BILLY BOY: Hot Spots

Hallo zurück.
Heute werde ich das letzte Beispiel für ein Crowdcreation-Projekt vorstellen und dabei soll es um die Kampagne Hot Spots von BILLY BOY gehen.

Allgemeines

BILLY BOY ist ein bekannter Kondom- und Gleitgel-Hersteller, welcher von der Firma MAPA GmbH vertrieben wird. Und dieses Unternehmen sitzt in Zeven (Niedersachsen).
Neben Kondomen in unterschiedlichen Farb- und Geschmacksrichtungen stellen sie auch Energy-Drinks, Gleitgel und weitere Fun Toys her.

Ich selbst habe auch schon bei der MAPA GmbH gearbeitet, da Zeven nur einige Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegt. Nach meinem Abitur habe ich mir dort für ca. 9 Wochen ein wenig Geld dazu verdient. Jedoch war ich leider nicht für die BILLY BOY-Abteilung eingeteilt 😉
So, aber nun weniger von mir und mehr von der Kampagne …

Die Kampagne

2011 rief BILLY BOY im Rahmen ihrer Hot Spots-Kampagne dazu auf, ein (max.) 60-sekündigen Videospot zu drehen, welcher „neue Ideen, Freiheitsgefühl, Sicherheit und Spaß“ mit dem Produkt vermitteln sollte (vgl. Deutsche Post AG, 2011). Beworben werden sollten dabei die Produktlinie BILLY BOY B² und das BILLY BOY Gleitgel. Dabei war es auch erlaubt die Produkteigenschaften im übertragenen Sinne darzustellen (vgl. MAPA GmbH, 2011).
Es waren also kreative Vorschläge erwünscht und es sollten keine pornografischen Inhalte im Mittelpunkt stehen. Dennoch war hier ein Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme erforderlich.
Die besten drei Videos wurden dabei mit 5000, 1500 und 1000 EUR prämiert und der Einsendeschluss war (letztendlich) der 31.10.2011(vgl. ebd.).

Bei diesem Projekt wurden die gedrehten Videos zwar durch die Crowd bewertet (Vergabe von max. 10 Sternen) und sie wurde sogar dazu aufgerufen die Videos über soziale Netzwerke zu verbreiten, allerdings hat letztendlich eine Fachjury über die Wettbewerbssieger entschieden (vgl. Deutsche Post AG, 2011 und MAPA GmbH, 2011).

Alle eingereichten Videos könnt ihr euch unter folgendem Link einmal anschauen: BILLY BOY Hot Spots.

Der Umfang der eingereichten Videos war allerdings zur eigentlichen Deadline nicht zufriedenstellend, weshalb die Kampagne verlängert wurde. Letztendlich wurden allerdings 77 Videos eingereicht und der Clip „Und dann kam Billy“ gewann den Wettbewerb (vgl. Deutsche Post AG, 2011).

Hier könnt ihr den Gewinnerspot einmal sehen:


(Quelle: BILLYBOYOnline, Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=1PvofZYZhqQ)

Es gab dabei auch zwei Einreichung aus Ilmenau. Diese haben leider nicht gewonnen, aber doch an unserer Uni gewisses Aufsehen erregt. Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, hier einmal die Links: Immer das Richtige dabei + Comfort Drive.

Auch meine norddeutschen Freunde waren bei dieser Kampagne sehr aktiv, sodass es viele Einreichungen aus Hamburg und Umgebung gab. Bei meinen Recherchen bin ich dann drauf gestoßen, dass auch ein alter Schulkollege von mir bei dieser Kampagne mitgemacht hat. Ich habe mich einmal mit diesem in Verbindung gesetzt und werde ihm und auch einem der ilmenauer Produzenten ein paar Fragen bezüglich der Hot Spots-Kampagne stellen. Die Antworten, werdet ihr dann demnächst auch auf meinem Blog lesen können 😉

Laut dem Direkt+Portal der Deutschen Post AG (2011) zählt dieser Wettbewerb zu einem der aufwendigsten seiner Art, da dieser eine vollständige Videoproduktion mit Scripterstellung, Dreh, Post-Produktion und Mastering beinhaltet (Mastering meint hier die Endbearbeitung von Tonaufnahmen).

Digitale Kommunikation

Integrierter Blog
Auf der Startseite der Webseite zu der Kampagne von BILLY BOY gibt es eine Art integrierten Blog. Dort wurde die Crowd mit neuen Informationen rund um die Kampagne versorgt. Aktuell sind dort noch sechs Einträge verzeichnet. So wurde zu Beginn des Projektes ein Eintrag geschrieben und zwei während die Kampagne lief. Anschließend wurde das Ende eingeläutet und die Community wurde auf den verlängerten Einsendeschluss aufmerksam gemacht. Die letzen beiden Einträge handeln von der Jury. Erst wurde bekannt gegeben, dass diese sich jetzt an die Arbeit mache und der letzte Eintrag nennt die 3 glücklichen Gewinner.
Auffällig bei diesen Einträgen ist, dass sie meist recht kurz gehalten sind und wirklich nur die wichtigsten Informationen beinhalten. Die verwendete Sprache ist sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

YouTube
Den deutschen YouTube-Kanal von BILLY BOY haben 132 Personen abonniert und dieser wurde bereits 135.094 Mal aufgerufen. Seit Februar 2011 ist BILLY BOY dort aktiv und hat mittlerweile über 50 Videos veröffentlicht. Allerdings sind diese nicht alle aus eigener Produktion entstanden, sonder einige sind einfach auch nur zum Produkt passend (bspw. Gib Aids keine Chance). Dort haben sie auch eine Playlist zu der Kampagne Hot Spots eingerichtet. Diese enthält allerdings nur 21 Videos.

Zusätzlich gibt es noch einen Kanal für den Markt in Portugal. Dort sind 7 Videos einzusehen, aber diese sind alle aus dem Jahr 2012.

Facebook
Auf diese Social Networking Site besitzt BILLY BOY 25.937 Likes und 129 Personen sprechen über sie. Außerdem geben 139 Menschen an bereits dort (vermutlich die Fabrik in Zeven)  gewesen zu sein und bei dem Sterne-Rating bekommen sie 3,3 von 5 Sternen. (BILLY BOY 2014, Zahlen vom 24.02.2014).
Sie selbst geben auf ihrer Facebook-Seite an, dass sie regelmäßig interessante News, Unterhaltung & Gewinnspiele hier veröffentlichen (vgl. ebd). Dieses kann ich zwar bestätigen, jedoch wird auch viel Werbung für eigene Produkte betrieben. Auffällig ist auch, dass BILLY BOY versucht mit der Crowd zu interagieren indem sie ihnen Fragen stellt (bspw. ‚ „Schatz“ ist der beliebteste Kosename in Deutschland. Seid ihr kreativer? Welche Kosenamen fallen euch noch ein?‘).
Die nachfolgenden Abbildung zeigt all die eben genannten Werte einmal auf:

BB_Facebook

(Bildquelle: BILLY BOY 2014)

Die Kommunikation auf Facebook findet auch recht regelmäßig statt, sodass ca. alle 2-3 Tage etwas neues gepostet wird. Auch die Interaktion ist relativ hoch, da es keine Beiträge ohne Likes und Kommentare gibt. Die Likes und Anzahlen der Kommentare variieren sehr stark, jedoch ist auffällig, dass Gewinnspiele besonders viel Resonanz einbringen (mehrere Hundert Likes). 

Und was findet gab es zur Hot Spots-Kampagne auf Facebook?

Kurz und knapp – nicht viel. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 6 Einträge aufzufinden, die sich mit der Kampagne befassen und alle 6 sind eingereichte Videos. Es lässt sich kein Beitrag finden, der die Aktion bewirbt oder ähnliche Informationen preisgibt, wie der Blog.
Auch bei den ‚Life Events‘ von 2011 lässt sich nichts zur Hot Spots-Kampagne finden.

Twitter
Hier besitzen sie 32 Follower und haben bisher 144 Tweets geschrieben (Werte vom 24.02.2014). Der letzte dort getätigte Eintrag von BILLY BOY ist allerdings vom Mai 2012. Also wurde die digitale Kommunikation mit Crowd an dieser Seite scheinbar abgebrochen.
In Inhalte hier sind aber ähnlich derer von Facebook. Allerdings werden hier auch mal Inhalte anderer Twitter-Nutzer/innen geretweetet.
UND hier gibt es Einträge zu der Kampagne. Es wurden Tweets gepostet, die auf die Kampagne aufmerksam machten, angaben, dass der Einsendeschluss verlängert wurde oder von vielen LastMinute-Einreichungen berichteten (vgl. BILLY BOY, 2012).

Google+
Auf Google+ ist BILLY BOY in Kreisen von 7 Personen, wobei nur 3 davon wirklich reale Menschen und keine Unternehmen darstellen.
Die Inhalte sind ähnlich denen von Facebook. Viele Beiträge sind sogar identisch, nur das auf Facebook noch zusätzliche Beiträge zu einer Thematik veröffentlicht werden.
Grund dafür kann allerdings auch sein, dass über Google+ keinerlei Resonanz der Crowd kommt. Was bei nur 3 Personen aber auch kaum verwunderlich ist (vgl. MAPA GmbH 2014).
Einträge zu der Kampagne kann es hier nicht geben, da diese Plattform erst seit Juni 2013 gibt.

Allerdings besitzen sie hier auch ein Profil für den englischen Markt – BILLY BOY UK. Hier hat das Unternehmen immerhin +8 erhalten und ebenfalls 7 Personen in seinen Kreisen. Jedoch ist hier der letzte Eintrag aus dem April 2013.

Fazit
Bezüglich der digitalen Kommunikation lässt sich festhalten, dass Facebook auch für diese Kampagne der Kanal ist, der am stärksten bedient wird. Da es sich bei dem Projekt Hot Spots um einen Video-Wettbewerb handelt, ist auch YouTube von BILLY BOY gut mit eingesetzt worden. Die 2 anderen Social Media-Kanäle Google+ und Twitter spielen in der digitalen Kommunikation von BILLY BOY keine große Rolle. Auf beiden Kanälen fand / findet praktisch keine Interaktion mit der Community statt.

Abschließend lässt sich außerdem festhalten, dass dieses Projekt zwar ein Crowdsourcing-Projekt darstellt und die Crowd auch stark kreativ sein musste und es sich somit um ein Crowdcreation-Projekt handelt, allerdings denke ich, nicht im klassischen Sinne. Grund dafür ist, dass das ganze eher als Gewinnspiel aufgebaut war und auch mit dem Endprodukt nicht wirklich weitergearbeitet wurde. Jedenfalls sind keine weiterführenden Aktionen auffindbar. Möglicherweise diente diese Kampagne hauptsächlich Werbezwecken bzw. Zwecken der Imagepflege und der Ideengewinnung aus der Crowd. Ein richtiges Produkt sollte dabei nicht entstehen.

Erfolgsfaktoren
Auch hier erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* klar definiertes Konzept und klare Regeln wurden anfänglich kommuniziert
* Kampagne war auf die (junge) Zielgruppe ausgerichtet
* Inhalte der Website und Facebook als stärkstem Kanal haben sich nicht gedoppelt
* Verlängerung des Einsendeschlusses
* monetärer Gewinn für 3 Spots
* gutes Markenimage
* Produkt wird mit Spaß verbunden
* …

In meinem kommenden Eintrag werde ich dann auf die 2 schriftlichen Befragungen mit dem Ilmenauer Produzenten J. Schmidt und dem Hamburger J. Vagt eingehen.
Bis dahin ..

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Quellen:
Deutsche Post AG (2011) Mitmach-Marketing: Beispiele erfolgreicher Crowdsourcing-Kampagnen auf Direkt+. Das Onlineportal der Deutschen Post für Entscheider im Dialogmarketing. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://www.direktplus.de/praxistipps/mitmach-marketing-crowdsoucing/beispiele-erfolgreicher-crowdsourcing-kampagnen/
MAPA GmbH (2011) BILLY BOY Hot Spots – Aktionsvorstellung. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter http://hotspots.billyboy.de/index.php/home.html
MAPA GmbH (2014) BILLYBOYONLINE Google+. ZUgriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://plus.google.com/u/0/102826926524835418954/posts
BILLY BOY (2014) BILLY BOY Facebook-Seite. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline
BILLY BOY (2012) BILLY BOY Twitter-Page. Zugriff am 24.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/BillyBoyOnline

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unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

_________________

Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt & Qwertee

Hallo zurück.
Heute möchte ich euch nun abschließend zum Thema „Plattformen zur Produktgestaltung“ einen Vergleich der drei vorgestellten Plattformen präsentieren.
Ich vergleiche dabei die verwendeten Konzepte und setze den Schwerpunkt auf die geführte digitale Kommunikation. Abschließend zeige ich die Erfolgsfaktoren der Unternehmen noch einmal auf und fasse zusammen, wie man eine solche Plattform zur Produktgestaltung erfolgreich führen kann und was man bei der digitalen Kommunikation beachten sollte, oder auch besser vermeidet.

Beim Zusammenfassen der hier präsentierten Informationen ist mir bewusst geworden, dass ich bei meinen Darstellungen mit der Zeit immer präziser geworden bin, sodass ich einige Daten bezüglich der digitalen Kommunikation (besonders für Threadless) nachrecherchieren musste. Da der Zeitaufwand zu groß gewesen wäre, sind die Stände der Zahlen vom 17.01-20.01.2014. Einige Zahlen wurden dabei allerdings auch nach oben korrigiert, bspw. der Wert der Likes von der amerikanischen Facebook-Seite von Spreadshirt. Insbesondere bei den Angaben zu den Nutzerzahlen und Crowdaktivitäten (s.u.) betone ich, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe. Da ich keine Inhaltsanalyse aller Beiträge der untersuchten Unternehmen durchgeführt habe, kann es durchaus sein, dass einige Zahlen noch höher liegen, als sie in meinen Diagrammen angegeben werden. Es handelt sich bei meinen Darstellungen lediglich um Richtwerte, die die unterschiedlichen Aktivitäten der Communities und Erfolgszahlen der Plattformen veranschaulichen sollen.

Hier folgen nun die relevanten Vergleichskriterien:

Threadless

(Quelle: eigene Darstellung) Spreadshirt+Qwertee(Quelle: eigene Darstellung)

Da es kaum möglich war in dieser Tabelle auch noch auf die digitale Kommunikation einzugehen, folgen hier noch ein paar Diagramme zu den Nutzerzahlen auf Facebook (FB), Twitter und Google+. Ich habe die anderen Social-Media-Plattformen nicht mit betrachtet, da diese 3 Kanäle die einzigen waren, die auch bei allen 3 Crowdcreation-Plattformen vorhanden waren. Anschließend folgt noch eine Darstellung über die Aktivitäten der Crowd auf Facebook und Twitter, da diese Plattformen die zwei Meistgenutzten sind und gute Möglichkeiten bieten mit der Community zu interagieren.

Nutzerzahlen – Facebook

FB

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Twitter

twitter

(Quelle: eigene Darstellung)

Nutzerzahlen – Google+

Google+

(Quelle: eigene Darstellung)

Aktivitäten der Community auf Facebook und Twitter

Crowdaktivitäten

(Quelle: eigene Darstellung)

Auffällig bei den Diagrammen ist, dass obwohl Threadless auf Facebook und Twitter eine größere Community hat, die Aktivitäten der Nutzer bei der jüngsten Plattform Qwertee am höchsten ausfallen. Dort scheinen die Designs bei der Crowd besser anzukommen und starke Zustimmung zu finden. Interessant ist auch, dass Qwertee die einzige Seite ist, die auch auf Google+ relativ erfolgreich arbeitet.

Wie kann man eine Plattform zur Produktgestaltung bzw. T-Shirt-Gestaltung nun erfolgreich betreiben? Und was sollte man bei der digitalen Kommunikation beachten bzw. vermeiden?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man ein klares Konzept hat und eng mit der den Kunden bzw. der Community zusammenarbeitet. Die User benötigen einen Plattform auf der sie sich austauschen können. Da dieses nicht so einfach in die eigenen Webseite integrierbar ist, bieten sich dafür die Social Media-Kanäle an. Auf den bekanntesten Plattformen, wie Facebook und Twitter, kann man so den Dialog zu den Kunden suchen und gleichzeitig beobachten, worüber die Crowd sich unterhält.
Da Qwertee in dieser Betrachtung so erfolgreich abschneidet, halte ich es noch für sinnvoll mit dem verwendeten Konzept eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen. Somit kann die Begeisterung der Community für Designentwürfe größer ausfallen und die Diskussionen sind interessanter. Als wichtig habe ich auch empfunden, dass die Crowd nahezu täglich mit neuen Designs oder News versorgt wird. Regelmäßige Posts erleichtern auch dem Nutzer das Verfolgen einer Crowdcreation-Plattform.
Abschließend möchte ich festhalten, dass sich ein paar der genannten Kriterien mit den 10 Regeln von Jeff Howe decken (bspw. 1. Pick the right Model und 2. Pick the right Crowd), somit dessen Anwendbarkeit unterstützen.
Diese Ergebnisse, wie auch alle weiteren werden sich auf der Unterseite „Ergebnisse“ wiederfinden.

Auf meine Umfrage aus dem allerersten Post zu der Thematik möchte ich nur kurz eingehen.
55,56% der Teilnehmer gaben an, dass sie eine der genannten Seiten (Spreadshirt, Threadless und Qwertee) kennen, aber sie noch nie einer dieser Seiten genutzt haben. Ein Drittel der Befragten kannte keiner dieser Seiten und 11.11% haben bereits ihr eigenes Design kreiert.
Da mir dieses Umfrage-Tool nicht anzeigt, wie hoch die Teilnehmerzahl tatsächlich war, möchte ich mich über mögliche Schlussfolgerungen zurückhalten. Anmerken möchte ich doch, dass mehr als die Hälfte noch nie ein eigenes Design kreiert haben oder die Seiten nicht mal kennen. Ich hoffe allerdings, dass meine Beiträge dazu den ein oder anderen neugierig gemacht haben und jemand vielleicht mal sein eigenes Design auf einer solchen Plattform einreicht.

In meinen folgenden Posts werde ich mich nun anderen Plattformen widmen und bin schon gespannt darauf, ob man auch hier diese Regeln wiederfindet.

Qwertee

Hallo zurück!
Heute widme ich mich der letzten Plattform zur Produktgestaltung, nämlich Qwertee.

Allgemeines

Diese eher unbekannte Website mit Sitz in Irland wurde laut ihrer eigenen Facebook-Seite 2010 gegründet (Qwertee, 2014a).
Neben ihrem Sitz in Dublin haben sie aber auch noch Versandstellen in Amerika und England (Qwertee, 2014b).

Bei meinen Recherchen zu dieser Plattform bin ich unter anderem auch auf den interessanten Blog „Premium-Format“ von Herrn Lauschert aufmerksam geworden, welcher zum Großteil Testberichte beinhaltet. Hier berichtet er auch über seine erste Erfahrung mit Qwertee und beurteilt unter anderem auch die Qualität der T-Shirts.
Da es sich bei dieser Plattform um eine noch eher unbekannte Seite handelt, die in der Literatur noch keine Beachtung findet, war es mir leider nicht möglich andere Quellen heranzuziehen, als die hier verwendeten (siehe unten).

Konzept

Das Konzept, welches Qwertee anwendet, ist ein wenig anders als die bisher vorgestellten.
Ähnlich, wie bei den bisher präsentierten Webseiten ist, dass man eigne Shirts mit coolen Design kreieren kann und die Community dann darüber bestimmten kann, wie gut ihnen die einzelnen Aufdrucke gefallen.

Als Einstieg hier ein Video von Qwertee, welches erklärt, was Qwertee ist und wie deren Konzept funktioniert:

Das Besondere an Qwertee ist nun, dass die kreierten Designs hier nur für zwei Tage verfügbar sind. Am ersten Tag, kann man das präsentierte Design für 10 € zzgl. Versand erhalten und am zweiten für 12 € plus Versand. Anschließend kann man das Shirt „nie wieder“ über diese Plattform bestellen. Ein Countdown auf der Startseite zeigt dabei für die Kunden deutlich an, wie lange sie noch die Möglichkeit haben, ein Shirt zu ergattern. Ab und an gibt es allerdings die Möglichkeit ein „unbekanntes“ Shirt zu bestellen, so kann man mit Glück doch ein Shirt ergattern, welches eigentlich schon gar nicht mehr bestellbar ist. Ab und an gibt es auch die Möglichkeit ein Shirt in unterschiedlichen Farben zu bestellen. Jedes Design ist aber immer als Mens- und Girlie-Shirt erhältlich. Der Designer wird neben dem beworbenen Shirt auch immer erwähnt, sodass man sich gleich dessen andere Designs anschauen kann und auch für diese voten kann. Für das Bewerten, wie auch das Kreieren von Designs ist ein Registrierung auf der Website notwendig.

Eine weitere Besonderheit hier ist, dass es ab und an auch zwei-sechs Designs gibt, die bestellbar sind, da nicht eindeutig ist, welches dieser Designs besser bei der Crowd ankommt – diese sind sich häufig im Design sehr ähnlich. Ein Beispiel dafür könnt ihr hier sehen:
Google+Qwertee

(Quelle: Beitrag bei Google+ von Qwertee auf der eigenen Seite vom 03.01.2014, Zugriff am 17.01.2014, Verfügbar unter https://plus.google.com/+qwertee/photos/photo/5964803975390344530)

Auffällig für mich bei dieser Seite ist, dass Qwertee gerne Shirts zu bekannten Serien, Filmen und Klassikern von Nintendo veröffentlicht. In der letzten Zeit wurde beispielsweise viel von Pokémon, Big Bang Theory, Game of Thrones, Star Wars, Sherlock, Breaking Bad, Der Hobbit, den Minions oder auch Futurama zum Verkauf gestellt.
Meiner Meinung nach bedeutet das, dass diese Seite eher ein spezielles Publikum anspricht. Man kann zwar alles kreieren, ist aber auf die Votes der Community angewiesen. Da aber häufig solche Geek-/oder Nerd-Desigsn die höchsten Stimmanzahlen erhalten, ist es auch sinnvoller solche Designs zu erstellen, wenn der Designs möchte, dass sein Entwurf auch gedruckt wird.
Ob die Arbeit der Crowd auch monetär belohnt wird, war mir leider nicht ersichtlich. Da Qwertee allerdings nicht damit wirbt, gehe ich erstmal nicht davon aus.

Kommunikation

Die Social Media-Kanäle, die von Qwertee bedient werden sind: Facebook, Twitter, Pinterest,YouTube, Tumblr und Google+.
Zusätzlich bieten sie einen Newsletter an und haben sie auch einen eigenen Blog und ein eigenes Forum.

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Qwertee.com sells great limited edition t-shirts for 24 hours only at the incredible price of £8/€10/$12 Artists submit designs, Qwertee community members vote for their favourites and we print the most popular tees. Simple! We ship everywhere in the world..cheaply. (Qwertee, o.J. – auf allen Social Media-Kanälen zu finden)

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Was wird nun über diese unterschiedlichen Kanäle kommuniziert?

  • Facebook: Diese Plattform ist die am aktivsten genutzte, denn hier verzeichnet Qwertee 174.564 Likes und 20.044 Facebooker reden über dieses Unternehmen. Auch hier werden täglich die neusten Shirts veröffentlicht und über alle Sonderaktionen informiert. Die Werte bei den Likes, Kommentaren und Teilungen von Beiträgen auf dieser Seite sind gigantisch. Der höchste Wert bei den Likes liegt bei ca. 6.800. Generell sind die Likes für veröffentlichte Designs häufig bei über 1.000 angesiedelt. Die Höchstzahl bei den Kommentaren liegt bei ca. 2.700 und einer der erfolgreichsten Beiträge wurde ca. 2.900 geteilt (alle Zahlen vom Stand 18.01.2014). Hier einmal ein Beispiel, wie die Posts von Qwertee aussehen können. Entweder es werden nur die Designs gezeigt, so wie bei dem linken Beitrag, oder bereits auf einem T-Shirt (siehe rechter Post).

Qwertee FB(Quelle: Facebook-Seite von Qwertee. Einträge vom 29.12.2013 und 02.12.2013. Zugriff am 18.01.2014, Verfürgbar unter https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts)

  • Twitter: Bei Twitter haben sie 57.811 Follower und bereits 4.033 Tweets veröffentlicht. Hier werden auch täglich die neusten Designs veröffentlicht und zusätzlich werden hier Fragen der Crowd beantwortet oder auch auf Erwähnungen von Qwertee durch andere Twitter-Nutzer eingegangen. Bei den erfolgreichsten Designs belaufen sich die Zahlen der Retweets auf bis über 800 und bei den Favoriten werden Werte bis zu 200 verzeichnet (Stand 17.01.2014).
    Man kann also sagen, dass das Unternehmen hier sehr aktiv ist, da sie hier auch den Dialog zu den Kunden bzw. Followern ermöglichen.
  • Pinterest: Hier hat Qwertee 2.026 Follower (Stand: 17.01.2014). Allerdings auch erst 111 Pins veröffentlicht, d.h. 111 Bilder hochgeladen. Die Repins liegen hier bei bis zu ca. 180 Stück und die Höchstzahlen bei den Kommentaren belaufen sich auf ca. 3 und bei den Likes auf ca. 85.
    Die Zahlen hier sind im Vergleich zu den anderen Plattformen natürlich sehr gering. Aber besonders die Tatsache, dass dort erst 111 Pins veröffentlicht wurden, lässt vermuten, dass Qwertee dort auch noch nicht all zu lang aktiv ist, da sie auch dort nahezu täglich posten. Der erste Pin, der für mich einsehbar ist, wurde vor 41 Wochen gepinnt, d.h. sie sind dort nicht einmal 1 Jahr lang registriert. Ein Vorteil dieser Seite ist allerdings, dass auch viele andere User von Pinterest die Shirts auf ihre Pinwände pinnen und somit für Qwertee werben.
  • YouTube: Hier haben sie 44 Abonnenten (Stand 18.01.2014) und die Seite wurde bereits 7.651 mal aufgerufen. Doch auch hier sind sie erst seit ca. 3 Monaten aktiv – jedenfalls findet man keine älteren Videos von Qwertee. Die veröffentlichten Videos sind zum einen das Video, welches ich euch oben als Einstieg zum Konzept gezeigt habe, sowie 8 Videos zur Qwertee Artist Series. Hierbei handelt es sich um Photoshop-Tutorials, die den Usern dabei helfen sollen, coolere Designs erstellen zu können. Hier sind die Zahlen der Kommentare allerdings zu vernachlässigen, da sie häufig gegen Null gehen. Und die Videos an sich wurden im Schnitt zwischen 150 und 5.300 mal aufgerufen. Dieser eine hohe Wert tritt allerdings nur bei dem Video auf, welches auch in diesem Eintrag eingebunden ist. Grund hierfür ist vermutlich, dass es auch auf der Website unter dem Titel „Hoe does Qwertee work“ zu finden ist und somit vermutlich viele Neulinge sich erst einmal dieses Video anschauen.
  • Tumblr: Wie auf allen anderen Social Media-Kanälen werden auch hier stets die aktuellen Designs veröffentlicht. Die Bilder werden häufig mit 200-350 Anmerkungen versehen (Stand 17.01.2013). Zu Anmerkungen (im Englischen ’notes‘) zählen Reposts und Likes. Wie viele Follower Qwertee hier hat, war mir leider nicht ersichtlich.
  • Google+: Die Followerzahlen von Qwertee bei Google+ sind, für meine Empfindung, erstaunlich hoch. 65.349 Follower sind dort verzeichnet (Stand: 17.01.2014). Und auch hier werden täglich die neuesten Designs veröffentlicht und andere interessante Abstimmungen oder Aktionen angepriesen. Die Resonanz darauf beläuft sich bei vergebenen +1 zwischen 50 und 200 Stück, die Reposts belaufen sich auf einen Wert bis nahezu 100. Die höchste Zahl bei den gegebenen Kommentaren beläuft sich auf 30.
  • Newsletter: Der Newsletter von Qwertee wird täglich an seine Abonnenten geschickt und enthält stets das aktuell veröffentlichte Design. Ich selbst habe diesen auch abonniert und somit schon viele interessante Designs gesehen.
  • Blog: Hier werden hauptsächlich generelle Themen behandelt. Beispielsweise werden Konzeptveränderungen/-erweiterungen angepriesen oder Einträge gepostet, die den Kunden helfen sollen, die passende Größe zu wählen. Die Aktivität hier ist eher gering. Seit 2010 wurden hier nur 12 Beiträge veröffentlicht (Das sind genauso viele, wie ich bisher auf meinem Blog habe – haha 😀).
  • Forum: Der erste Hinweis dort lautet: „Here’s where you can talk about tees, art and design and pretty much anything else you can think of. Be sure to get involved, we’re friendly!“ (Qwertee, 2014c). Und hier wird wirklich alles angesprochen. Neben Diskussionen wie „A lot of people like Sherlock. What about The Mentalist?“ oder technischen Fragen und Problemlösungen, gibt es auch kritische  Beiträge wie „The voting system seems useless„. Da ich den Titel interessant fand, hab ich mir diesen durchgelesen und der Autor hat von einer Handvoll anderen Nutzern Zuspruch erhalten. Er beschwert sich darüber, dass einige T-Shirts mit vielen Votes nicht gedruckt werden, dafür aber einige mit viel weniger Stimmen in die Produktion gehen. Falls noch jemanden diese Thematik interessiert, habe ich den Titel mit der Seite verlinkt. Dieser Eintrag ist vom 10.01.2014 – bisher gibt es noch keine Reaktion von Qwertee dazu.
    Die Beiträge des Forums werden den Kategorien „Art & Design“, „Promote“ und „News“ zugeordnet.
    Auffällig bei den Forenbeiträgen ist, dass einige sehr viel Aktivität der Community erzeugen (über 100 Kommentare) und andere nicht eine einzige Antwort auf die Frage erhalten. Ich denke, die Gründe hierfür sind zum einen die Thematik und zum anderen die Nützlichkeit der Informationen. Beispielsweise gibt es derzeit auch einen Beitrag von Qwertee selbst, indem sie ihre Nutzer dazu aufrufen Bugs auf der neuen Website zu entdecken und ihnen diese (mittels Screenshot) mitzuteilen. Hierbei hilft die Community also auch dem Unternehmen dabei, die Website fehlerfrei zu machen – eine andere Art, die Crowd mit einzubinden (Stichwort: Crowdtesting) 😉

Fazit

Bezüglich der Kommunikation empfinde ich besonders die Kanäle sinnvoll, auf denen es möglich ist, täglich die Crowd zu kontaktieren. Besonders gelungen sind somit der Newsletter und der tägliche Design-Post auf Facebook. Auf diese Mail bzw. den Beitrag warten die Community-Mitglieder von Qwertee förmlich. Auch die hohen Nutzerzahlen und die große Teilnahmebereitschaft sprechen dafür, dass das tägliche Posten bei der Crowd gut ankommt.
Wie bei allen anderen Beiträgen, erhebe ich auch hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bei der folgenden Liste der Erfolgsfaktoren.

Erfolgsfaktoren
* täglicher Kontakt zu der Zielgruppe
* komplett freie Produktgestaltung – keine Bindung an Aufgaben
* starke Social-Media-Präsenz
* große Marktreichweite (USA und Europa)
* künstliche Verknappung durch 24-Stunden-Frist
* gute Produktqualität
* Preisgünstig
* spezifische Zielgruppe
* …

Mit diesem Post habe ich nun meine Serie der Beiträge über Plattformen zur Produktgestaltung abgeschlossen und werde nun die drei betrachteten Webseiten miteinander vergleichen und werde auch noch meine Leserfrage zu dieser Thematik auswerten. Falls ihr an dieser noch nicht teilgenommen habt, könnt ihr dies gerne tun. Vielen Dank.
Ich hoffe, ich konnte euch auch diese Plattform ansprechend präsentieren und danke für die Aufmerksamkeit.

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Quellen:
Qwertee, 2014a. Facebook-Seite von Qwertee. About. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/Qwertee/info
Qwertee, 2014b. Startseite Qwertee. Zugriff am 17.01.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/
Qwertee, 2014c, Forum von Qwertee. Zugriff am 17.04.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/forum
Lauschert, A., 2013 / Blog Premium-Format. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter http://www.premium-format.de/jeden-tag-ein-neues-design-das-qwertee-t-shirt-im-test/22101.html

Spreadshirt

Wie bereits mehrfach erwähnt, werde ich euch heute eine weitere Plattform zum T-Shirts selbst gestalten vorstellen – Spreadshirt.

Bevor ich selbst angefangen habe, mich detailliert mit dieser Website auseinander zu setzten, habe ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umgehört, ob jemand diese Seite nutzt. Glücklicherweise hat sich jemand gefunden, Herr J. Knapp (25 Jahre), der sogar seinen eigenen Shop bei Spreadshirt führt, d.h. seine eigenen T-Shirt-Entwürfe über diese Seite für sein Football-Team (Northern United) verkauft. Ich habe diesem jungen Herrn einen Fragenkatalog mit 20 Fragen zu den Kategorien „Allgemeines“, „Shop“, „Kommunikation“ und „Fazit“ geschickt und am 08.01.2014 seine Antworten per E-Mail erhalten. Ich werde passende Auszüge dieses Fragebogens den einzelnen Kategorien zuordnen, sodass auch seine Angaben in mein Fazit bezüglich der einzelnen Kategorien und besonders den Erfolgsfaktoren von Spreadshirt mit einfließen werden.

Allgemeines

Spreadshirt, ein deutsches Unternehmen, welches 2002 in Leipzig als Zwei-Mann-Unternehmen gegründet wurde (Hettler, 2010), ist der vorher betrachteten Plattform Threadless gar nicht so unähnlich. Sie bedrucken ebenfalls Textilien (hauptsächlich T-Shirts) in verschiedenen Farben und Formen – für Privatleute, Vereine und Firmen. Derzeit kann man laut Spreadshirt (2014) sein Design schon auf über 140 Produkten verwirklichen.
Mittlerweile ist das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und auch in Nordamerika aktiv (Spreadshirt, 2014).

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T.K.: Ist es für dich wichtig, dass es sich bei Spreadshirt um ein deutsches Unternehmen handelt?

J.K.: „Weniger, mir sagt eher das „junge“ Image, der Plattform zu. Zudem muss ich gestehen, ist mein Englisch eher zweitklassiger Art, so dass ich in der Hinsicht doch sehr froh bin, dass alles in Deutsch formuliert ist. Gerade was die Service Kommunikation via E-Mail angeht.“

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Konzept

Hier ist das Konzept wirklich sehr einfach. Der User kann sein gewünschtes Design direkt auf Spreadshirt.de designen. Dort gibt es ein Produktkatalog mit allen verwendbaren Farben. Man kann dort auch sein eigenes Bild hochladen oder einfach ein vorgefertigtes Motiv wählen und es für den eigenen Gebrauch abändern. Außerdem kann man noch einen Schriftzug addieren. Die meisten dieser Elemente kann man auch noch drehen, spiegel, skalieren und und und.
Es wird direkt angezeigt, wie teuer die einzelnen „Bauteile“ sind und der Gesamtpreis ist auch immer ersichtlich. Wenn man mit seinem Produkt zufrieden ist, kann man dieses direkt in den Warenkorb legen.

Hier ein Beispiel von einem von mir kreierten Beutel:
Beutel CC(Quelle: http://www.spreadshirt.de/t-shirt-selbst-gestalten-C59. Zugriff am 10.01.2014. Eigener Designentwurf)

Wenn man mit seinen eigenen Designentwürfen auch Geld verdienen will, dann kann man bei Spreadshirt einzelne Motive verkaufen oder sogar einen eigenen Shop eröffnen. Hierfür ist zwar eine Registrierung notwendig, aber die Produktgestaltung läuft genauso ab, wie oben beschrieben. Anschließend hat man dann allerdings noch die Möglichkeit eine Provision festzulegen, welche dem Nutzer nach jedem verkauften Produkt gut geschrieben wird. Die Höchstgrenze liegt bei 15 EUR, doch die erfolgreichsten Designer verlangen laut Spreadshirt (o.J.) ca. 3 EUR pro Design.
Wenn man ein eigenes Design veröffentlicht hat, dann kann das auch von anderen Usern benutzt werden um wieder neue Produkte zu gestalten. Dabei verdienen dann aber beide an dem Verkauf.
Um die Zahlung und die Produktion bis hin zur Nachbetreuung der Kunden kümmert sich aber immer Spreadshirt selbst (Spreadshirt, o.J.).

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T.K.: Welche Rolle spielt für dich der eigene Shop bei Spreadshirt?

J.K.: „Es ist schon ganz cool für seine Mannschaft individuelle Shirts gestalten zu können. Wie in allen Vereinen brauch man auch für diese Position nur jemand der sich darum kümmert. Und Spreadshirt macht es um einiges unkomplizierter als bei jedem Training zu fragen, ob wer was bestellen will und dann dem Geld hinterher zu rennen. Gerade für uns als Spielgemeinschaft, in welcher die Spieler in ganz Niedersachsen verteilt sind ist es praktisch, sich einfach eben online DAS Shirt seiner Wahl zu bestellen und eben zu sich liefern zu lassen.“

T.K.: Wie lange führst du schon diesen Shop und wofür nutzt du ihn?

J.K.: „In etwa zwei, drei Jahre, müssten es sei.
In erster Linie für unsere Footballmannschaft, es kam aber schon mal vor, diesen auch für einen kurzen Zeitraum als Verteilerplattform für Festival-Shirts im Freundeskreis zu nutzen (also wirklich nur für knapp eine Woche und es ist nichts daraus geworden, schließlich feierten wir keinen Junggesellenabschied, sondern besuchten ein Festival).“

T.K.: Stelle bitte den Ablauf der Shirtgestaltung auf Spreadshirt kurz dar.

J.K.: „Produkt auswählen > Motiv hinzufügen > ggf. Text > Fertig“

T.K.: Bist du allein für die neuen Designs zuständig oder wie entsteht ein neuer Entwurf?

J.K.: „Nein… dazu fehlt mir das „Grafiker-Talent“ bzw. dazu lässt Spreadshirt vielleicht auch ein bisschen wenig Spielraum um auszuprobieren. Die ersten Shirts sind von mir und den Möglichkeiten die Spreadshirt bietet entstanden. Doch für die wirklich coolen Motive und damit auch coole Shirts, liefere ich den Jungs (mit mehr „Grafiker-Talent“) lediglich eine abfotografierte Skizze von dem was/wie ich es mir denke, anhand einer Whatsapp-Fotografie und warte bis mir eine Datei/ein Motiv zugeschickt wird. Und das sind eindeutig die besten (besonderer verweis gilt hier dem „ball so hard“ Shirt).“

T.K.: Wie ist das Verhältnis von dem Gewinn für dich bzw. euch als Football-Verein und Spreadshirt? Kannst du die prozentuale Aufteilung benennen?

J.K.: „Von Gewinn kann man da kaum Sprechen, es gibt glaube ich nur eine Hand voll Produkte die ich mit ein oder zwei Euro als Provision  erstellt habe (davon geht dann noch die MwSt. ab.

Der Ursprungsgedanke war einen guten Preis zu finden (inkl. dieser Provision) und den Gewinn der Teamkasse zugutekommen zu lassen, allerdings hat sich das bisher nicht rentiert und wurde fallen gelassen, sodass der Promotion-Gedanke von unserem Verein und des Sports selber viel mehr in den Vordergrund gerückt ist.“

T.K.: Wie viel Resonanz erhaltet ihr? Gibt es viele Personen, die eure Shirts kaufen?

J.K.: „Dazu hat Spreadshirt  tatsächlich gute und übersichtliche Statistiken und Diagramme geschaffen, dennoch würde ich knapp 40 verkaufte Produkte in der Zeit wirklich nicht als „viel“ bezeichnen. Und die Besucherzahlen schießen immer dann hoch, wenn ich zum Beispiel ein Produkt bei Facebook promote.“

T.K.: Handelt es sich dabei nur um eure eigenen Spieler oder auch sind die Käufer hauptsächlich Fans?

J.K.: „Schon größten Teils Spieler und auch mal Anhang, ich weiß spontan von zwei nicht Spielern und nicht Partnern, die ein Shirt aus dem Shop besitzen.“

T.K.: Habt ihr noch andere Produkte außer T-Shirts? Wenn ja, welche?

J.K.: „Ja, da wären die Tasse, die Weste, das Muskel Shirt, ein Polo Shirt und Hoodies. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit bis ich Tasse und Weste aus dem Shop entferne, Shirts laufen deutlich am besten und bei den Hoodies ist es, glaube ich,oft eine Geldfrage.“

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Kommunikation

Neben ihrer eigenen Website hat Spreadshirt auch einen Blog und bietet einen Newsletter an.
Social Media-Kanäle werden von ihnen folgende genutzt: Facebook, Twitter, YouTube, Google+ und Flickr. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Facebook sowohl eine Seite für den deutschen wie auch den amerikanischen Markt bietet. Bei YouTube gibt es sogar 3 Kanäle – für die deutsche, europäische und amerikanischen Crowd. Twitter gibt es beispielsweise nur für den amerikanischen Markt, was vermutlich aber auch daran liegt, dass Twitter dort viel stärkeren Anklang gefunden hat als bei uns in Deutschland.
Doch selbst, wenn Spreadshirt Deutschland als Seiteninhaber angezeigt wird, sind die veröffentlichten Beiträge häufig auf Englisch (bspw. bei Google+).

Doch was wird auf diesen Kanälen eigentlich kommuniziert?

Auf Facebook beispielsweise werden hauptsächlich neu entworfene Designs vorgestellt, ab und an auch ein Gewinnspiel. Die dt. Seite hat 16.551 Likes und 138 Personen, die darüber reden. Auf der amerikanischen Seite sieht es im Grunde ähnlich aus, nur dass auch mal witzige Bilder und lustige Sprüche gepostet werden. Hier liegen die generierten Likes bei 34.381 und 267 Nutzer reden mit. Ob nicht aber auch viele deutsche Fans die Facebook-Seite für den amerikanischen Markt geliket haben, ist fraglich. Daher  urteile ich nicht über die fast doppelt so hohe Anzahl der Likes.
Die Likes für die einzelnen Beiträge fallen allerdings sehr gering aus. Auf der amerikanischen Seite liegt der höchste Wer bei ca. 30 und auf der deutschen Seite gab es durchaus auch Post die über 500 Likes einbringen konnten. Allgemein habe ich das Gefühl, dass die Community dort aktiver ist, da Beiträge auch häufiger geteilt und kommentiert werden.

Zusätzlich gibt es auf Facebook noch die Möglichkeit die Spreadshirt Shop App zu nutzen, wenn man bereits auf der Website einen eigenen Shop eingerichtet hat. Dieses bietet den Kunden so die Möglichkeit, ihre Produkte direkt auf Facebook anzubieten und zu verkaufen (vgl. Facebooklet, 2011).
Google+ würde ich fast vernachlässigen, da sie dort nur 647 Follower haben und größtenteils auch nur Designs bewerben.
Auf Twitter sind die Inhalte der Tweets ganz unterschiedlich. Von Antworten auf Nutzerfragen, über beworbene Designs zu Fragen über aktuelle Geschehnisse ist alles dabei. Sie werden auch häufig von Nutzern durch Hashtags verlinkt. Dort haben sie 13.221 Follower und bereits 4.477 Tweets gepostet.
Der eigene Blog wird zwar recht häufig genutzt, allerdings ist hier die Rückmeldung der Crowd geringer als bei den anderen Social Media Kanälen. Jedoch werden hier über alle spreadshirtbetreffenden Themen berichtet. Es werden Weihnachtsgrüße an die Crowd gesendet, Rabattaktionen angepreisen, Produktänderungen beschrieben oder auch Rückblicke auf das vergangene Jahr gegeben, sodass die Community erfährt, welche Produkte die beliebtesten waren. Eine Sache die hier jedoch nicht beworben wird, sind aktuelle Designvorschläge – die sind dafür aber ja auf Facebook zu finden. Neben dem deutschen Blog gibt es auch einen für den englischen und amerikanischen Markt, sowie für Frankreich, Norwegen und die Niederlande. Zusätzlich gibt es auch noch einen Blog der Entwickler. Dieser ist auf Englisch verfasst und leider sehr unregelmäßig aktiv. Die Themen dieses Blogs drehen sich bspw. um Bestellfunktionen oder den Versand.

Spreadshirt Blog(Quelle: Blog Spreadshirt, Eintrag vom 28.12.2013. Zugriff am 13.01.2014. Verfügbar unter http://blog.spreadshirt.net/de/)

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T.K.: Wie wirst du darauf aufmerksam gemacht, dass jemand ein Shirt bestellt hat?

J.K.: „Ausschließlich wenn ich in der Shop-Übersicht nachschaue. Reicht mir aber voll und ganz.

T.K.: Kennst du Social Media Kanäle (Facebook, YouTube, Twitter, Google+, Flickr, …) von Spreadshirt? Wenn ja, welche?

J.K.: „Ja, Facebook und Youtube.“

T.K.: Folgst du Spreadshirt auf einer dieser Seiten? Wenn ja, nenne diese bitte und gib kurz an warum.

J.K.: „Nein, kann man nicht behaupten.“

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FAZIT

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T.K.: Worin siehst du die Vorteile von Spreadshirt?

J.K.: „Auch hier der Verweis auf eine schon gegebene Antwort: ganz klar das einfache Handling eines Online Shops, ohne jeden einzeln aufmerksam machen zu müssen und der Zeitraum, um unabhängig bestellen zu können.

Gerade für einen Verein wie uns, wo sich nicht jeder täglich über den Weg läuft, sehr praktisch. Zudem die Einbringung eigener Logos und vielleicht doch eigener Nummer o.ä. ist einfach und gut gelungen.“

T.K.: Gibt es auch Nachteile? Oder Eigenschaften dieser Plattform, die du als weniger vorteilhaft beurteilen würdest? Wenn ja, welche?

J.K.: Einen ganz großen, aber die Lösung liefer ich gleich mit! Die Anbringung verschiedener Textbausteine plus die Unterbringung jedes einzelnen Motives kosten immer wieder ein Paar Euro extra, so dass ein Shirt allein mit den Möglichkeiten die Spreadshirt bietet schnell bei über 25,- teilweise über 30,- liegt. Gestaltet man diese Vorlage aber selbst am Computer und es handelt sich nur noch um ein oder zwei Motive (Vorder- und Rückseite geht nun mal nicht als Eins) bleibt man bei unter 20,- €! Also wer über dieses schon genannte „Grafiker-Talent“ verfügt (ich betone nochmal: ich nicht!) hat damit keine Schwierigkeiten, ich bin aber so auf Hilfe anderer angewiesen. Würde aber nicht sagen, dass mir die Zusammenarbeit dadurch nicht gefällt.“

T.K.: Wie würdest du deine persönlichen Erfahrungen mit Spreadshirt beschreiben? Eher positiv/negativ?

J.K.: „Schon immer positiv, aber als ich hinter den „mach-nur-noch-ein-Motiv-aus-dem-ganzen-Trick“ gekommen bin, durchweg positiv.“

T.K.: Würdest du diese Seite weiter empfehlen? Wenn ja, welcher Zielgruppe?

J.K.: „Ganz klar Vereinen, die keinen lokalen/regionalen Textildrucker zur Hand haben oder sich einfach in ihrer Gestaltungsfreiheit austoben wollen.

Teilweise sind auch gute individuelle Geschenkideen zu gestalten oder in den Shops zu finden!

Junggesellenabschiede…

Oder auch Leute, die Bock auf ein richtig albernes Shirt haben  ;)“

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Der schriftliche Fragebogen mit Herrn Knapp hat mir gezeigt, dass diese Plattform besonders für (Sport-)Vereine gut geeignet ist, um die gesamte Mannschaft und die Fans mit Produkten ihrer Wahl auszustatten. Die Handhabung der Seite scheint einfach zu sein, jedoch sollte man bedenken, dass es teurer ist viele einzelne Elemente zu verwenden als ein großes Element, welches man vorher selbst grafisch umsetzten muss. Wenn man also preiswert gestalten will, ist ein wenig grafisches Talent nicht verkehrt – jedoch nicht notwendig, um diese Seite zu nutzen.
Um seinen Motiven richtig erfolgreich Geld zu verdienen, müsste man die Provisionen schon etwas höher ansetzten, als nur 1-2 EUR, wie Herr Knapp es veranschlagt hat. Dann besteht jedoch die Gefahr, dass die Nutzer die Produkte als zu teuer empfinden.

Erfolgsfaktoren

* die Möglichkeit einen eigenen Shop zu führen
* Höhe der Provision (fast) frei wählbar
* komplett freie Produktgestaltung – keine Bindung an Aufgaben
* einfache Handhabung der (integrierten) Software
* starke Social-Media-Präsenz
* Facebook-App als weitere Plattform, um Produkte zu (ver)kaufen
* regionale Social Media Kanäle
* einzelne Online-Plattformen werden unterschiedlich genutzt – keine (ständige) Doppelung der Inhalte
* große Produktpalette
* große Marktreichweite (USA und Europa)

So, nun habe ich es schon fast geschafft – 2 von 3 Plattformen habe ich bereits vorgestellt. Mein nächster Beitrag wird dann von der Seite Qwertee handeln. Anschließend werde ich versuchen, die 3 Webseiten miteinander zu vergleichen.
Vielen Dank für’s Lesen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit 🙂

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Quellen:

Hettler, U. (2010) Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, Sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0. München: Oldenbourg

Spreadshirt (o. J.) Geld verdienen mit Spreadshirt. Zugriff am 10.01.2014. Verfügbar unter http://www.spreadshirt.de/hilfe-C1328/categoryId/277/articleId/1336.

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Julian Knapp vom 08.01.2014, geführt vom Verfasser

Facebooklet (2011) Spreadshirt kündigt kostenlose Shop-Anwendung an. Zugriff am 13.01.2014. Verfügbar unter http://facebooklet.de/2011/10/spreadshirt-kundigt-kostenlose-shop-anwendung-an/