Abschlussbetrachtung Teil 1 – eine Übersicht der aufgezeigten Beispiele

Hallo und herzlich Willkommen zurück.
Heute werde ich damit beginnen die Arbeit auf diesem Blog zu beenden.
Im ersten Teil dieser Abschlussbetrachtung möchte ich noch einmal meine aufgezeigten Beispiele und den dazugehörigen Analyseverlauf reflektieren und dabei auch die einzelnen Projekte und Plattformen miteinander vergleichen.

Allgemein lässt sich erst einmal festhalten, dass meine inhaltliche Struktur bei der Präsentation der Beispiele mit der Zeit immer übersichtlicher wurde. Bei meinen erst genannten Beispielen hatte ich noch keine feste Analysestruktur im Kopf, weshalb diese noch die wichtigen Informationen im Fließtext ohne Unterpunkte enthalten. Letztendlich kristallisierten sich dann aber folgende Unterkategorien heraus: Ich habe erst immer Allgemeines zu dem Projekt oder der Plattform beschrieben, bin anschließend auf das dort vorherrschende Konzept eingegangen (manchmal anhand eines Fallbeispieles) und habe mich dann der digitalen Kommunikation des Projektinitiators bzw. des Plattformbetreibers gewidmet. Abgeschlossen habe ich die Betrachtungen mit einem kleinen Fazit und den Erfolgsfaktoren des Projekts/der Plattform.

Mit meinem letzten Satz wird bereits deutlich, dass ich einmalige Crowdcreation-Projekte untersucht habe, wie auch Plattformen, deren Tagesgeschäft Crowdcreation (kurz CC) ist. Meine gesammelten Analyseergebnisse (siehe Ergebnisse) habe ich für beide Fälle angegeben, da es wenig Sinn macht, diese getrennt voneinander zu betrachten.
Ich habe bereits im Verlauf der Analyse zwei zusammenfassende Einträge bezüglich der Beispiele veröffentlicht. Zum einen habe ich meine Betrachtungsreihe der Produktgestaltungs-Plattformen mit einem vergleichenden Beitrag beendet (siehe Abschließende Bewertung der drei vorgestellten Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee) und in meinem Zwischenfazit bin ich bereits auf meine bisherigen Beispiele und die resultierenden Erfolgsfaktoren eingegangen (siehe dazu: Zwischenfazit).

Letzendlich habe ich auf diesem Blog insgesamt 10 Beispiele für Crowdcreation vorgestellt. Jedes einzelne Beispiel war auf seine ganz eigene Art und Weise besonders und hat sich von allen anderen Beispielen unterschieden (genaueres dazu: siehe unten). Hier einmal eine Auflistung der Beispiele:

  1. iStockphoto
  2. Tchibo ideas
  3. Threadless
  4. Spreadshirt
  5. Qwertee
  6. Pril
  7. BECK’s
  8. 12designer
  9. unserAller
  10. BILLY BOY

Von diesen Zehn handelt es sich bei 3 Fällen (Pril, BECK’s & BILLY BOY) um einmalige Kampagnen und die anderen 7 Beispiele stellen Plattformen dar, die täglich mit der Crowd zusammenarbeiten. Bei den hier vorgestellten Unternehmen handelt es sich um 7 deutsche Firmen, 2 amerikanische und ein Unternehmen aus Irland. Von diesen 10 sind aber nur 7 europa- oder weltweit aktiv. Aktiv meint in diesem Zusammenhang jedoch nicht zwangsläufig, dass ihre CC-Projekte europa- bzw. weltweit laufen, sondern lediglich das das Gesamtunternehmen so agiert.
Doch schauen wir uns jetzt einmal an, was die einzelnen Beispiele unterscheidet und wie die jeweiligen Unternehmen ihre digitale Kommunikation handhaben.

Die großen Unterschiede der Konzepte
Punkte, in denen sich all diese Beispiele bezüglich der Konzepte voneinander unterscheiden, sind beispielsweise die angesprochenen Zielgruppen oder die Vergütung der Gewinner.
Bei den Zielgruppen ließen sich Personengruppen finden, wie Fotografen, (Sport-)Vereine, Nerds, Unternehmen oder einfach nur junge Kreative. Die Vergütung der Crowdcreation-Gewinner waren zwar meistens monetärer Art, doch auch Prestige und materielle Entlohnungen waren bei den Beispielen vorhanden.
Auffällig war auch, dass einige Initiatoren oder Plattformen-Betreiber ganz offen mit ihren bisherigen Nutzerzahlen, Anzahlen der Einsendung etc. umgehen/umgingen und andere keine dieser Werte der Crowd bekannt geben wollen.

Die digitale Kommunikation im Vergleich

  • genutzte Social Media-Kanäle

Facebook, als der beliebteste Social Media-Kanal, wurde von 9 von 10 der Initiatoren für die Kommunikation mit der Crowd genutzt. Die einzige Plattform, die Facebook nicht genutzt hat, ist Tchibo ideas. Diese Webseite ist allerdings auch die einzige Seite, die gar keine Social Media-Kanäle nutzt.
Twitter wird von den genannten Beispielen am zweithäufigsten genutzt (6 von 10). YouTube wurde immerhin noch von der Hälfte genutzt und Google+ von 4 der 10 Initiatoren. Da die Kommunikation über Google+ aber bei dem Großteil der vier erwähnten Beispiel eingeschlafen ist bzw. keine Interaktion mit der Crowd stattfindet, ist dieser Kanal zu vernachlässigen.
Bei den 3 Beispielen für die Produktgestaltung (Threadless, Spreadshirt und Qwertee) ist diesbezüglich auffällig gewesen, dass diese Drei noch weitere Social Media-Kanäle bedienen. Sie sind auch auf Pinterest, Flickr, Tumblr, Instagram oder Vimeo vertreten. Bei dieser Art von Crowdcreation scheint die bildliche Darstellung der eingereichten Shirts u.ä. besonders gut bei der Crowd anzukommen. Threadless stellt hierbei mit 7 genutzten Social Media-Kanälen den Spitzenreiter dar. Im Schnitt nutzen die Initiatoren allerdings nur 3,2 solcher Kanäle.

Die Häufig- und Regelmäßigkeit der Postings auf den einzelnen Social Media-Plattformen unterscheidet sich ebenfalls stark. Bei CC-Plattformen, die täglich neue Einsendungen von der Crowd erhalten und somit recht schnelllebige Projekte betreuen (bpsw. die Plattformen zur Produktgestaltung), ist auch das Postingverhalten auf Facebook an diesen Umstand angepasst. Somit wird auch hier täglich mit der Crowd interagiert, sie über neue Challenges, Designs etc. informiert.
Bei etwas längerfristigen Projekten werden auch die Zeitabstände der veröffentlichten Beiträge größer.

Besonders auffällig waren hierbei BECK’s und BILLY BOY. Obwohl es sich bei den beiden genannten Fällen um Einzelprojekte handelt, welche über mehrere Wochen liefen, fallen die Abstände der Postings bei BECK’s ähnlich aus, wie auch bei den Plattformen zur Produktgestaltung. Auch dieses Brauerei-Unternehmen interagiert nahezu täglich mit der Crowd, auch wenn es dabei nicht immer um die Kampagne ging. Bei BILLY BOY waren unerwartet gar keine werbenden Beiträge zu ihrem CC-Projekt zu finden. Lediglich ein paar Einsendungen wurden vorgestellt.

Um euch mal einen kleinen Überblick über den ‚Erfolg‘ der einzelnen Projekte auf der meistgenutzten Social-Media-Plattform Facebook zu ermöglichen, folgt hier einmal eine grafische Darstellung der Likes. Wie bereits erwähnt, gibt es keine Facebook-Seite von Tchibo ideas, weshalb diese Plattform in der Grafik nicht erscheint. Um die Werte auch besser miteinander vergleichen zu können, habe ich alle Zahlen noch einmal nachrecherchiert (alle Quellenangaben dazu: siehe unten).
LikesFB

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Gründe, weshalb Threadless so überdurchschnittlich gut abschneidet, sind vermutlich, dass es sich bei dieser Plattform um ein amerikanisches Unternehmen handelt, welches weltweit agiert. Die Zielgruppe ist sehr groß, sodass praktische ‚jedermann‘ auf Threadless mitmachen kann. Außerdem bedienen sie die meisten Kommunikationskanäle und interagieren dort täglich mit ihrer Community. Dabei muss man aber auch bedenken, dass Threadless mit zu den ersten Plattformen gehört, die überhaupt in dieser Art und Weise mit der Crowd zusammenarbeiten. Diese Plattform kann somit als Vorreiter für viele andere gesehen werden.

  • andere Kommunikationskanäle

Weitere Kanäle, die häufig genutzt werden, um mit der Crowd zu interagieren oder diese über das Projekt zu informieren sind Newsletter (4/10) oder Blogs (6/10) auf den Projektwebseiten/Plattformen. Ein Initiator nutze auch ein Forum, trotz vorhandenem Blog. Ein Kommunikationskanal, der mich persönlich sehr überrascht hat, war der Live-Chat vom 12designer-Team. Ein solches Tool ist aufgrund seiner unverzögerten Ansprache der Kunden oder Kreativen sehr aufwendig zu betreiben, hat jedoch auch den Vorteil, Probleme unmittelbar zu beheben und somit die Zufriedenheit der Nutzer hoch zu halten.

Und nun der Erfolg ?!

Ich habe mir viele Gedanken darum gemacht, ob nun letztendlich alle meine vorgestellten Projekte (außer das Negativ-Beispiel Pril) erfolgreich waren bzw. immer noch sind. Um mir einmal einen Überblick zu verschaffen, habe ich alle meine herausgearbeiteten Do’s und zusätzlichen Erfolgsfaktoren bezüglich der Projekte/Plattformen betrachtet. Dabei ist eine Tabelle entstanden, die ihr im Folgenden sehen könnt. Ich sage jedoch schon vorweg, dass es mir teilweise wirklich schwer gefallen ist, die einzelnen Faktoren auf  die 10 unterschiedlichen Projekte und Plattformen anzuwenden, da sie sich – wie mehrfach erwähnt – so stark voneinander  unterscheiden. Eine unterhalb der Tabelle angelegte Legende soll das Lesen dieser Darstellung vereinfachen.

 VergleichAllerBSPs

(Bildquelle: eigene Darstellung)

Nach dieser Einteilung erhält unserAller die meisten grünen Punkte, dicht gefolgt von Threadless. Und wie zu erwarten bekommt Pril die meisten roten Punkte. Ein Grund dafür, dass die anfänglich betrachteten Plattformen und Projekte nur recht durchschnittlich abschneiden, kann allerdings auch sein, dass ich mich zu Beginn meiner Analysephase mit bestimmten Aspekten der Webseiten bzw. der Konzepte und der digitalen Kommunikation nicht so detailliert befasst habe, wie ich es bei den späteren Beispielen tat.
Die vermutlich erfolgreichste Plattform bei meiner Analyse ist Threadless. Nicht nur bei der tabellarischen Betrachtung schneidet diese Seite sehr gut ab, sondern auch, wenn man die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der eingereichten Entwürfe betrachtet, wird der Erfolg dieser Plattform deutlich. Diese Seite besitzt über eine Million Nutzer und verzeichnet mittlerweile mehr als 225.000 Designs (vgl. vorherigen Beitrag zu Threadless) und außerdem haben sie die meisten Likes auf Facebook und bedienen die meisten Kommunikationskanäle.
Die Plattform unserAller schneidet nicht ohne Grund bei meiner grafisch dargestellten Analyse so gut ab. Viele der genannten Erfolgsfaktoren werden von dieser Plattform umgesetzt. Allerdings ist diese Webseite vermutlich noch zu unbekannt und ist noch nicht lang genug am Markt etabliert, um sich mit einem „Urgestein“ wie Threadless wirklich messen zu können. Ähnliche sehe ich es auch bei anderen Projekten, die wahrscheinlich noch nicht genug Erfahrung auf diesem Gebiet aufweisen können. Doch auch allen Neulingen stehen noch alle Erfolgschancen offen. Die Plattform Qwertee gehört beispielsweise auch zu den jüngeren Initiatoren und ist dafür aber schon ausgesprochen beliebt.
Ich persönlich denke, dass all die von mir betrachten Beispiele noch die Möglichkeit haben, ihre Crowd auszuweiten und den Erfolg ihrer Unternehmung zu steigern – dafür sprechen beispielsweise auch die bereits in den paar Wochen veränderten Nutzerzahlen und Likes, die sich seit meiner Erstbetrachtung gestiegen sind (bspw. 12designer). Und selbst Pril könnte nochmal einen neuen Versuch wagen und ein neues CC-Projekt starten. Dank meiner Analyse ist die Gestaltung eines erfolgreichen Projekts jetzt ja auch ganz einfach 😉

________________________

Quellen:
12designer (2014). Facebookseite von 12designer, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
BECK’s (2014) Facebookseite von BECK’s, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/becks.de?fref=ts
BILLY BOY (2014) Facebookseite von BILLY BOY, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/BillyBoyOnline?fref=ts
iStockphoto (2014) Facebookseite von iStock, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/istock.deutschland?fref=ts
Pril (2014) Facebookseite von Pril, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/PrilMENA
Qwertee (2014) Facebookseite von Qwertee, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts
Spreadshirt (2014) Facebookseite von Spreadshirt, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/spreadshirt
Threadless (2014) Facebookseite von Threadless, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/threadless?fref=ts
unserAller (2014) Facebookseite von unserAller, Zugriff am 27.02.2014, verfügbar unter  https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

Advertisements

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

_________
Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Zwischenfazit

Hallo liebe Leser,

Wie in meinem letzen Beitrag bereits angekündigt, möchte ich euch mit diesem Eintrag einmal einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Geschehene geben.
Ich werde einmal aufzählen, welche Plattformen ich bisher betrachtet habe und wie ich den Verlauf meiner Analyse empfunden habe. Dann widme ich mich dem Kern des ganzen und präsentiere meine bisherigen Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren und werde mit einem Ausblick abschließen.

Was habe ich bisher betrachtet?

Als Einführung habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, was digitale Kommunikation eigentlich ist und wie wir diese in unserem Seminar „Digitale Kommunikation“ definiert haben. Zusätzlich habe ich das Thema dieses Blogs bekannt gegeben.
Nachdem sich dann eine Learning-Community gefunden hat, haben wir gemeinsam ein Video erstellt, welches eine generelle Übersicht zu unserem Überthema „Crowdsourcing“ gibt. Anschließend habe ich mich mit dem Buch des „Crowdsorucing-Urvaters“ Jeff Howe auseinander gesetzt und bin dabei auf das von ihm genannte Beispiel iStockphoto eingegangen. Damit war die Einführungsphase beendet und ich habe meine Fragestellung noch einmal konkretisieren können. Zeitgleich begann die Analysephase einzelner Beispiele mit theoretischem Hintergrund.
Nach Betrachtung des ersten Fallbeispiels iStockphoto habe ich mich mit der Ideenplattform Tchibo ideas auseinandergesetzt.
Nun folgte die Betrachtungsreihe zum Thema „Produktgestaltung“. Hierzu habe ich die drei Plattformen Threadless, Spreadshirt und Qwertee vorgestellt und diese Webseiten anschließend bezüglich ihrer digitalen Kommunikation miteinander verglichen.
Daraufhin folgte mein sechstes Beispiel – Pril. Diese Analyse zeigte einmal die Gefahren auf, die mit missglückten Crowdcreation-Projekten einhergehen können.
Das siebte Exempel zeigte eine erfolgreich verlaufende Kampagne von Beck’s auf.

Diesen Ablauf könnt ihr auch auf meiner Unterseite „Inhaltsübersicht“ einsehen. Dort habe ich meinen bisherigen Verlauf einmal dargestellt und werde fortlaufend alle weiteren Einträge einsortieren.

Wie verlief die bisherige Analyse?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung sowie dem genauen Aufbau dieses Blogs, hatte ich mich spätestens mit der Betrachtungsreihe zu den Plattformen der Produktgestaltung an das regelmäßige Bloggen gewöhnt.
Schade war allerdings, dass es zu dem Thema Crwodcreation bisher nur sehr wenig Literatur gibt. Das Oberthema Crowdsourcing bietet da schon etwas mehr Material, allerdings wird auch hier nur am Rande auf kreative Aktionen eingegangen. Daher war es für mich oft notwendig mich auf andere Blogs und ähnliche Online-Quellen zu beziehen.
Auffällig war auch, dass ich anfänglich weniger detailliert bei den Beispielanalysen vorgegangen bin. Doch je mehr ich mich mit den einzelnen Plattformen beschäftigt hatte, desto umfangreicher und konkreter wurden auch meine Analyseergebnisse. Das führte allerdings auch dazu, dass das Verfassen eines Blogeintrags mehr Zeit in Anspruch nahm. Ich hatte zu Beginn des Seminars nicht bedacht, dass es möglicherweise aufwendiger ist, viele einzelne Crowdcreation-Beispiele zu betrachten, als sich nur einem Fallbeispiel zu widmen. Jedoch ist das bei der von mir gewählten Fragestellung nicht anders möglich.

Was sind meine bisherigen Ergebnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren?

Noch einmal zur Erinnerung…
Der Leitgedanke für diesen Blog lautet:
Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Mit Hilfe der betrachteten Literatur und den betrachteten Beispielen ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Faktoren für das erfolgreiche Bestreiten einer Crwodcreation-Kampagne bzw. -Plattform:

  • genaue Zieldefinition des Projektes entwickeln (klares und einfaches Konzept)
  • die richtige Zielgruppe wählen
  • Anreize zum Mitmachen schaffen (monetäre, persönliche, …)
  • die Community anleiten
  • Aufgaben einfach gestalten
  • den Nutzern eine Stimme geben (in Abstimmungen mit einbeziehen)
  • den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen / zu entwerfen
  • Präsenz auf beliebten Social Media-Plattformen zeigen
  • Beiträge auf die Zielgruppe abstimmen – (gerne auch kreativ sein – die Crowd soll schließlich auch kreativ werden)
  • die Community bei Aufgaben auf dem Laufenden halten (Deadlines etc.)
  • verwendete Software, sollte einfach zu handhaben sein –> gute Usability
  • regionale Unterschiede beachten – möglicherweise ist es von Nöten, die Plattform(en) dementsprechend anzupassen
  • regelmäßiger Kontakt zur Crowd

Der wohl wichtigste Faktor ist, dass zu Beginn einer Kampagne oder eines Projekts dieses genau definiert wird. Ein klares und einfaches Konzept muss vorliegen, welches auch für die Teilnehmenden einfach zu verstehen ist.
Besonders das Beispiel von Qwertee hat sehr schön gezeigt,wie wichtig aber auch die richtige Zielgruppenansprache ist. Bei Crowdcreation oder Crowdsourcing allgemein steht und fällt ein Projekt mit den Nutzern, die sich an dieser Aktion beteiligen. Daher ist es besonders wichtig, die richtige Zielgruppe zu anzusprechen und diese dann auch zu halten. Social Media-Kanäle, insbesondere Facebook, bieten für die Kommunikation zur Crowd die beste Plattform. Hier lässt sich die Teilnahme an Crowdcreation-Aktionen am einfachsten für die Nutzern in ihren Alltag integrieren.
Der regelmäßige Kontakt zur Community sowie der offene Dialog bzw. das Offenlegen der Spielregeln für den Wettbewerb sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Bezüglich dessen zeigte das Negativ-Beispiel von Pril sehr gut auf, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn man während einer Kampagne in den Abstimmungsprozess eingreift.
Mein bisher letztes Beispiel von Beck’s hat auch deutlich gemacht, dass es von Vorteil sein kann, wenn man bereits eine große Fanbase hat bzw. die Marke unter der das Crowdcreation-Projekt läuft bereits ein starkes Image aufweist.

Zusammenfassend als Do’s and Don’ts  könnt ihr diese Punkte auch auf der Unterseite „Ergebnisse“ nachlesen. Auch hier versuche ich stetig meine neuen Erkenntnisse aufzunehmen.

Was folgt?

Da ich mich bei meinen letzteren Betrachtungen hauptsächlich auf Einzel-Kampagnen konzentriert habe, möchte ich mich in der nächsten Zeit mit Plattformen auseinandersetzen, die unterschiedliche Projekte (teilweise) zeitgleich betreuen und daher mit mehrere Unternehmen kooperieren. Eingehen möchte ich unter andrem noch auf die Website unserAller sowie auf die Designplattform 12designer.

Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business

Wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, wollte ich euch heute Interessantes aus dem Buch von Jeff Howe „Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business“ (2009) vorstellen.
Anfangen werde ich dabei mit allgemeinen Fakten zum Thema Crowdsourcing und den 10 Regeln des Crowdsourcing. Dann werde ich euch noch einiges Wissenswertes über die Plattform iStockphoto erzählen, welche als eine der ersten Crowdcreation-Plattformen zählt.

Im Juni 2006 hat Jeff Howe einen Artikel in dem Wired Magazin veröffentlicht. In diesem Artikel benannte er das neue Phänomen der online mitarbeitenden Masse als Crowdsourcing und prägte damit maßgeblich diesen Begriff. In seinem Buch definiert er die Masse an Menschen nicht als ‚alle Menschen, die auf der Welt leben‘, sondern sagt, dass es sich lediglich um die Personen handelt, denen das Internet zur Verfügung steht. Und das sind ca. eine Milliarde Menschen, weshalb Howe die Crowd auch gerne als „the Billion“ bezeichnet.
Außerdem betont er, dass die grundlegende organisatorische Kraft hinter dem Crowdsourcing die Community ist.
Wenn man 100 Menschen eine Kamera in die Hand geben würde, dann erhielte man 99 verschwommene Schnappschüsse und ein unverwischtes bzw. verkäufliches Bild. Damit liegt ein wesentlicher Teil des Crowdsourcing dadrin, bei diesen (kreativen) Arbeiten die brillanten von den banalen Werken zu trennen.
Da viele User Crowdsourcing-Plattformen häufiger nutzen und sich gegenseitig unterstützen und beratschlagen, ist es kein Wunder, dass diese ihre Fähigkeiten verbessern. Die Menschen lieben es zu lernen und zu lehren.
Howe betont in seinem Werk jedoch auch, dass der richtige Umgang mit Crowdsourcing nicht so einfach ist, wie man denkt. Eine Community aufzubauen ist schwierig und diese zu pflegen ist noch härter. (Howe 2009)

Im letzten Kapitel seinen Buches gibt Howe eine Empfehlung für das erfolgreiche Betreiben von Crowdsourcing in dem er 10 Regeln dafür aufstellt (vgl. Howe 2009, S. 278 ff.). Er sagt, dieses seien zwar nicht umfassend oder feuerfest, doch sie ermöglichen eine erste Orientierung in diesem Gebiet:

  1. Pick the Right Model
    – genaue Zieldefinition der Plattform notwendig
    – 4 Kategorien des Crowdsourcing:

      1. Collective intelligence or crowd wisdom
      2. Crowdcreation
        • die Crowd besitzt viel kreative Energie
        • Unternehmen haben erfolgreich das Filmen für TV Werbung, Sprachen übersetzen, und die Neugestaltung von Audio Bestandteilen ausgelagert
      3. Crowd Voting
      4. Crowdfunding
  2. Pick the Right Crowd
    – optimale Größe für Crowdsourcingprojekte liegt bei ca. 5.000 Usern
    – wichtig: es müssen auch die richtigen Personen sein (bspw. sind viele Wissenschaftler weniger kreativ)
  3. Offer the Right Incentives
    – es ist einfacher die Aufmerksamkeit der Crowd zu erlangen, als diese zu halten
    – wenn man Leute involviert, dann versteht man was sie motiviert mitzumachen
    – Bsp: persönlicher Ruhm, die Chance mit gleichgesinnten Kollegen zu interagieren, und die Möglichkeit seine Fähigkeiten zu verbessern oder einfach nur etwas neues zu lernen
  4. Keep the Pink Slips in the Drawer
    – die Crowd sollte auch an den Auswahlprozessen der Gewinner beteiligt werden
  5. The Dumbness of Crowds, or the Benevolent Dictator Principle
    – die Menschen mögen es, wenn sie sich selbst organisieren müssen, wenn es dabei um ihre Interessen und Fähigkeiten geht, aber sie benötigen eine Richtung und Führung und jemand der ihre Fragen beantwortet
    – „Communities need community leaders“
  6. Keep it Simple and Break it Down
    – in die kleinstmöglichen Komponenten unterteilen
    – die Zerlegung ist nötig, da die Crowd nicht blöd, sondern beschäftigt ist
  7. Remember Sturgeon’s Law
    – wegen der möglichen Anzahl der Zuschauer, kann die Antwort auf einen Aufruf überwältigend sein
    – Sturgeon‘ s Law besagt, dass 90% von allem Mist ist
  8. Remeber the 10 Percent, the Antidote to Sturgeon’s Law
    – beim Crowdsourcing muss man bedenken, dass hier ein Ort geschaffen wird, für Freizeitaktivitäten, für die die Menschen (meistens) keine Begabung haben
  9. The Community’s Always Right
    – „You can try to guide the community, but ultimately you’ll wind up following them.“
  10. Ask Not what the Crowd Can Do for You, but What You Can Do for the Crowd
    – Crowdsourcing funktioniert am besten, wenn man als Einzelperson oder Unternehmen der Crowd gibt, was sie haben will

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
iStockphoto

Diese Plattform wurde in dem Buch von Howe oft beispielhaft herangezogen, da sie als eine der ersten dieser Art gilt.
Gegründet wurde sie im Jahre 2000 von Bruce Livingstone, der sie anfänglich nutzte, um Fotografien mit befreundeten Fotografen zu tauschen. Doch schon nach kurzer Zeit entstand damit eine Community für größtenteils Hobby-Fotografen. 2009 befanden sich bereits ca. 50.000 Nutzer auf dieser Seite.
Das Unternehmen hat damals den Vorteil genutzt, dass ein Ungleichgewicht in der digitalen Wirtschaft entstanden ist: überzeugende, hochauflösende Bilder waren allgegenwärtig, und dennoch behandelten professionelle Bildagenturen sie wie eine knappe Ressource – „iStock crowdsourced their product, undercut their competitors, and made a killing in the process.“

Der Sinn hinter dieser Website ist ganz einfach, man macht ein gutes Bild, kann dieses dort hochladen und bekommt Geld, wenn andere User dieses Foto herunterladen. Nachdem die User ein Bild gedownloaded haben, können sie es für private wie geschäftliche Zwecke nutzen. Kaufen kann man dort ein Foto über „Credits“, die man sich vorher kaufen muss oder eben erhält, wenn man selbst ein Bild hochgeladen hat, welches von anderen Usern gekauft wurde.
Der niedrigste Preis liegt dabei in den USA bei 1 Dime (10 Cent) und laut der Facebookseite von iStock (2013) in Deutschland bei 1€. Ein Teil des Geldes geht dann an den Fotografen und der andere Teil an das Unternehmen iStockphoto.
Doch der Grundgedanke bei iStock ist nicht, ihre Nutzer reich zu machen, sondern sie wollen eine Plattform schaffen, auf der man Freunde findet und ein besserer Fotograf werden kann.
Zusätzlich zum Up-/Download von Bildern kann jeder User die Werke der anderen Nutzer bewerten. Somit entsteht eine Liste der besten Bilder und die Anzahl der Downloads zeigt auch den geschäftlichen Erfolg der Bilder an.
iStock ist damit nicht nur in der Lage die Konkurrenz um 99 % zu unterbieten. Sie pflegen außerdem eine große, aktive und enthusiastische Community von Künstlern, die selbst-erneuernd/erhaltend ist und sich kontinuierlich verbessert, und iStock mit besseren und besseren Produkten beliefern, die keinerlei Kosten für das Unternehmen verursachen.
Die User der Plattform nennen sich selbst iStockers.
Neben Bildern kann man derzeit auch schon Videos und Audiodateien einstellen oder auch bis zu 40 Stunden die Woche für iStock arbeiten und dabei kontrollieren, ob Qualitätsstandards eingehalten und keine Urheberrechte verletzt wurden.
Garth Johnson von iStockphoto zeigt in dem Buch von Howe ganz deutlich auf, wie machtvoll die Crowd ist: “We don’t own anything, the community does” – “Everything we do affects the people, whether they’re just earning enough to pay their equipment, or they’re making mortgage payments from their photo sales. They all want  a voice, and we have to give it to them, because really, the community is the company.” (vgl. Howe 2009, S.188)
Über soziale Netzwerke,wie Twitter und Facebook macht iStock auf gelungene Bilder oder neue gratis Datein und ähnliches aufmerksam. Somit nutzen sie neben ihrer eigenen Community auch andere Plattformen, um ihre Nutzer auf dem Laufenden zu halten und sie zurück auf ihre Seite zu locken.
iStockphoto und auch die Plattform Threadshirt werden von Howe als Teil des ersten Welle einer geschäftlichen und kulturellen Revolution bezeichnet, welche veränderte, wie wir über das Internet, Handel und am wichtigsten uns selbst denken.

Und damit ihr mal ein Eindruck bekommt hier mal ein Screenshot* von der Seite iStockphoto.com, wenn man als Suchbegriff ‚Christmas‘ und ‚Santa Claus‘ eingibt.

screenshot iStock

(Quelle: istockphoto 2013, Stock Search Results. http://www.istockphoto.com/search/text/christmas/filetype/photos/source/basic#1920e20a, abgerufen am 01.12.2013)

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Bis zum nächsten Mal. 🙂

___________
Quelle:

Howe, Jeff (2009). Crowdsourcing – why the power of the crowd is driving the future of business. New York: Three Rivers Press

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
*Screenshot – Dass ich diese mit einbauen kann, um meinen Beitrag anschaulicher zu gestalten, habe ich in den vergangenen Tagen auf dem Blog von Christian Schmidt gelernt, welcher sich auf die Seite der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke bezieht.

Das Buch des Crowdsourcing-Vaters

So da ist es. Das Buch des Schöpfers von Crowdsourcing.
IMG_20131124_121927
Natürlich hat er das ganze nicht erfunden, aber er hat dem Kind einen Namen gegeben.
Ich werde mich nun in den kommenden Tagen noch weiter einlesen und euch dann mitteilen, was Jeff Howe alles interessantes in seinem Buch aufgegriffen hat. Dabei werde ich mich bereits etwas auf meinen Thema Crowdcreation spezialisieren.
Ich verrate schon mal so viel: Es wird um eine der ersten Crowdcreation-Plattformen gehen – iStockphoto.

Also, seid gespannt. Bis bald. 🙂