrage beantworten, da war der Gedanke schnell wieder verschwunden. Auch die Themenfindung bzw. die Wahl der konkreten Leitfrage fiel gar nicht so einfach.
Somit habe ich diesen Blog erst einmal damit begonnen digitale Kommunikation zu definieren bzw. aufzuführen, wie wir diese in unserem Seminar untergliedert hatten.
Nach dieser Einteilung zufolge, hab ich mich also für einen Unterpunkt der externen Unternehmenskommunikation entschieden – Crowdsourcing. Da sich diese Thematik aber noch in viele Unterkategorien einteilen lässt, habe ich schlussendlich beschlossen, diesen Blog über das Thema Crowdcreation zu führen.
Nachdem diese grundlegende Frage erst einmal geklärt war, habe ich auch relativ schnell eine passende Learning-Community gefunden. Anfänglich waren wir zu viert. Dabei haben sich Ricarda und Ina mit Crowdfunding auseinander gesetzt und Elisa mit dem Unterpunkt Crowdinvesting. Im Verlauf des Seminars ergab es sich, dass auch noch zwei weitere Kommilitoninnen zu unserer Community hinzu kamen. Tanja M. befasste sich ebenfalls mit dem Thema Crowdcreation. Allerdings speziell auf das Beispiel Tchibo ideas zugeschnitten, welches ich auch beispielhaft betrachtet habe. Verena schrieb ihren Blog zum Überthema Crowdsourcing und verwies dabei auch auf einige Crowdcreation-Beispiele. Alles in allem waren wir also ein sehr stimmige Learning-Community. Wir haben viel untereinander kommentiert und konnten teilweise auch gut über bestimmte Thematiken diskutieren, da sich all unsere Themengebiete bei dem Überthema Crowdsourcing zusammenfinden und damit viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Außerdem bietete uns das auch die Möglichkeit aufeinander zu verweisen bzw. die Ergebnisse des anderen in den eigenen Analyseprozess mit einzubeziehen.
So haben meinen Kommilitoninnen mich auch tatkräftig bei der Suche nach Erfolgsfaktoren unterstützt und mir hilfreiche Anregungen dafür genannt (bspw. beim Eintrag ‚Leitgedanke und Ergebnissdarstellung‚).
Ich selbst konnte auch einmal einen spannenden Beitrag von Tanja M. rebloggen, die sich in dem genannten Eintrag mit dem Thema ‚Crowdcreation als Innovationsmanagement‚ auseinandersetzte. Sie stellte hier auch einen Vergleich bezüglich dem Zeitaufwand und den anfallenden Kosten zwischen Crowdcreation und den anderen Crowdsourcing-Arten, wie Crowdvoting oder Crowdfunding an. Somit wurde deutlich, dass es doch auch ein paar Unterschiede zwischen den Themen unserer Learning-Community gibt.

Bevor wir uns aber in unseren eigenen Themengebieten vertieften, produzierten wir noch ein Video, welches den Einstieg in das Themenfeld des Crowdsourcing für alle Beteiligten und Blog-Leser vereinfachten sollte.
Und anschließend ging es dann wirklich los mit der eigenen konkreten Themenfindung und den ersten Literaturrecherchen. Ich habe mir also das Buch “Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business” von Jeff Howe, dem ‚Urvater‘ des Crowdsourcing in unserer Uni-Bibliothek ausgeliehen. In diesem Buch konnte ich neben vielen interessanten Informationen bezüglich des Themas auch schon nützliche Hinweise zu Crowdcreation-Beispielen (u.a. iStockphoto und Threadless) finden.
Während ich also dieses Buch verschlang, wurde mir auch deutlich, was genau ich eigentlich mit meiner Arbeit analysieren möchte. Ich wollte Erfolgsfaktoren für Crowdcreation-Projekte und -Plattformen ermitteln.

Meine Leitfrage hieß dann:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Ein Hauptgrund für die Wahl dieser Frage war, dass ich in dem Buch von Howe auf die 10 Regeln des Crowdsourcing (von Howe) gestoßen bin. Diese stellten wirklich schon eine gute Grundlage für meine Erfolgsfaktoren dar (siehe dazu Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business).
Nachdem also meine Fragestellung gefunden war, konnte ich richtig in die Analysephase der Beispiele einsteigen. Insgesamt habe ich dabei 10 unterschiedliche Crowdcreation-Beispiele betrachtet. Besonders Freude bereitet hat mir dabei beispielsweise die Reihe von Plattformen zur Produktgestaltung. Obwohl der Grundgedanke der Plattformen recht ähnlich ist, setzten alle 3 Webseiten ihre Konzepte ganz unterschiedlich um (für nähere Informationen: Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt & Qwertee).
Auch die Betrachtung eines missglückten Projektes (Pril), hat mir für die Entwicklungen von Do’s and Don’ts beim Umgang mit Crowdcreation wirklich geholfen. So konnte ich die positiven Aspekte der anderen Kampagnen besser einschätzen bzw. wertschätzen.
Mitten in meinem Analyseprozess habe ich auch einmal meine bis zu dem Zeitpunkt betrachteten Beispiele zusammengefasst und meine gesammelten Ergebnisse vorgestellt (siehe dazu: Zwischenfazit). Hier bin ich bereits auf die äußeren Umstände eingegangen, nämlich, dass es aktuell eher wenig Literatur zu der Thematik Crowdcreation gibt und es daher für mich nötig war, mich viel auf online Quellen zu beziehen. Alle meine verwendeten Quellen finden sich auch auf meiner Unterseite Quellen.
Bei dem erwähnten Zwischenfazit bin ich bereits auch auf den Zeitfaktor für das Schreiben dieses Blogs eingegangen. Auch die letzten Tage haben wieder viel Zeit für die Pflege des Blogs in Anspruch genommen. Grund dafür war zum Einen, dass ich bei meinem letzen Beispiel noch die Möglichkeit bekommen hatte, 2 schriftliche Interviews mit Projekt-Teilnehmern zu führen (siehe: BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews) und dass es sich wirklich schwierig gestaltet hat, die 10 vorgestellten Beispiele miteinander zu vergleichen und alle veröffentlichten Beiträge zu resümieren.
Obwohl ich mein Thema wirklich spannend fand bzw. immer noch finde, würde ich mir bei einer ähnlichen Aufgabe vermutlich im Vorfeld mehr Gedanken darum machen, wie aufwendig es ist, mehrere Beispiele zu betrachten und sie miteinander zu vergleichen, anstatt sich nur auf ein konkretes Fallbeispiel zu beziehen.

Aber noch einmal kurz zurück zum Verlauf meiner Analyse.
Ziemlich zum Ende hin, bin ich auch noch auf den Punkt des ‚Markenimage‚ aufmerksam geworden, weshalb ich mich auch noch detailliert mit dem Buch „Marken im Web 2.0“ auseinandergesetzt habe. In diesem Buch wurde zwischen schwachen und starken Marken unterschieden. Eine Unterscheidung, die ich auch für den Crowdcreation-Prozess sehr sinnvoll finde und den man in einer weiterführenden (Forschungs-)Arbeit weiter verfolgen könnte. Somit würden sich vielleicht auch unterschiedliche Handlungsempfehlungen für die jeweilige Gruppe aufstellen lassen. Da ich in meiner Analyse erst sehr spät auf diesen Punkt aufmerksam geworden bin und auch ’nur 10 Beispiele‘ betrachtet habe, war es mir im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich näher darauf einzugehen. Daher sind meine genannten Erfolgsfaktoren für Crowdcreation-Projekte aller Art gedacht. Ich möchte aber auch an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich mit meiner hier präsentierten Erfolgsfaktoren-Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe. Es ist durchaus möglich, dass mir bei meinen Analysen (Interpretations-)Fehler unterlaufen sind oder sich einige Punkte aufgrund der Schnelllebigkeit der Thematik bereits geändert haben. Dennoch halte ich die von mir entwickelten Faktoren für sinnig und durchaus praxisrelevant. Die komplette Liste für meine Handlungsempfehlungen findet ihr auf der Unterseite Ergebnisse.

So. Abschließend bleibt mir nur noch ein zu sagen: Danke. Ich danke meiner Learning-Community für die spannenden Diskussionen und die oftmals wirklich fundierten Kommentare zu meinen Einträgen. Mich hat das Interesse aller Leser an dieser Thematik wirklich überrascht und bin dankbar für über 200 Kommentare (wobei hier scheinbar auch gesetzt Verlinkungen mitzählen 😉 ), die sich so auf meinem Blog angesammelt haben. Ebenfalls danken möchte ich auch Alexandra und Katarina, die sich auch wirklich intensiv an meinem Blog beteiligt haben, obwohl ihre Themen stark von meiner gewählten Thematik abweichen.
Ich hoffe euch hat die Zusammenarbeit genauso viel Freude bereit wie mir und ich konnte euch mit meinen abwechslungsreichen Beispielen gut unterhalten.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Auf Wiedersehen 🙂

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Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele

Hallo und herzlich Willkommen zurück.
Heute werde ich damit beginnen die Arbeit auf diesem Blog zu beenden.
Im ersten Teil dieser Abschlussbetrachtung möchte ich noch einmal meine aufgezeigten Beispiele und den dazugehörigen Analyseverlauf reflektieren und dabei auch die einzelnen Projekte und Plattformen miteinander vergleichen.

Allgemein lässt sich erst einmal festhalten, dass meine inhaltliche Struktur bei der Präsentation der Beispiele mit der Zeit immer übersichtlicher wurde. Bei meinen erst genannten Beispielen hatte ich noch keine feste Analysestruktur im Kopf, weshalb diese noch die wichtigen Informationen im Fließtext ohne Unterpunkte enthalten. Letztendlich kristallisierten sich dann aber folgende Unterkategorien heraus: Ich habe erst immer Allgemeines zu dem Projekt oder der Plattform beschrieben, bin anschließend auf das dort vorherrschende Konzept eingegangen (manchmal anhand eines Fallbeispieles) und habe mich dann der digitalen Kommunikation des Projektinitiators bzw. des Plattformbetreibers gewidmet. Abgeschlossen habe ich die Betrachtungen mit einem kleinen Fazit und den Erfolgsfaktoren des Projekts/der Plattform.

Mit meinem letzten Satz wird bereits deutlich, dass ich einmalige Crowdcreation-Projekte untersucht habe, wie auch Plattformen, deren Tagesgeschäft Crowdcreation (kurz CC) ist. Meine gesammelten Analyseergebnisse (siehe Ergebnisse) habe ich für beide Fälle angegeben, da es wenig Sinn macht, diese getrennt voneinander zu betrachten.
Ich habe bereits im Verlauf der Analyse zwei zusammenfassende Einträge bezüglich der Beispiele veröffentlicht. Zum einen habe ich meine Betrachtungsreihe der Produktgestaltungs-Plattformen mit einem vergleichenden Beitrag beendet (siehe Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee) und in meinem Zwischenfazit bin ich bereits auf meine bisherigen Beispiele und die resultierenden Erfolgsfaktoren eingegangen (siehe dazu: Zwischenfazit).

Letzendlich habe ich auf diesem Blog insgesamt 10 Beispiele für Crowdcreation vorgestellt. Jedes einzelne Beispiel war auf seine ganz eigene Art und Weise besonders und hat sich von allen anderen Beispielen unterschieden (genaueres dazu: siehe unten). Hier einmal eine Auflistung der Beispiele:

  1. iStockphoto
  2. Tchibo ideas
  3. Threadless
  4. Spreadshirt
  5. Qwertee
  6. Pril
  7. BECK’s
  8. 12designer
  9. unserAller
  10. BILLY BOY

Von diesen Zehn handelt es sich bei 3 Fällen (Pril, BECK’s & BILLY BOY) um einmalige Kampagnen und die anderen 7 Beispiele stellen Plattformen dar, die täglich mit der Crowd zusammenarbeiten. Bei den hier vorgestellten Unternehmen handelt es sich um 7 deutsche Firmen, 2 amerikanische und ein Unternehmen aus Irland. Von diesen 10 sind aber nur 7 europa- oder weltweit aktiv. Aktiv meint in diesem Zusammenhang jedoch nicht zwangsläufig, dass ihre CC-Projekte europa- bzw. weltweit laufen, sondern lediglich das das Gesamtunternehmen so agiert.
Doch schauen wir uns jetzt einmal an, was die einzelnen Beispiele unterscheidet und wie die jeweiligen Unternehmen ihre digitale Kommunikation handhaben.

Die großen Unterschiede der Konzepte
Punkte, in denen sich all diese Beispiele bezüglich der Konzepte voneinander unterscheiden, sind beispielsweise die angesprochenen Zielgruppen oder die Vergütung der Gewinner.
Bei den Zielgruppen ließen sich Personengruppen finden, wie Fotografen, (Sport-)Vereine, Nerds, Unternehmen oder einfach nur junge Kreative. Die Vergütung der Crowdcreation-Gewinner waren zwar meistens monetärer Art, doch auch Prestige und materielle Entlohnungen waren bei den Beispielen vorhanden.
Auffällig war auch, dass einige Initiatoren oder Plattformen-Betreiber ganz offen mit ihren bisherigen Nutzerzahlen, Anzahlen der Einsendung etc. umgehen/umgingen und andere keine dieser Werte der Crowd bekannt geben wollen.

Die digitale Kommunikation im Vergleich

  • genutzte Social Media-Kanäle

Facebook, als der beliebteste Social Media-Kanal, wurde von 9 von 10 der Initiatoren für die Kommunikation mit der Crowd genutzt. Die einzige Plattform, die Facebook nicht genutzt hat, ist Tchibo ideas. Diese Webseite ist allerdings auch die einzige Seite, die gar keine Social Media-Kanäle nutzt.
Twitter wird von den genannten Beispielen am zweithäufigsten genutzt (6 von 10). YouTube wurde immerhin noch von der Hälfte genutzt und Google+ von 4 der 10 Initiatoren. Da die Kommunikation über Google+ aber bei dem Großteil der vier erwähnten Beispiel eingeschlafen ist bzw. keine Interaktion mit der Crowd stattfindet, ist dieser Kanal zu vernachlässigen.
Bei den 3 Beispielen für die Produktgestaltung (Threadless, Spreadshirt und Qwertee) ist diesbezüglich auffällig gewesen, dass diese Drei noch weitere Social Media-Kanäle bedienen. Sie sind auch auf Pinterest, Flickr, Tumblr, Instagram oder Vimeo vertreten. Bei dieser Art von Crowdcreation scheint die bildliche Darstellung der eingereichten Shirts u.ä. besonders gut bei der Crowd anzukommen. Threadless stellt hierbei mit 7 genutzten Social Media-Kanälen den Spitzenreiter dar. Im Schnitt nutzen die Initiatoren allerdings nur 3,2 solcher Kanäle.

Die Häufig- und Regelmäßigkeit der Postings auf den einzelnen Social Media-Plattformen unterscheidet sich ebenfalls stark. Bei CC-Plattformen, die täglich neue Einsendungen von der Crowd erhalten und somit recht schnelllebige Projekte betreuen (bpsw. die Plattformen zur Produktgestaltung), ist auch das Postingverhalten auf Facebook an diesen Umstand angepasst. Somit wird auch hier täglich mit der Crowd interagiert, sie über neue Challenges, Designs etc. informiert.
Bei etwas längerfristigen Projekten werden auch die Zeitabstände der veröffentlichten Beiträge größer.

Besonders auffällig waren hierbei BECK’s und BILLY BOY. Obwohl es sich bei den beiden genannten Fällen um Einzelprojekte handelt, welche über mehrere Wochen liefen, fallen die Abstände der Postings bei BECK’s ähnlich aus, wie auch bei den Plattformen zur Produktgestaltung. Auch dieses Brauerei-Unternehmen interagiert nahezu täglich mit der Crowd, auch wenn es dabei nicht immer um die Kampagne ging. Bei BILLY BOY waren unerwartet gar keine werbenden Beiträge zu ihrem CC-Projekt zu finden. Lediglich ein paar Einsendungen wurden vorgestellt.

Um euch mal einen kleinen Überblick über den ‚Erfolg‘ der einzelnen Projekte auf der meistgenutzten Social-Media-Plattform Facebook zu ermöglichen, folgt hier einmal eine grafische Darstellung der Likes. Wie bereits erwähnt, gibt es keine Facebook-Seite von Tchibo ideas, weshalb diese Plattform in der Grafik nicht erscheint. Um die Werte auch besser miteinander vergleichen zu können, habe ich alle Zahlen noch einmal nachrecherchiert (alle Quellenangaben dazu: siehe unten).
LikesFB

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Gründe, weshalb Threadless so überdurchschnittlich gut abschneidet, sind vermutlich, dass es sich bei dieser Plattform um ein amerikanisches Unternehmen handelt, welches weltweit agiert. Die Zielgruppe ist sehr groß, sodass praktische ‚jedermann‘ auf Threadless mitmachen kann. Außerdem bedienen sie die meisten Kommunikationskanäle und interagieren dort täglich mit ihrer Community. Dabei muss man aber auch bedenken, dass Threadless mit zu den ersten Plattformen gehört, die überhaupt in dieser Art und Weise mit der Crowd zusammenarbeiten. Diese Plattform kann somit als Vorreiter für viele andere gesehen werden.

  • andere Kommunikationskanäle

Weitere Kanäle, die häufig genutzt werden, um mit der Crowd zu interagieren oder diese über das Projekt zu informieren sind Newsletter (4/10) oder Blogs (6/10) auf den Projektwebseiten/Plattformen. Ein Initiator nutze auch ein Forum, trotz vorhandenem Blog. Ein Kommunikationskanal, der mich persönlich sehr überrascht hat, war der Live-Chat vom 12designer-Team. Ein solches Tool ist aufgrund seiner unverzögerten Ansprache der Kunden oder Kreativen sehr aufwendig zu betreiben, hat jedoch auch den Vorteil, Probleme unmittelbar zu beheben und somit die Zufriedenheit der Nutzer hoch zu halten.

Und nun der Erfolg ?!

Ich habe mir viele Gedanken darum gemacht, ob nun letztendlich alle meine vorgestellten Projekte (außer das Negativ-Beispiel Pril) erfolgreich waren bzw. immer noch sind. Um mir einmal einen Überblick zu verschaffen, habe ich alle meine herausgearbeiteten Do’s und zusätzlichen Erfolgsfaktoren bezüglich der Projekte/Plattformen betrachtet. Dabei ist eine Tabelle entstanden, die ihr im Folgenden sehen könnt. Ich sage jedoch schon vorweg, dass es mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, die einzelnen Faktoren auf  die 10 unterschiedlichen Projekte und Plattformen anzuwenden, da sie sich – wie mehrfach erwähnt – so stark voneinander  unterscheiden. Eine unterhalb der Tabelle angelegte Legende soll das Lesen dieser Darstellung vereinfachen.

 VergleichAllerBSPs

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Nach dieser Einteilung erhält unserAller die meisten grünen Punkte, dicht gefolgt von Threadless. Und wie zu erwarten bekommt Pril die meisten roten Punkte. Ein Grund dafür, dass die anfänglich betrachteten Plattformen und Projekte nur recht durchschnittlich abschneiden, kann allerdings auch sein, dass ich mich zu Beginn meiner Analysephase mit bestimmten Aspekten der Webseiten bzw. der Konzepte und der digitalen Kommunikation nicht so detailliert befasst habe, wie ich es bei den späteren Beispielen tat.
Die vermutlich erfolgreichste Plattform bei meiner Analyse ist Threadless. Nicht nur bei der tabellarischen Betrachtung schneidet diese Seite sehr gut ab, sondern auch, wenn man die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der eingereichten Entwürfe betrachtet, wird der Erfolg dieser Plattform deutlich. Diese Seite besitzt über eine Million Nutzer und verzeichnet mittlerweile mehr als 225.000 Designs (vgl. vorherigen Beitrag zu Threadless) und außerdem haben sie die meisten Likes auf Facebook und bedienen die meisten Kommunikationskanäle.
Die Plattform unserAller schneidet nicht ohne Grund bei meiner grafisch dargestellten Analyse so gut ab. Viele der genannten Erfolgsfaktoren werden von dieser Plattform umgesetzt. Allerdings ist diese Webseite vermutlich noch zu unbekannt und ist noch nicht lang genug am Markt etabliert, um sich mit einem „Urgestein“ wie Threadless wirklich messen zu können. Ähnliche sehe ich es auch bei anderen Projekten, die wahrscheinlich noch nicht genug Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen können. Doch auch allen Neulingen stehen noch alle Erfolgschancen offen. Die Plattform Qwertee gehört beispielsweise auch zu den jüngeren Initiatoren und ist dafür aber schon ausgesprochen beliebt.
Ich persönlich denke, dass all die von mir betrachten Beispiele noch die Möglichkeit haben, ihre Crowd auszuweiten und den Erfolg ihrer Unternehmung zu steigern – dafür sprechen beispielsweise auch die bereits in den paar Wochen veränderten Nutzerzahlen und Likes, die sich seit meiner Erstbetrachtung gestiegen sind (bspw. 12designer). Und selbst Pril könnte nochmal einen neuen Versuch wagen und ein neues CC-Projekt starten. Dank meiner Analyse ist die Gestaltung eines erfolgreichen Projekts jetzt ja auch ganz einfach 😉

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Quellen:
12designer (2014). Facebookseite von 12designer, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
BECK’s (2014) Facebookseite von BECK’s, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de?fref=ts
BILLY BOY (2014) Facebookseite von BILLY BOY, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline?fref=ts
iStockphoto (2014) Facebookseite von iStock, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/istock.deutschland?fref=ts
Pril (2014) Facebookseite von Pril, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/PrilMENA
Qwertee (2014) Facebookseite von Qwertee, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts
Spreadshirt (2014) Facebookseite von Spreadshirt, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/spreadshirt
Threadless (2014) Facebookseite von Threadless, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/threadless?fref=ts
unserAller (2014) Facebookseite von unserAller, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

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Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

_________
Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt & Qwertee

Hallo zurück.
Heute möchte ich euch nun abschließend zum Thema „Plattformen zur Produktgestaltung“ einen Vergleich der drei vorgestellten Plattformen präsentieren.
Ich vergleiche dabei die verwendeten Konzepte und setze den Schwerpunkt auf die geführte digitale Kommunikation. Abschließend zeige ich die Erfolgsfaktoren der Unternehmen noch einmal auf und fasse zusammen, wie man eine solche Plattform zur Produktgestaltung erfolgreich führen kann und was man bei der digitalen Kommunikation beachten sollte, oder auch besser vermeidet.

Beim Zusammenfassen der hier präsentierten Informationen ist mir bewusst geworden, dass ich bei meinen Darstellungen mit der Zeit immer präziser geworden bin, sodass ich einige Daten bezüglich der digitalen Kommunikation (besonders für Threadless) nachrecherchieren musste. Da der Zeitaufwand zu groß gewesen wäre, sind die Stände der Zahlen vom 17.01-20.01.2014. Einige Zahlen wurden dabei allerdings auch nach oben korrigiert, bspw. der Wert der Likes von der amerikanischen Facebook-Seite von Spreadshirt. Insbesondere bei den Angaben zu den Nutzerzahlen und Crowdaktivitäten (s.u.) betone ich, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe. Da ich keine Inhaltsanalyse aller Beiträge der untersuchten Unternehmen durchgeführt habe, kann es durchaus sein, dass einige Zahlen noch höher liegen, als sie in meinen Diagrammen angegeben werden. Es handelt sich bei meinen Darstellungen lediglich um Richtwerte, die die unterschiedlichen Aktivitäten der Communities und Erfolgszahlen der Plattformen veranschaulichen sollen.

Hier folgen nun die relevanten Vergleichskriterien:

Threadless

(Quelle: eigene Darstellung) Spreadshirt+Qwertee(Quelle: eigene Darstellung)

Da es kaum möglich war in dieser Tabelle auch noch auf die digitale Kommunikation einzugehen, folgen hier noch ein paar Diagramme zu den Nutzerzahlen auf Facebook (FB), Twitter und Google+. Ich habe die anderen Social-Media-Plattformen nicht mit betrachtet, da diese 3 Kanäle die einzigen waren, die auch bei allen 3 Crowdcreation-Plattformen vorhanden waren. Anschließend folgt noch eine Darstellung über die Aktivitäten der Crowd auf Facebook und Twitter, da diese Plattformen die zwei Meistgenutzten sind und gute Möglichkeiten bieten mit der Community zu interagieren.

Nutzerzahlen – Facebook

FB

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Twitter

twitter

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Google+

Google+

(Quelle: eigene Darstellung)

Aktivitäten der Community auf Facebook und Twitter

Crowdaktivitäten

(Quelle: eigene Darstellung)

Auffällig bei den Diagrammen ist, dass obwohl Threadless auf Facebook und Twitter eine größere Community hat, die Aktivitäten der Nutzer bei der jüngsten Plattform Qwertee am höchsten ausfallen. Dort scheinen die Designs bei der Crowd besser anzukommen und starke Zustimmung zu finden. Interessant ist auch, dass Qwertee die einzige Seite ist, die auch auf Google+ relativ erfolgreich arbeitet.

Wie kann man eine Plattform zur Produktgestaltung bzw. T-Shirt-Gestaltung nun erfolgreich betreiben? Und was sollte man bei der digitalen Kommunikation beachten bzw. vermeiden?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man ein klares Konzept hat und eng mit der den Kunden bzw. der Community zusammenarbeitet. Die User benötigen einen Plattform auf der sie sich austauschen können. Da dieses nicht so einfach in die eigenen Webseite integrierbar ist, bieten sich dafür die Social Media-Kanäle an. Auf den bekanntesten Plattformen, wie Facebook und Twitter, kann man so den Dialog zu den Kunden suchen und gleichzeitig beobachten, worüber die Crowd sich unterhält.
Da Qwertee in dieser Betrachtung so erfolgreich abschneidet, halte ich es noch für sinnvoll mit dem verwendeten Konzept eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen. Somit kann die Begeisterung der Community für Designentwürfe größer ausfallen und die Diskussionen sind interessanter. Als wichtig habe ich auch empfunden, dass die Crowd nahezu täglich mit neuen Designs oder News versorgt wird. Regelmäßige Posts erleichtern auch dem Nutzer das Verfolgen einer Crowdcreation-Plattform.
Abschließend möchte ich festhalten, dass sich ein paar der genannten Kriterien mit den 10 Regeln von Jeff Howe decken (bspw. 1. Pick the right Model und 2. Pick the right Crowd), somit dessen Anwendbarkeit unterstützen.
Diese Ergebnisse, wie auch alle weiteren werden sich auf der Unterseite „Ergebnisse“ wiederfinden.

Auf meine Umfrage aus dem allerersten Post zu der Thematik möchte ich nur kurz eingehen.
55,56% der Teilnehmer gaben an, dass sie eine der genannten Seiten (Spreadshirt, Threadless und Qwertee) kennen, aber sie noch nie einer dieser Seiten genutzt haben. Ein Drittel der Befragten kannte keiner dieser Seiten und 11.11% haben bereits ihr eigenes Design kreiert.
Da mir dieses Umfrage-Tool nicht anzeigt, wie hoch die Teilnehmerzahl tatsächlich war, möchte ich mich über mögliche Schlussfolgerungen zurückhalten. Anmerken möchte ich doch, dass mehr als die Hälfte noch nie ein eigenes Design kreiert haben oder die Seiten nicht mal kennen. Ich hoffe allerdings, dass meine Beiträge dazu den ein oder anderen neugierig gemacht haben und jemand vielleicht mal sein eigenes Design auf einer solchen Plattform einreicht.

In meinen folgenden Posts werde ich mich nun anderen Plattformen widmen und bin schon gespannt darauf, ob man auch hier diese Regeln wiederfindet.

** Ergänzung zu dem vorherigen Post // Threadless

Da ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, die digitale Kommunikation von Threadless nicht ausführlich genug betrachtet zu haben, folgen hier detailliertere Informationen zu der digitalen Kommunikation von Threadless.

 Wie macht Threadless ihre Community auf neue Aufgaben aufmerksam?

In erster Linie werden die neuen Aufgaben (sogenannte Challenges) auf der Website von Threadless beworben. Zusätzlich werden sie aber auch auf einigen der genannten Social Media Kanäle angepriesen.

Facebook ist einer der meist-genutzten Kanäle von Threadless. Hier posten sie oft mehrmals täglich. Häufig handelt es sich dabei aber um neue von der Crowd designten Produkte, die nicht zwangsläufig einer bestimmten Aufgabe zugeordnet werden können. Wenn aber Posts zu den Challenges veröffentlicht werden, dann sieht ein Post i.d.R. so aus:

Facebook_Threadless_Challenge(Quelle: Facebookseite von Threadless – Post zur ‚Photography II design challenge‘ vom 31.12.2013, Zugriff am 06.01.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/threadless?fref=ts)

Den passenden Link zu der im Facebook-Post gezeigten Challenge, der dann auf die Homepage führt, findet ihr hier. Dort ist die Aufgabe dann detailliert erläutert.

Häufig ist es bei den Post auf Facebook allerdings so, dass sie die Challenge nicht am Tag der Veröffentlichung bekannt geben, sondern diese eher bewerben, wenn nur noch ein paar Tage bis zur Deadline dieser übrig sind.

Auf Twitter findet sich täglich zwischen 2 und ca. 12 Posts von Threadless ein. Dort wird ebenfalls ab und an auf Challenges verwiesen, jedoch häufiger auf angesagte Designs und Rabattaktionen.

Da es sich bei den Plattformen Instagram und Pinterest um Dienste zum Bilder-Upload handelt, werden hier nahezu gar keine Aufgaben beworben. Doch besonders auf Instagram werden ebenfalls fast täglich Bilder gepostet.
Lediglich Pinterest und YouTube werden von Threadless weniger regelmäßig mit neuen Bildern und Videos gefüllt. Grund hierfür ist aber vermutlich auch die Art dieser Plattformen. Die Handhabung von Instagram, Twitter und Facebook halte ich für einfacher und insbesondere einfacher in den Arbeitsalltag integrierbar. Ein kurzen Tweet abzugeben oder schnell ein Bild mit dem Smartphone machen und bei Instagram hochladen, geht wesentlich schneller als ein Video für YouTube zu produzieren.

Ich hoffe, ich konnte die Wissenslucke füllen und werde in meinem nächsten Post über Spreadshirt versuchen noch  in dem Post selbst konkreter auf die digitale Kommunikation dieser Plattform einzugehen.
Vielen Dank noch einmal für den Hinweis. 😉

Na dann mal los …

Hallo und Herzlich Willkommen liebe Leser,

Ich bin neu hier, wirklich ganz neu hier in der Welt der Blogger. 
Im Rahmen des Fachs „Digitale Kommunikation“ beginne ich meinen ersten richtigen Blog zu schreiben.
Natürlich sieht das immer so einfach aus, wenn andere das machen. Ein Blog schreiben, kann ja so schwer nicht sein.
So wie auch diese „Digitale Kommunikation“, klingt einfach.
Aber, was ist das überhaupt genau?

In unserer ersten Vorlesung „DigiKomm“ haben wir uns das auch gefragt.
Und dabei sind wir dann auf folgende Untergliederung und Schlagwörter gekommen:

  • interne Unternehmenskommunikation
    • Intranet / Wiki
    • E-Learning (Tutorials)
    • Wissensmanagement
  • externe Unternehmenskommunikation
    • PR
    • Marketing (Werbung)
    • Lieferanten-Kommunikation (bspw. via E-Mail)
    • Kunden-Kommunikation (bspw. via Newsletter)
    • E-Recruiting
    • Social-Media-Kanäle: Facebook, Twitter, etc.
    • eigene Homepage
    • Crowdsourcing (Crowdfunding, Crowdcreation, Crowdwisdom [Bewertungsportale, Erfahrungsberichte u.Ä.])
    • Image-Kommunikation
    • virale Kommunikation
    • online Journalismus
  • private Kommunikationskanäle
    • Videotelefonie (Skype)
    • Chatfunktionen
    • Blogs
    • Foren
    • ‚Edelprofile‘
    • WOM
  • Atribute
    • Aktualität
    • Interaktivität
    • Universalität
    • Feedback-Möglichkeiten
    • Multimedialität
    • Crossmedialität
  • Formen
    • 020, 02M, M2M
    • B2B, B2C, C2C
  • Sonstiges
    • E-Participation
    • E-Democracy
    • E-Gouvernment
    • Social Software
    • Trendsetting

Und hier noch ein Beispiel, wie digitale Kommunikation, oder in diesem speziellen Fall computervermittelte Kommunikation, in der Literatur behandelt wird.
In dem Buch Sozialpsychologie des Internet von Nicola Döring (2003) findet sich folgende Erläuterung zu computervermittelter Kommunikation:
„Tatsächlich wird für die hier fokussierte computervermittelte Kommunikation (also die zwischenmenschliche Internet-, Netz-, bzw. Online-Kommunikation) der Medien-Begriff im Folgenden nicht pauschal auf das Internet bezogen, sondern separat auf unterschiedliche Dienste. Schließlich haben die einzelnen Dienste und Anwendungen ihrerseits wieder den Charakter eigenständiger tertiärer bzw. quartärer Medien. Dabei sind innerhalb der Netzdienste zwei große Gruppen zu unterscheiden: Asynchrone Dienste und Anwendungen (z.B. E-Mail, Mailinglisten, Newsgroup, Newsboard) und synchrone Dienste und Anwendungen (z.B. Internet-Telefonie, Instant Messaging, Text-Chat, Grafik- und Video-Chat, Online-Spiele, Online-Tauschbösren).“ (Döring 2003, S.43)

Somit zeigt sich, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, die genannten Anwendungen zu kategorisieren. Die genannten Dienste und Anwendungen sind jedoch sehr ähnlich, nur dass es jetzt – 10 Jahre später – noch zusätzliche und differenziertere Formen der digitalen Kommunikation gibt.

Und jetzt sollen wir im Rahmen unseres Blogs untersuchen, wie sich digitale Kommunikation auf einen Kommunikationsprozess auswirkt. Wie wird der Kommunikationsprozess unseres gewählten Beispiels also durch die stattfindende digitale Kommunikation beeinflusst?

Um nun eine Antwort auf diese Frage geben zu können, brauche ich natürlich erstmal ein Thema.

Nach reichlicher Überlegung habe ich mich dann dazu entschlossen, ‚Crowdcreation‘ als Unterkategorie des ‚Crowdsourcing‘ zu dem Thema dieses Blogs zu machen.
Und genaueres dazu, werdet ihr in meinem nächsten Eintrag erfahren.