BILLY BOY Hot Spots – 2 Interviews

Halli Hallo.
Wie in meinem letzten Beitrag angemerkt, habe ich mich mit zwei Teilnehmern der Hot Spots-Kampagne von BILLY BOY in Verbindung gesetzt.
J. Schröder, ein Studierender aus Ilmenau und der Hamburger J. Vagt haben sich dazu bereit erklärt, mir ein paar Fragen bezüglich des Wettbewerbs zu beantworten. Beide Video-Produzenten haben den selben Fragenkatalog erhalten. Die interessantesten Antworten möchte ich euch gerne einmal vorstellen.
Im folgenden wird J.Schröder mit JS abgekürzt und J. Vagt mit JV.

Wie bist du auf diese Kampagne aufmerksam geworden?

JS: „Uhhh, das weiß ich nicht mehr… Uni-interne Mail glaube ich.“

JV: „Ich war auf dem Deichbrand Festival und dort sind 2 „Promoter“ lang gelaufen und haben ein  Gewinnspiel angeboten. Man musste nur ein Video von sich machen, wo ein Produkt von Billy Boy beworben wird.“

Warum hast du dich dazu entschieden mitzumachen?

JS: „TV-Werbung hat mich schon immer interessiert. Mit einem Freund zusammen entstand die Idee und in meinem Studium lernt man nichts praxis-relevantes. Außerdem hat man genug Zeit für andere Dinge und so stand der Umsetzung nichts im Wege.“

JV: „Zum Einem konnte ich etwas gewinnen und zum Anderen gab es schon gleich eine „Belohnung“ in Form von Werbegeschenken fürs mitmachen.“

Wie groß war der Aufwand für dieses Projekt?

JS: „Die Konzeptentwicklung entstand bei einigen Bieren nebenbei und war mehr Spaß als Aufwand. Wir haben an einem Wochenende zwei Tage gedreht und wurden dabei tatkräftig von bekannten und Freunden unterstützt. Die Postproduktion hat noch einmal zwei Tage gedauert. Für Menschen mit mehr praktischer Erfahrung wäre es bestimmt schneller umsetzbar gewesen.“

JV: „Es wurden von den beiden [Promotern] Requisiten zur Verfügung gestellt. sodass ich mir anhand eines kurzen Brainstormings eine „Story“ ausgedacht habe. Nach nur 2-3 Aufnahmen war das Ding im Kasten.“

In welcher Art und Weise hast du mit der Marke BILLY BOY kommuniziert?

JS: „Zunächst gar nicht. Bis auf die Anmeldung. Dann noch eine Beschwerde, weil die Entscheidung so lange gedauert hat.“

JV: „Ich wurde wie gesagt von den Promotern angesprochen und habe mit denen direkt vor Ort gesprochen. Weiteren Kontakt gab es eigentlich nicht. Als mein Video später online gestellt wurde habe ich noch kurz eine E-Mail zur Kenntnis bekommen aber das war es auch an Kommunikation.“

Wie hast du den Kampagnen-Verlauf empfunden? Hast du viele Informationen zu dem aktuellen Stand der Kampagne erhalten?

JS: „Nein keine. Bis auf die Spots habe ich nichts davon mitbekommen.“

JV: „Ich fühlte mich ziemlich allein gelassen. Es gab im weiteren Verlauf keine „Wasserstandsmeldung“ oder ähnliches. Ich kann noch nicht mal mit 100%iger Sicherheit sagen ob die Kampagne noch läuft oder wer das Gewinnspiel gewonnen hat und was aus meinem Clip wurde. So wie es aussieht ist es noch online.“

Hattest du Social Media-Kanäle (Faceboook, Twitter, YouTube) von BILLY BOY abonniert? Oder hast du sie anschließend abonniert?

JS: „Nein habe ich nicht.“

JV: „nein, nein und nein.“

Welche Rolle hat für dich das beworbene Produkt gespielt? Hättest du ebenfalls bei einer Kampagne mitgemacht, die ein im Vergleich zu Kondomen langweiligeres Produkt beworben hätte (bspw. Gehhilfen, Hörgeräte o.ä.)?

JS: „Ich glaube, jedes Produkt, das im Einzelhandel erhältlich ist eignet sich für so eine Kampagne. Ob Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc. ist dabei egal. Um so kleiner und spezieller die Zielgruppe, desto weniger Relevanz hat die Thematik, aber um so interessanter kann die zu entwickelnde Kommunikation werden.“

JV: „Ich wollte quasi ja nur die „Belohnung“ haben. Gehilfen, Hörgeräte bei diesen Produkten hätte ich mich nicht „zum Affen“ gemacht. Aber bei anderen „langweiligen“ Dingen die man auf einem Festival benötigen kann wie z.B. Zahnpasta, Sonnencreme usw. wäre ich wieder dabei gewesen.“

Würdest du bei einem ähnlichen Projekt wieder mitmachen?

JS: Ja würde ich. Die Erfahrungswerte solcher Projekte sind unbezahlbar.“

JV: „[…] Ja ich würde wieder mitmachen wenn ein Nutzenfaktor für mich oder ein soziales Projekt dahinter steckt.“

Interessant bei diesen beiden Befragten finde ich vor allem, dass sie auch ganz unterschiedlichen Gründen und auch in vollkommen unterschiedlichen Situationen sich dazu entschieden haben, teilzunehmen. Bei JV handelt es sich eher um eine spontane „Schnapsidee“ und bei JS stellt es eher ein Projekt zur Weiterbildung eigener Interessen dar. Dieses wird auch bei der Frage nach dem Aufwand sehr schön deutlich. Bei JV hat der gesamte Entstehungsprozess ein paar Minuten gedauert und bei JS wurde nur die Umsetzung auf ein ganzes Wochenende gelegt. Dies zeigt auch deutlich, dass beide mit einem abweichenden Grad der Professionalisierung an die Kampagne herangetreten sind.
Auffällig war jedoch, dass bei beiden Teilnehmern die Antworten bezüglich der Kommunikation mit BILLY BOY recht negativ ausfallen.  Obwohl beide in ganz unterschiedlichen Kontexten mit dem Projekt in Berührung gekommen sind, hat keiner von ihnen einen Social Media-Kanal von BILLY BOY abonniert. Weshalb ich auch keine weiteren Antworten bezüglich der dort stattfindenden Kommunikation erhalten konnte.
Als sehr positiv habe ich jedoch die Antworten auf die letzten beiden Fragen empfunden. Beide Teilnehmern wären wieder bereit bei einem ähnlichen Projekt mitzumachen. Dies zeigt, wie ich finde, deutlich, wie hoch die Bereitschaft der Crowd ist bei Crwodcreation-Projekten mitzumachen – egal in welchen Situation, egal mit welchem Know-How. Die Sache hat den Teilnehmern Spaß gemacht und das scheint wesentlich größerer Motivator zu sein, als hohe Preisgelder.
Den Clip von JS habe ich euch in dem vorherigen Beitrag bereits als Link eingebunden (‚Immer das richtige dabei‘). JV hat darum gebeten, sein Video nicht hier auf dem Blog zu veröffentlichen.

Ich danke beiden Teilnehmern für ihre Zeit und die unkomplizierte Beantwortung der Fragen.
In meinem nächsten Eintrag werde ich damit beginnen, meine Analyse von Crowdcreation-Projekten zu beenden, indem ich meine hier präsentierten Beispiele und Ergebnisse noch einmal reflektiere.

_____________________
Quellen:

Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jochen Vagt vom 24.02.2014, geführt vom Verfasser
Klindworth, T. (2014) schriftliches Interview mit Jan Schröder vom 25.02.2014, geführt vom Verfasser

Advertisements

ein Kreativ-Marktplatz – 12designer

Heute soll es einmal weiter gehen mit meiner Beispiel-Reihe.
Die Plattform, die ich heute vorstellen möchte, nennt sich 12designer. com

Ich habe diese Plattform ausgewählt, um auch einmal eine Plattform vorzustellen, die sich mit der Gestaltung von mehreren unterschiedlichen grafischen Elementen beschäftigt, die vorzugsweise für Unternehmen, Organisationen oder auch Vereine interessant sind. Diese Seite bietet nämlich die Möglichkeit die Crowd als Gestalter für Logos, Flyer oder auch Webdesigns und vieles mehr zu beauftragen. Auch Namen für Start-Ups können hier mit der Community entwickelt werden.

Allgemeines

12designer ist eine Webseite, die „Creative Crowdsourcing [betreibt], bei dem viele Kreative aus ganz Europa Zugriff auf Design-Aufträge von Auftraggebern haben und ihre kreativen Ideen präsentieren können.“ (12designer, o.J.a). Der Preis für die Designs wird im Vorfeld von den Auftraggebern bestimmt, welche sich anschließend für die Einreichung entscheiden, welche ihren Vorstellungen am besten entspricht (vgl. 12designer, o.J.a)

Online gegangen ist die Seite zum ersten Mal 2009. Ihren Sitz hat 12designer in Berlin und organisieren von dort aus mit ihrem europäischen Team den Betrieb der Wettbewerbe.
Im August 2012 haben sie sich auch mit der Website 99designs zusammengetan, welche nach einem sehr ähnlichen Konzept arbeitet. 99designs wurde in Australien gegründet und stellt aktuell den führenden online Marktplatz für Grafikdesign dar (vgl. 12designer, o.J.c und 99designs o.J.).
Eine weitere Kooperation, die 12designer 2012 eingegangen ist, ist jene mit dem bereits von mir im ersten Beispiel-Post genannten iStockphoto. Hier haben die Kunden von 12designer die Möglichkeit aus einer Datenbank mit ausgewählten Fotos von iStock Bilder zu wählen, welche sie für ihre Grafikdesigns verwenden können.  Die Kunden von iStockphoto können die Leistungen von 12designer zu besonderen Konditionen erhalten (Köster, 2012).

Die Designer, die auf 12designer zum Einsatz kommen, stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und weisen unterschiedlich viel Erfahrung auf. Für sie ist die Registrierung, sowie die Teilnahme an allen Wettbewerben kostenlos. 

Die Auftraggeber hingegen müssen eine Gebühr an 12designer abtreten, wenn sie einen Wettbewerb starten wollen. Diese liegt bei 32 bzw. 72 EUR (Netto) – je nach dem für welches Paket man sich entscheidet (vgl. 12designer, o.J.b)

Der Kreativ-Marktplatz für Logo Design, Flyer, Webdesign und vieles mehr“ – so bewirbt 12designer sich selbst auf ihrer (deutschen) Seite (vgl. 12designer, o.J.a).  Dort geben sie außerdem an, dass über 16.900 Auftraggeber ihren Service genutzt haben, sowie über 29.800 Kreative an den Design-Wettbewerben teilnehmen.

Obwohl Unternehmen hier die Möglichkeit geboten wird, aus einem breiten Spektrum von Elementen zu wählen (Webseite, Flyer, Briefpapier, Visitenkarten, Social Media Design oder Banner), liegt der Schwerpunkt auf der Logo-Erstellung (vgl. 12designer, o.J.a).

Witzigerweise habe ich auch einen Spreadshirt-Shop von 12designer entdeckt. Den könnt ihr euch auch gerne unter folgendem Link einmal anschauen: 12designer auf Spreadshirt.

Das Konzept

Um einen Wettbewerb zu starten, muss sich das Unternehmen auf der Plattform registrieren und bestimmten, was in ihrem Wettbewerb entworfen werden soll. Dabei müssen sie auch angeben, mit was für einer Summe das Gewinner-Design entlohnt wird. Die preisgünstigste Kategorie stellen mit 100 EUR beispielsweise Visitenkarten oder Slogans dar. Ein Logo gibt es ab 250 EUR und ein komplettes Webdesign mit einem Preis von mind. 450 EUR stellt die kostenintensivste Variante dar.
Anschließend läuft der Wettbewerb solang, wie die Initiatoren es für sinnvoll empfinden. Einige Projekte laufen bspw. nur 30 Minuten oder 5 Tage, andere dagegen auch mal 20 Tage.
Zusätzlich haben die Unternehmen die Option anzugeben, was für eine Art von Projekt es ist bzw. für welchen Personenkreis dieses zugänglich ist.
Hiebei wird unterschieden in:

  1. Projekte mit unbegrenzter Teilnehmeranzahl
  2. Privates Projekt
  3. Premium-Projekt
  4. privates Premium-Projekt

Das besondere an den einzelnen Projektarten ist der Grad der Sicherheit für das Unternehmen, also den Auftraggeber.
Die erste Art mit der unbegrenzten Teilnehmerzahl ist für alle Community-Mitglieder frei zugänglich, d.h. die Informationen des Unternehmens sind für alle sichtbar, ebenso wie die eingereichten Designs.
Ein Beispiel dafür seht ihr hier ..

12designer_BSP

(Bildquelle: Projekt: Layout für Kundenzeitung. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/project/11615/details/Flyer-Karte-Plakat-Layout-f%C3%BCr-Kundenzeitung/)

Ein privates Projekt hingegen bedarf der Zustimmung der Vertraulichkeitsvereinbarung und ist ohne diese nicht einsehbar. Da hier jedoch Angaben zur Person (Adresse etc. ) gemacht werden müssen, habe ich dieses nicht ausprobiert.
Bei einem (privaten) Premium-Projekt können nur Designer mitmachen, die bereits den Status ‚Senior‘ oder ‚Experte‘ besitzen.

Als Designer kann man einfach bei den aktuell laufenden Projekten mitmachen. Eine Suchfunktion auf der Seite ermöglicht die schnellere Suche nach passenden Wettbewerben. Hier lassen sich auch die Sprache, Vergütung sowie Arten der Wettbewerbe filtern, sodass man nach seinem Erfahrungsgrad und Vorstellungen entsprechend suchen kann.

Digitale Kommunikation

Diskussion zu einzelnen Projekten
Zu jedem Wettbewerb gibt es ein Diskussionsfeld, in dem der Initiator sowie die Designer die Möglichkeit haben über Kommentare miteinander zu kommunizieren. Auch das 12desiger-Team meldet sich hier zu Wort. Wenn beispielsweise kein Feedback von dem Auftraggeber kommt, wird die Crowd darüber informiert, dass das Team dem Initiator per E-Mail benachrichtigt und um Feedback gebeten hat. Ab und an werden hier aber auch Fragen geklärt, wenn die Community noch detailliertere Fragen zu den Wünschen der Auftraggeber hat.

Nachrichten
Da ich mich einmal auf dieser Seite angemeldet habe, konnte ich im Userbereich erkennen, dass die Nutzer hier auch die Möglichkeit haben direkt eine Nachricht an das Team von 12designer zu schicken. Der User besitzt hier auch seine eigene Mailbox und kann somit auch Nachrichten vom Team sowie anderen Nutzern empfangen.

Live-Chat
Auf der Webseite von 12designer gibt es einen Live-Chat mit dem Kundensupport von 12designer. Dieser hat mich bei meinen Recherchen auf deren Internetseite auch angeschrieben und mich gefragt, ob ich Hilfe beim Erstellen eines Wettbewerbs benötigen würde. Dieser Aspekt ist mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben. Das Team scheint sich um ihre Kunden bzw. potenziellen Kunden zu bemühen.

Newsletter
Der Newsletter, den man von 12designer abonnieren kann, ermöglicht es den Registrierten stetig über neu anlaufende Projekte informiert zu werden. Zusätzlich gibt es noch die täglichen (außer sonntags) und auch wöchentlichen Projektnews, welche neue Projekte sowie bald ablaufende Projekte anpreisen. Diesen habe ich persönlich allerdings als etwas lästig empfunden, was vermutlich daran liegt, dass ich nicht aktiv auf dieser Webseite war, d.h. ich habe an keinen Wettbewerben teilgenommen.

Facebook
Auf dieser Social Networking Site besitzen sie 2.762 Likes, es gibt 6 Personen, die über 12designer sprechen, und 71 Personen geben an, bereits dort gewesen zu sein.
Die Inhalte, die hier geposted werden sind ganz unterschiedlicher Natur. Ende Januar diesen Jahres wurde beispielsweise eine Reihe von Tipps zur Namensfindung für Unternehmen angekündigt. Im Februar wurden dann 7 Tipps veröffentlicht.
Ab und an wird auch von Rabatt-Aktionen berichtet und es werden aktuelle Wettbewerbe beworben oder einfach nur interessante Tipps zu Grafikprogrammen gegeben.
Die Reaktionen der Crowd sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich habe mir die Aktivitäten der Crowd in diesem und letzen Jahr angeschaut. Häufig werden Beiträge gar nicht geliked oder nur von 1-3 Personen.  Auch Kommentare kommen selten vor. Der höchste Wert lag bei 3. Geteilt werden Inhalte noch seltener. Lediglich ein karikaturistischer Post, der sich mit den unterschiedlichen Gemütslagen von Grafikern befasst, wurde 26 Mal geliked, drei Mal kommentiert und 13 Mal geteilt. Da dies jedoch kein eigenes erstellter Inhalt war, würde ich diesen Post vernachlässigen.
Auffällig ist auch, dass der Rhythmus der Post zwar recht regelmäßig ist, doch mit ca. 5 Posts pro Monat sehr gering ausfällt. (vgl. 12designer, 2014a)

Twitter
Twitter-Seiten von 12designer gibt es 4 Stück – einen für den deutschen Markt, einen für den englischsprachigen, sowie für den italienischen und französischen Raum.
In der folgenden Grafik sind die einzelnen Werte der Tweets und Follower der 4 einzelnen Seiten einmal festgehalten.

twitter_12designer(Bildquelle: eigene Darstellung)

Es ist deutlich zu erkennen, dass die deutsche Twitter-Seite die aktivste ist. Die hier veröffentlichen Inhalte ähneln den Facebook-Post sehr stark bzw. sind teilweise identisch.
Auffällig war jedoch, dass die Anzahl der Tweets etwas höher ausfällt als die Anzahl der Posts auf Facebook. Hier liegen die Wert bei ca. 6-7 Veröffentlichungen pro Monat.
Die Aktivität der Crowd geht hier allerdings auch gegen Null. Es sind keine Retweets oder Favorisierungen ersichtlich. Lediglich einige Personen haben 12designer mittels Hashtag in einen Tweet mit eingebunden, wenn diese Person Initiator eines Wettbewerbs war.
Die englische Twitter-Seite von 12designer habe ich mir auch angeschaut und dort ist auffällig, wie wenig Aktivität dort stattfindet.
Für den Februar 2014 gibt es beispielsweise noch gar keinen Tweet und in dem letzten halben Jahr gab es häufig nur einen oder auch gar keinen Post pro Monat. Die letzt aktive Phase fand im Juni 2013 mit 8 Post im Monat statt. (vgl. 12designer 2014b und 2014c)

Abschließend möchte ich festhalten, dass diese Plattform mich wirklich mit ihren integrierten Features zur Kommunikation mit der Crowd und auch den Auftraggebern sehr überrascht hat. Da es hier mehrere Möglichkeiten auf der Website an sich gibt, um mit dem Team von 12designer, sowie den Auftraggebern und auch den Designern untereinander zu kommunizieren, ist meiner Meinung nach auch nicht so stark verwunderlich, dass die Aktivitäten auf den Social Network-Kanälen eher gering ausfallen.
Einleuchtend dabei fand ich jedoch nicht, warum die Zahl der veröffentlichten Beiträge auf Twitter in der Vergangen etwas höher lag als bei Facebook und mittlerweile aber völlig „eingeschlafen ist“.

Erfolgsfaktoren

Auch bei den hier genannten Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* große Auswahl an grafischen Elementen
* lediglich Vermittler zwischen Unternehmen und Designern
* gelungene Kooperationen mit Mitbewerbern und Bild-Upload-Plattform
* Nutzung andere Crowdcreation-Plattformen (iStockphoto und Spreadshirt)
* Designer aus unterschiedlichen Fachrichtung und mit unterschiedlich viel Erfahrung
* hohe Transparenz der Bedingungen/Entlohnung/Laufzeit etc.
* große Freiräume bei der Gestaltung des Projekts für Auftraggeber (Laufzeiten, Entlohnung, Dateiformat, …)
* Unterscheidung in offene/private Projekte, sowie der Wunsch nach erfahrenen Designern realisierbar
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich
* digitale Kommunikation über Website an sich gut möglich
* gute Community-Betreuung durch 12designer-Team (Live-Chat und Teilnahme an Diskussionen, bei fehlendem Feedback)
* regionale Unterschiede bei Social Media werden berücksichtigt
* …

In meinem kommenden Beitrag wird es dann um die Plattform unserAller gehen.
Bis dahin 🙂

_________
Quellen:

12designer (o.J.a) Startseite der deutschen 12designer-Webseite. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/
12designer (o.J.b) Was kostet die Nutzung von 12designer? Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/gebuehren.html
12designer (o.J.c) Wer sind wir. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://www.12designer.com/de/ueber.html
12designer (2014a) 12designer Facebook. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/12designer?fref=ts
12designer (2014b) Team 12designer. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer
12designer (2014c) 12designer Twitter_EN. Zugriff am 14.02.2014, verfügbar unter https://twitter.com/12designer_EN
99designs (o.J.) Über 99designs. ZUgriff am 14.02.2014, verfügbar unter http://99designs.de/about
Köster (2012) Pressemitteilung: iStock kooperiert mit 12designer.com und bieten Gründern und KMU besondere Konditionen. Zugriff am 14.02.2014. Verfügbar unter http://www.12designer.com/de/presse/12designer-iStock-20120417.html

Qwertee

Hallo zurück!
Heute widme ich mich der letzten Plattform zur Produktgestaltung, nämlich Qwertee.

Allgemeines

Diese eher unbekannte Website mit Sitz in Irland wurde laut ihrer eigenen Facebook-Seite 2010 gegründet (Qwertee, 2014a).
Neben ihrem Sitz in Dublin haben sie aber auch noch Versandstellen in Amerika und England (Qwertee, 2014b).

Bei meinen Recherchen zu dieser Plattform bin ich unter anderem auch auf den interessanten Blog „Premium-Format“ von Herrn Lauschert aufmerksam geworden, welcher zum Großteil Testberichte beinhaltet. Hier berichtet er auch über seine erste Erfahrung mit Qwertee und beurteilt unter anderem auch die Qualität der T-Shirts.
Da es sich bei dieser Plattform um eine noch eher unbekannte Seite handelt, die in der Literatur noch keine Beachtung findet, war es mir leider nicht möglich andere Quellen heranzuziehen, als die hier verwendeten (siehe unten).

Konzept

Das Konzept, welches Qwertee anwendet, ist ein wenig anders als die bisher vorgestellten.
Ähnlich, wie bei den bisher präsentierten Webseiten ist, dass man eigne Shirts mit coolen Design kreieren kann und die Community dann darüber bestimmten kann, wie gut ihnen die einzelnen Aufdrucke gefallen.

Als Einstieg hier ein Video von Qwertee, welches erklärt, was Qwertee ist und wie deren Konzept funktioniert:

Das Besondere an Qwertee ist nun, dass die kreierten Designs hier nur für zwei Tage verfügbar sind. Am ersten Tag, kann man das präsentierte Design für 10 € zzgl. Versand erhalten und am zweiten für 12 € plus Versand. Anschließend kann man das Shirt „nie wieder“ über diese Plattform bestellen. Ein Countdown auf der Startseite zeigt dabei für die Kunden deutlich an, wie lange sie noch die Möglichkeit haben, ein Shirt zu ergattern. Ab und an gibt es allerdings die Möglichkeit ein „unbekanntes“ Shirt zu bestellen, so kann man mit Glück doch ein Shirt ergattern, welches eigentlich schon gar nicht mehr bestellbar ist. Ab und an gibt es auch die Möglichkeit ein Shirt in unterschiedlichen Farben zu bestellen. Jedes Design ist aber immer als Mens- und Girlie-Shirt erhältlich. Der Designer wird neben dem beworbenen Shirt auch immer erwähnt, sodass man sich gleich dessen andere Designs anschauen kann und auch für diese voten kann. Für das Bewerten, wie auch das Kreieren von Designs ist ein Registrierung auf der Website notwendig.

Eine weitere Besonderheit hier ist, dass es ab und an auch zwei-sechs Designs gibt, die bestellbar sind, da nicht eindeutig ist, welches dieser Designs besser bei der Crowd ankommt – diese sind sich häufig im Design sehr ähnlich. Ein Beispiel dafür könnt ihr hier sehen:
Google+Qwertee

(Quelle: Beitrag bei Google+ von Qwertee auf der eigenen Seite vom 03.01.2014, Zugriff am 17.01.2014, Verfügbar unter https://plus.google.com/+qwertee/photos/photo/5964803975390344530)

Auffällig für mich bei dieser Seite ist, dass Qwertee gerne Shirts zu bekannten Serien, Filmen und Klassikern von Nintendo veröffentlicht. In der letzten Zeit wurde beispielsweise viel von Pokémon, Big Bang Theory, Game of Thrones, Star Wars, Sherlock, Breaking Bad, Der Hobbit, den Minions oder auch Futurama zum Verkauf gestellt.
Meiner Meinung nach bedeutet das, dass diese Seite eher ein spezielles Publikum anspricht. Man kann zwar alles kreieren, ist aber auf die Votes der Community angewiesen. Da aber häufig solche Geek-/oder Nerd-Desigsn die höchsten Stimmanzahlen erhalten, ist es auch sinnvoller solche Designs zu erstellen, wenn der Designs möchte, dass sein Entwurf auch gedruckt wird.
Ob die Arbeit der Crowd auch monetär belohnt wird, war mir leider nicht ersichtlich. Da Qwertee allerdings nicht damit wirbt, gehe ich erstmal nicht davon aus.

Kommunikation

Die Social Media-Kanäle, die von Qwertee bedient werden sind: Facebook, Twitter, Pinterest,YouTube, Tumblr und Google+.
Zusätzlich bieten sie einen Newsletter an und haben sie auch einen eigenen Blog und ein eigenes Forum.

– – – – – – – – – –

Qwertee.com sells great limited edition t-shirts for 24 hours only at the incredible price of £8/€10/$12 Artists submit designs, Qwertee community members vote for their favourites and we print the most popular tees. Simple! We ship everywhere in the world..cheaply. (Qwertee, o.J. – auf allen Social Media-Kanälen zu finden)

– – – – – – – – – –

Was wird nun über diese unterschiedlichen Kanäle kommuniziert?

  • Facebook: Diese Plattform ist die am aktivsten genutzte, denn hier verzeichnet Qwertee 174.564 Likes und 20.044 Facebooker reden über dieses Unternehmen. Auch hier werden täglich die neusten Shirts veröffentlicht und über alle Sonderaktionen informiert. Die Werte bei den Likes, Kommentaren und Teilungen von Beiträgen auf dieser Seite sind gigantisch. Der höchste Wert bei den Likes liegt bei ca. 6.800. Generell sind die Likes für veröffentlichte Designs häufig bei über 1.000 angesiedelt. Die Höchstzahl bei den Kommentaren liegt bei ca. 2.700 und einer der erfolgreichsten Beiträge wurde ca. 2.900 geteilt (alle Zahlen vom Stand 18.01.2014). Hier einmal ein Beispiel, wie die Posts von Qwertee aussehen können. Entweder es werden nur die Designs gezeigt, so wie bei dem linken Beitrag, oder bereits auf einem T-Shirt (siehe rechter Post).

Qwertee FB(Quelle: Facebook-Seite von Qwertee. Einträge vom 29.12.2013 und 02.12.2013. Zugriff am 18.01.2014, Verfürgbar unter https://www.facebook.com/Qwertee?fref=ts)

  • Twitter: Bei Twitter haben sie 57.811 Follower und bereits 4.033 Tweets veröffentlicht. Hier werden auch täglich die neusten Designs veröffentlicht und zusätzlich werden hier Fragen der Crowd beantwortet oder auch auf Erwähnungen von Qwertee durch andere Twitter-Nutzer eingegangen. Bei den erfolgreichsten Designs belaufen sich die Zahlen der Retweets auf bis über 800 und bei den Favoriten werden Werte bis zu 200 verzeichnet (Stand 17.01.2014).
    Man kann also sagen, dass das Unternehmen hier sehr aktiv ist, da sie hier auch den Dialog zu den Kunden bzw. Followern ermöglichen.
  • Pinterest: Hier hat Qwertee 2.026 Follower (Stand: 17.01.2014). Allerdings auch erst 111 Pins veröffentlicht, d.h. 111 Bilder hochgeladen. Die Repins liegen hier bei bis zu ca. 180 Stück und die Höchstzahlen bei den Kommentaren belaufen sich auf ca. 3 und bei den Likes auf ca. 85.
    Die Zahlen hier sind im Vergleich zu den anderen Plattformen natürlich sehr gering. Aber besonders die Tatsache, dass dort erst 111 Pins veröffentlicht wurden, lässt vermuten, dass Qwertee dort auch noch nicht all zu lang aktiv ist, da sie auch dort nahezu täglich posten. Der erste Pin, der für mich einsehbar ist, wurde vor 41 Wochen gepinnt, d.h. sie sind dort nicht einmal 1 Jahr lang registriert. Ein Vorteil dieser Seite ist allerdings, dass auch viele andere User von Pinterest die Shirts auf ihre Pinwände pinnen und somit für Qwertee werben.
  • YouTube: Hier haben sie 44 Abonnenten (Stand 18.01.2014) und die Seite wurde bereits 7.651 mal aufgerufen. Doch auch hier sind sie erst seit ca. 3 Monaten aktiv – jedenfalls findet man keine älteren Videos von Qwertee. Die veröffentlichten Videos sind zum einen das Video, welches ich euch oben als Einstieg zum Konzept gezeigt habe, sowie 8 Videos zur Qwertee Artist Series. Hierbei handelt es sich um Photoshop-Tutorials, die den Usern dabei helfen sollen, coolere Designs erstellen zu können. Hier sind die Zahlen der Kommentare allerdings zu vernachlässigen, da sie häufig gegen Null gehen. Und die Videos an sich wurden im Schnitt zwischen 150 und 5.300 mal aufgerufen. Dieser eine hohe Wert tritt allerdings nur bei dem Video auf, welches auch in diesem Eintrag eingebunden ist. Grund hierfür ist vermutlich, dass es auch auf der Website unter dem Titel „Hoe does Qwertee work“ zu finden ist und somit vermutlich viele Neulinge sich erst einmal dieses Video anschauen.
  • Tumblr: Wie auf allen anderen Social Media-Kanälen werden auch hier stets die aktuellen Designs veröffentlicht. Die Bilder werden häufig mit 200-350 Anmerkungen versehen (Stand 17.01.2013). Zu Anmerkungen (im Englischen ’notes‘) zählen Reposts und Likes. Wie viele Follower Qwertee hier hat, war mir leider nicht ersichtlich.
  • Google+: Die Followerzahlen von Qwertee bei Google+ sind, für meine Empfindung, erstaunlich hoch. 65.349 Follower sind dort verzeichnet (Stand: 17.01.2014). Und auch hier werden täglich die neuesten Designs veröffentlicht und andere interessante Abstimmungen oder Aktionen angepriesen. Die Resonanz darauf beläuft sich bei vergebenen +1 zwischen 50 und 200 Stück, die Reposts belaufen sich auf einen Wert bis nahezu 100. Die höchste Zahl bei den gegebenen Kommentaren beläuft sich auf 30.
  • Newsletter: Der Newsletter von Qwertee wird täglich an seine Abonnenten geschickt und enthält stets das aktuell veröffentlichte Design. Ich selbst habe diesen auch abonniert und somit schon viele interessante Designs gesehen.
  • Blog: Hier werden hauptsächlich generelle Themen behandelt. Beispielsweise werden Konzeptveränderungen/-erweiterungen angepriesen oder Einträge gepostet, die den Kunden helfen sollen, die passende Größe zu wählen. Die Aktivität hier ist eher gering. Seit 2010 wurden hier nur 12 Beiträge veröffentlicht (Das sind genauso viele, wie ich bisher auf meinem Blog habe – haha 😀).
  • Forum: Der erste Hinweis dort lautet: „Here’s where you can talk about tees, art and design and pretty much anything else you can think of. Be sure to get involved, we’re friendly!“ (Qwertee, 2014c). Und hier wird wirklich alles angesprochen. Neben Diskussionen wie „A lot of people like Sherlock. What about The Mentalist?“ oder technischen Fragen und Problemlösungen, gibt es auch kritische  Beiträge wie „The voting system seems useless„. Da ich den Titel interessant fand, hab ich mir diesen durchgelesen und der Autor hat von einer Handvoll anderen Nutzern Zuspruch erhalten. Er beschwert sich darüber, dass einige T-Shirts mit vielen Votes nicht gedruckt werden, dafür aber einige mit viel weniger Stimmen in die Produktion gehen. Falls noch jemanden diese Thematik interessiert, habe ich den Titel mit der Seite verlinkt. Dieser Eintrag ist vom 10.01.2014 – bisher gibt es noch keine Reaktion von Qwertee dazu.
    Die Beiträge des Forums werden den Kategorien „Art & Design“, „Promote“ und „News“ zugeordnet.
    Auffällig bei den Forenbeiträgen ist, dass einige sehr viel Aktivität der Community erzeugen (über 100 Kommentare) und andere nicht eine einzige Antwort auf die Frage erhalten. Ich denke, die Gründe hierfür sind zum einen die Thematik und zum anderen die Nützlichkeit der Informationen. Beispielsweise gibt es derzeit auch einen Beitrag von Qwertee selbst, indem sie ihre Nutzer dazu aufrufen Bugs auf der neuen Website zu entdecken und ihnen diese (mittels Screenshot) mitzuteilen. Hierbei hilft die Community also auch dem Unternehmen dabei, die Website fehlerfrei zu machen – eine andere Art, die Crowd mit einzubinden (Stichwort: Crowdtesting) 😉

Fazit

Bezüglich der Kommunikation empfinde ich besonders die Kanäle sinnvoll, auf denen es möglich ist, täglich die Crowd zu kontaktieren. Besonders gelungen sind somit der Newsletter und der tägliche Design-Post auf Facebook. Auf diese Mail bzw. den Beitrag warten die Community-Mitglieder von Qwertee förmlich. Auch die hohen Nutzerzahlen und die große Teilnahmebereitschaft sprechen dafür, dass das tägliche Posten bei der Crowd gut ankommt.
Wie bei allen anderen Beiträgen, erhebe ich auch hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bei der folgenden Liste der Erfolgsfaktoren.

Erfolgsfaktoren
* täglicher Kontakt zu der Zielgruppe
* komplett freie Produktgestaltung – keine Bindung an Aufgaben
* starke Social-Media-Präsenz
* große Marktreichweite (USA und Europa)
* künstliche Verknappung durch 24-Stunden-Frist
* gute Produktqualität
* Preisgünstig
* spezifische Zielgruppe
* …

Mit diesem Post habe ich nun meine Serie der Beiträge über Plattformen zur Produktgestaltung abgeschlossen und werde nun die drei betrachteten Webseiten miteinander vergleichen und werde auch noch meine Leserfrage zu dieser Thematik auswerten. Falls ihr an dieser noch nicht teilgenommen habt, könnt ihr dies gerne tun. Vielen Dank.
Ich hoffe, ich konnte euch auch diese Plattform ansprechend präsentieren und danke für die Aufmerksamkeit.

______________
Quellen:
Qwertee, 2014a. Facebook-Seite von Qwertee. About. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter https://www.facebook.com/Qwertee/info
Qwertee, 2014b. Startseite Qwertee. Zugriff am 17.01.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/
Qwertee, 2014c, Forum von Qwertee. Zugriff am 17.04.2014. Verfügbar unter http://www.qwertee.com/forum
Lauschert, A., 2013 / Blog Premium-Format. Zugriff am 18.01.2014. Verfügbar unter http://www.premium-format.de/jeden-tag-ein-neues-design-das-qwertee-t-shirt-im-test/22101.html