unserAller

Hallo liebe Leser.
Heute werde ich euch eine weitere Plattform vorstellen – unserAller.de
Diese Website wurde auch bereits auf dem Blog von meiner Kommilitonin Verena Menzel thematisiert. Natürlich werde ich ihre Ergebnisse in diesem Beitrag berücksichtigen, jedoch werde ich bei meiner Betrachtung dieser Website etwas detaillierter auf die stattfindende digitale Kommunikation eingehen und speziell das balea Projekt als Beispiel heranziehen.

Allgemeines

unserAller ist eine Crowdsourcing-Plattform, auf der die Crowd viele (bekannten) Unternehmen bei unterschiedlichen Projekten unterstützen soll. Dabei fallen viele dieser Projekte auch in die Kategorie: Crowdcreation.
Das Technologieunternehmen, welches hinter der Website unserAller steckt, ist innosabi (vgl. Menzel, 2014 und unserAller, o.J.a). Es handelt sich hierbei um ein deutsches Unternehmen – mit Sitz in München. Namenhafte Firmen, die bereits mit innosabi bzw. unserAller kooperiert haben sind beispielsweise die Kosmetik-Marke Manhattan, das Schuhgeschäft Görtz oder auch der Drogeriemarkt dm mit seiner Hausmarke balea. Auf das zuletzt genannte Beispiel werde ich später noch genauer eingehen.
Genaueres zur Entstehungsgeschichte von unserAller findet ihr in dem Beitrag von Verena Menzel.

unserAllerStartseite

 

(Startseite unserAller.de – Bildquelle: unserAller Startseite; Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter unseraller.de)

Konzept

Bei unserAller geht es häufig nicht nur darum, nur ein Produktdesign zu entwickeln oder eine Nagellackfarbe zu kreieren, sondern auf dieser Plattform werden oftmals viele Aspekte der Produktgestaltung oder Ideenentwicklung in die Hände der Crowd gegeben. So werden bspw. ganze Kollektionen mit der Community zusammen entwickelt oder auch ein ganzes Produkt, mit Inhalt, Name und auch Verpackungsdesign. Die Crowd hat dann bei jedem Entwicklungsschritt immer wieder die Möglichkeit eigene Vorschläge (mit Bild) hochzuladen und sie kann auch „Herzen abgeben“ um somit einen Beiträge zu unterstützen. Anschließend werden häufig die TOP 10 oder Top 20 einmal vorgestellt und die Crowd hat die Möglichkeit aus diesen ihren Favoriten zu wählen.
Bei den Abstimmungen gehen alle Vorschläge in die Bewertung mit ein, die entweder auf unserAller.de, über die Facebook-App oder -Fanpage oder auch über die Website des Projektpartners eingegangen sind (vgl. Menzel 2014).
Neben der Vergabe von Herzen können die Nutzer auch Kommentare abgeben und somit konstruktives Feedback üben.
Für jedes Produkt entsteht auf der Website von unserAller ein Projekt-Blog, auf dem der Verlauf einer jeden Kampagne einsehbar ist und somit die Crowd stetig auf dem Laufenden hält.

Für die Teilnahme an unserAller-Projekten hat das Unternehmen auch gewisse Regeln für die Community-Mitglieder festgesetzt (vgl. unserAller, o.J.b). Diese lauten:

  • Sei freundlich
  • Bleib beim Thema
  • Sinnvoll kommentieren
  • konstruktiv kritisieren
  • Ideen respektieren
  • Fotos hochladen

Da ich mich derzeit selbst mit Regeln und Verhaltensrichtlinien bezüglich Social Media für meine Bachelorarbeit auseinandersetze, halte ich diese Richtlinien für sinnvoll. Ein respektvoller Umgang innerhalb der Community, führt sicherlich zu einem angenehmeren „Arbeitsverhältnis“ auf der Plattform.

Das Beispiel balea:
Gestartet wurde dieses Projekt zu Beginn des Jahres 2011. Anfänglich durften die Community-Mitglieder über das Motto des neunen Duschbads entscheiden. Dort wurden 1.181 Vorschläge eingereicht, die dann durch die Crowd durch Herzchen bewertet wurden. Somit ist eine Top 25 entstanden, welche zur Abstimmung gestellt wurde. Das Motto, das diese Abstimmung gewonnen hat war „DIAMONDS AND ICE“.
In der anschließenden Materialphase konnten die Nutzer Vorschläge zum Duft und der Farbe des Duschbads abgeben. Dazu wurden an die aktivsten Beteiligten auch ‚Selbermachpäckchen‘ verschickt, die der Crowd das experimentieren mit Duschgelen, Etikettenvorlagen und weiteren Extras ermöglichten (vgl.Borchard, 2012). Auch für die hier eingereichten Vorschläge konnten wieder Herzchen vergeben werden.  Hierzu wurde dann eine Top 21 erstellt, die, wie auch schon bei dem Motto, wieder zur Abstimmung gestellt wurde. Bezüglich der Farbe war dann am 18.03.2011 folgendes auf dem balea-Blog zu lesen: „Die neue Balea-Dusche wird in einem wunderschön funkelnden türkis-blau gehalten sein, schimmernd cremig und fruchtig duftend mit einer leicht würzigen und einer leicht frischen Duftnote.“ (unserAller, 2011).
Somit war die Entwicklung des Produkts wieder einen Schritt weiter und als nächstes begann die Namensphase, in der der Produktname gesucht wurde. Vorgabe hierfür war lediglich, dass es zu den bisherigen Eigenschaften des Produktes passen müsse. Die Top 35 der Namensvorschläge wurden vorerst von Patentanwälten überprüft und die 5 Finalisten wurden anschließend wieder zur Abstimmung gestellt.

Am 03. April 2011 stand der Name dann fest – „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“. Nun folgte der letzte Entwicklungsschritt, eine Verpackung musste her. Die Crowd konnte also auch hier wieder Vorschläge einreichen und sich gegenseitig Herzchen geben. Am 18.04.2011 wurden dann die Top 20 zur Abstimmung gestellt.
Das Endresultat, welches am 18.04.2011 veröffentlicht wurde, könnt ihr hier sehen:
balea(Bildquelle: Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news)

Insgesamt lief das Projekt über 8 Wochen und hat 4 Projektphasen (Motto, Farbe, Name, Verpackung) durchlaufen. Die Crowd hat insgesamt 2.379 Vorschläge für diese Produktgestaltung eingereicht. (vgl. unserAller, 2011)
Ab dem Winter 2011 war das Produkt dann auch in allem dm Filialen erhältlich (vgl. Borchardt, 2012).

Digitale Kommunikation

Kommunikation auf der Plattform

Auf der Website selbst haben die Nutzer die Möglichkeit über Kommentare und die Vergabe von Herzchen ihren Zuspruch auszudrücken. Zusätzlich können sie auch Kritik üben, um somit den Entwicklungsprozess voranzutreiben.
Derzeit läuft auch die Kampagne „unserAller Beta 4.0“, bei der unserAller gerne von den Nutzern wissen möchte, was sie selbst an ihrer Plattform verbessern könnten.
Ich habe mir hierzu einmal die Kommentare angeschaut und mir ist aufgefallen, dass dort auch einige Mitarbeiter von unserAller.de direkt auf die Anmerkungen der User eingehen.

Blog

Der Blog von unserAller dient in erster Linie dazu, die Community auf dem Laufenden zu halten. Hier wird stetig auf die einzelnen Projektphasen eines Projektes hingewiesen, sodass die Crowd informiert wird, wenn eine Phase beendet wurde bzw. eine neue anrollt. Auch das Endergebnis einer Kampagne wird hier vorgestellt.
Je nach dem wie viele Projekte gerade eine Phase beenden oder starten, werden hier ca. 2-4 Beiträge pro Monat veröffentlicht.
User-Kommentare waren für mich hier leider nicht ersichtlich.

Facebook

Auf der einzigen Social Networking-Plattform, die unserAller bedient, besitzen sie 3.292 Likes und 2 Personen sprechen über diese Website (vgl. unserAller, 2014).
Die Inhalte die auf der Facebookseite von unserAller veröffentlicht werden, ähneln sehr stark den Blogeinträgen, jedoch sind diese nicht eins zu eins kopiert. Die Texte der Posts unterscheiden sich voneinander, die Aussage und auch die verwendeten Bilder sind jedoch gleich.
Allerdings gibt es vereinzelt auch Beiträge, die nicht auf dem Blog zu finden sind, beispielsweise, wenn neue Selbermachpäckchen angekommen sind oder auch mal Praktikanten gesucht werden.
Die Werte für Likes, Kommentare und geteilte Beiträge fallen für unserAller auf Facebook relativ gering aus.
Der höchste Wert, den ich bei den Likes für 2013/2014 gefunden habe, lag bei 36, für Kommentare bei 17 und bei den geteilten Posts bei 4. Häufig lagen die Zahlen bei den Kommentaren und Likes eher unter 10 Stück (vgl. unserAller, 2014).

Fazit

Abschließend möchte ich festhalten, dass unserAller eine Plattform darstellt, die, meines Erachtens nach, wirklich bemüht ist, den Austausch von Ideen und das Abgeben von konstruktiver Kritik zu ermöglichen, um ein zufriedenstellendes Produkt für ihre Kunden sowie für Crowd zu ermöglichen.
Besonders gefallen hat mir die aktuell laufende Aktion „unserAller Beta 4.0“, die nach Verbesserungsvorschlägen für die Website fragt. Ich denke, dass ist wirklich eine gute Idee um mit der Community einmal einen Dialog zu eröffnen und bestehende Probleme zu klären. Auch, dass die Mitarbeiter von unserAller direkt auf die abgegebenen Kommentare der Crowd eingehen, halte ich für sehr positiv, da so ersichtlich wird, dass sich das Unternehmen die Vorschläge wirklich zu Herzen nimmt und auch gewillt ist, ihre Seite zu verbessern.
Die Selbermachpäckchen halte ich auch für eine interessante Sache, da somit die Crowd viele Pordukte am eigenen Leib testen kann. Das macht den Crowdcreation-Prozess greifbarer und spannt die Crowd stark in den Entwicklungsprozess ein.
Außerdem zeigt diese Plattform sehr schön, dass es nur wenige Bereich der Produktgestaltung gibt, bei denen Kunden nicht mitgestalten können (vgl. Borchardt, 2012).

Erfolgsfaktoren
Auch bei diesen Erfolgsfaktoren erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

* die gesamte Entscheidungsgewalt liegt bei der Crowd (Bewertung der Vorschläge)
* Gestaltung und Abstimmung in unterschiedlichen Phasen
* gute Möglichkeiten der Kommunikation auf der Plattform selbst
* starkes Einspannen der Crowd in den Entwicklungsprozess (Selbermachpäckchen)
* Konzentration auf einen Social Media-Kanal
* starke Zusammenarbeit zwischen unserAller und der Crowd (Verbesserungsvorschläge)
* Auftraggeber sind auch große und bekannte Unternehmen
* unserAller ist lediglich Vermittler zwischen den Auftraggebern und der Crowd
* Diskussion zu bestimmtem Projekt möglich bzw. erwünscht
* 4 Wege, um einen Vorschlag einzureichen
* es gibt Community-Regeln
* …

Unbenannt

 

 
Bevor ich diesen Eintrag beende, würde ich aber gerne von euch wissen, ob ihr das von mir vorgestellte Produkt von Balea „Schimmernder Eistraum“/“Eisschimmer“ schon einmal in dem Drogeriemarkt gesehen habt oder es bereits gekauft und getestet hat? Oder ist es vielleicht sogar das Lieblings-Duschbad von einem / einer von euch? 😉
Leider kann ich derzeit noch keinen Ausblick auf meinen kommenden Eintrag geben, da ich noch nicht genau weiß, über welche Plattform oder von welchem Projekt dieser handeln wird. Dafür ist erst einmal wieder ein wenig Recherche-Arbeit notwendig.
Vielen Dank für’s Lesen.

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Quellen:

Borchardt, H.-J. (2012)  Dezentrales Marketing und Crowdsourcing. Erlangen:Publicis Publishing
Menzel, V. (2014) 3.3 UnserAller (Eintrag vom 20.01.2014). Blog von Verena Menzel: Power to the Crowd. Zugriff am 16.02.2014, verfügbar unter http://powertothecrowd.wordpress.com/2014/01/20/3-3-unseraller/
unserAller (o.J.a) Presse. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/press
unserAller (o.J.b) Über unserAller – unserAller Regeln. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/about
unserAller (2011) Projektblog: Balea Dusche für die kalte Jahreszeit. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://unseraller.de/dm_drogerie_markt/balea_dusche/phase/news
unserAller (2014) Facebook-Seite von unserAller. Zugriff am 17.02.2014, verfügbar unter https://www.facebook.com/unserAller?fref=ts

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Ein Negativ-Beispiel: Pril

So kann es einem erfolgreichen Unternehmen natürlich auch ergehen.
Da möchte man mit seinen Kunden zusammenarbeiten und ihnen die Möglichkeit geben, das eigene Produkt mitzugestalten und ehe man sich versieht, entwickelt sich ein Shitstorm. So erging es jedenfalls dem Spülmittelhersteller Pril von dem Dachunternehmen Henkel.
Erstmal werde ich kurz definieren, was ein Shitstorm ist und ein paar Wort über die Marke Pril und das Unternehmen Henkel verlieren, bevor ich die dazugehörige Crowdcreation-Kampagne mit dem entstandenen Shitstorm vorstelle.

Definition Shitstorm laut Duden (2013):

„Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht.“

Die Marke Pril – das Unternehmen Henkel
Henkel mit ihrem Hauptsitz in Düsseldorf führt neben Pril auch noch andere bekannte Marken wie beispielsweise Persil, Pritt, Schwarzkopf oder Syoss (Henkel, 2014). Zum ersten Mal kam Pril 1951 durch die Henkel-Tochterfirma „Böhme Fettchemie“ auf den Markt – damals noch in Pulverform. 1959 gab es das Produkt dann auch als Flüssigvariante.

Die Kampagne
2011 entwickelte Pril den Design Wettbewerb „Mein Pril – Mein Stil„, bei der ihre Kunden die Möglichkeit  besaßen, ihr eigenes Design für die Prilflasche zu entwerfen. Hier der Text, wie Pril selbst die Kampagne beschreibt: „Jeder konnte mit einem eigenen Design in die Pril Geschichte eingehen und seinen Stil auf eine von zwei Pril Flaschen bringen, die Ende 2011 sogar als limitierte Design-Edition im Handel erhältlich waren. Mit dem Designerwerkzeug konnten nicht nur die Farben der Flasche und des Dosierverschlusses bestimmt, sondern insbesondere das Etikett kreativ gestaltet werden.
Die Resonanz war riesig – die Teilnehmer ließen ihrer Kreativität freien Lauf und bescherten uns über 50.000 neue Pril Flaschen ganz nach ihrem eigenen Geschmack. Jeder konnte für sein Lieblingsdesign voten. Eine 5-köpfige Jury, in der auch Facebook-Fan Berit saß, hat aus den Top 10 die zwei Sieger gekürt, deren Designs als besondere Hingucker in vielen Küchen die Blicke auf sich zogen.“ (vgl. Pril, 2012).

Die Gewinner der Kampagne sahen letztendlich so aus:

Gewinner Pril

Gewinner Pril-Design-Wettbewerb

(Bild-Quelle: Pril (2012) 2011: Mein Pril – Mein Stil – Die Gewinner. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.pril.de/marke/meinpril/#tab_diegewinner)

Aber waren das auch die „echten“ Gewinner?
Eigentlich nicht – hier die Geschichte zu dem Shitstorm, der sich wegen diesem Wettbewerb entwickelte.

Da Pril den Nutzern die Möglichkeit überließ, neben bereits bekannten „Pril-Motiven“, wie der Pril-Blume, auch eigene Designs zu entwickeln und hochzuladen, sind auch Motive entstanden, wie das Pril-Monster oder die Nasenbrille. Diese Motive waren bei der Community sehr beliebt. Doch sie entsprachen nicht den Motiv-Vorstellungen von Henkel. So entschied sich das Unternehmen dazu, die Wettbewerbsregeln zu verändern. Die Designentwürfe musste nun von dem Pril-Team freigegeben werden. Ein noch viel gravierender Einschnitt war aber, dass Henkel die Stimmen der bisherigen Designs bereinigte. Beliebte Motive wurden durch konventionelle Entwürfe ersetzt, sodass die ausgefalleneren und kreativeren Designs aus der Liste der beliebtesten Motive verschwanden.  (vgl. Gnocchi, 2011)

Hier könnt ihr einmal die beliebtesten Designs vor der Bereinigung sehen:

(Bild-Quelle: A. Gnocchi (2011) Social Media: Crowdsourcing – Kundenpartizipation hat Potential. aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.thomashutter.com/index.php/2011/11/social-media-crowdsourcing-kundenpartizipation-hat-potential/)

Die weniger glaubhafte Aussage von Henkel dazu war, dass einige User die Stimmen der Designmotive manipuliert hätten und sie diese daher aus Fairnessgründen bereinigen müssten (vgl. Breithut, 2011). Die Community witterte den Manipulationsverdacht und so löste sich der Shitstorm aus. Auf der Facebookseite von Pril sowie auf Twitter erschienen dazu tausende negative Kommentare über das Eingreifen von Pril in ihre Design-Kampagne. Einige der Nutzer, wie Peter Breuer aus Hamburg, sahen den Shitstorm auf Pril zurollen und entfernten daher freiwillig ihre „Spaß-Entwürfe“ (vgl. Breithut, 2011).
Dennoch stritt Henkel den Vorwurf der Manipulation ab. Zusätzlich began Pril damit Kommentare zu Zensieren, anstatt mit der Crowd einen offenen Dialog zu führen (vgl. Gnocchi, 2011).
Um die Bögen wieder ein wenig zu glätten, hat sich Pril später entschlossen das beliebte Motiv des Pril-Monsters als limitierte Auflage an einige Fans zu verschenken. Somit wurden 111 Flaschen über eine Facebook-App per Zufallsgenerator an die Community verlost. Zusätzlich waren 777 Flaschen zum normalen Verkaufspreis erhältlich (vgl. Gnocchi, 2011).
Dieser Shitstorm zählt laut Computer Bild (2012) und Focus Online (2012) zu den bisher (zehn) bekanntesten Shitstorms.

Herr Gnocchi, dessen Eintrag ich hier größtenteils zitiere, sagte abschließend zu seiner Betrachtung von Crowdsourcing-Projekten folgendes: „Wichtig für Unternehmen, die Crowdsourcing-Massnahmen durchführen wollen, ist eine gut durchdachte Planung. Es ist ratsam bereits von Beginn an klare Spielregeln zu definieren und den offenen Dialog mit der Community zu führen. Wer versucht im Hintergrund die Massnahmen zu manipulieren, kann damit rechnen, dass sich die Benutzer gegen einen stellen und ihren Frust, ohne Blatt vor den Mund zu nehmen, kommunizieren. Man sollte sich jedoch nicht durch solche Vorfälle davon abhalten lassen selbst Crowdsourcing einzusetzen. Es gibt bereits einige Cases von denen man lernen und somit bereits vor der Durchführung mögliche Gefahren einkalkulieren kann.“ (Gnocchi, 2011)

Er empfiehlt also eine Kampagne vorher gut durchzuplanen und den Dialog zu der Crowd nicht zu verlieren, um einem Shitstorm aus dem Weg zu gehen. Sollte es jedoch zu spät sein und der Sturm er Entrüstung steht vor der Tür, dann sollte man nicht anfangen, die „Spielregeln“ zu ändern und Maßnahmen hinter dem Rücken der Crowd zu manipulieren. So macht man alles nur noch schlimmer. Hier zeigt sich also auch wieder deutlich, wie wichtig die Kommunikation zu der Crowd ist – besonders, wenn einmal ein Fehler unterlaufen ist.

Unbenannt

Sind euch auch ähnliche Beispiele bekannt? Gibt es beispielsweise auch Crowdfunding-Projekte die einen Shitstorm ausgelöst haben? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen zum Thema „Crowdsourcing und Shitstorm“ mitteilt. Vielen Dank. :]
In meinem nächsten Beitrag werde ich positive Beispiele von einigen bekannteren Unternehmen und Marken vorstellen, um euch zu zeigen, dass man mit einer solchen Kampagne als großes und bekanntes Unternehmen durchaus auch Erfolg haben kann und u.U. damit auch das Image verbessern kann.
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Quellen:
Duden (2013) Bedeutung Shitstorm. Abgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.duden.de/rechtschreibung/Shitstorm
Pril (2012) 2011: Mein Pril – Mein Stil. Abgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.pril.de/marke/meinpril/#tab_designwettbewerb
Gnocchi, A. (2011) Thomas Hutter’s Social Media und Facebook Marketing Blog. Social Media: Crowdsourcing – Kundenpartizipation hat Potential. aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.thomashutter.com/index.php/2011/11/social-media-crowdsourcing-kundenpartizipation-hat-potential/)
ComputerBild (2012) Die Zehn: Bekanntesten Shitstorms. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.computerbild.de/fotos/Die-Zehn-bekannte-Shitstorms-7599832.html#10
Focus Online (2012) Kollektive Entrüstung im Netz. Die besten Shitstorms. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.focus.de/digital/internet/tid-26192/kollektive-entruestung-im-netz-das-geheimnis-hinter-dem-phaenomen-shitstorm-bekannte-shitstorms_aid_768892.html
Breithut, J. (2011) Spiegel Online – Soziale Netzwerke: Pril-Wettbewerb endet im PR-Debakel. Aufgerufen am 26.01.2014, verfügbar unter http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/soziale-netzwerke-pril-wettbewerb-endet-im-pr-debakel-a-763808.html
Henkel (2014) Standorte. Aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.henkel.de/ueber-henkel/henkel-standorte.htm
Henkel (2014) Produkte & Marken. Aufgerufen am 26.01.2014. Verfügbar unter http://www.henkel.de/produkte-marken.htm

T-Shirts selbst gestalten.

Egal, ob für die eigene Fußball-Mannschaft, den Jungesellinnenabschied der besten Freundin oder einfach nur als witziges Geburtstagsgeschenk. Das selbst gestaltete T-Shirt ist in vielen Lebenslagen gewünscht und erklärt vermutlich auch den Erfolg der vielen Onlineshops dieser Art.

Die wohl bekannteste und auch als erste ihrer Art geltende  Website aus den USA ist Threadless.
In Deutschland ist Spreadshirt die passende Alternative dazu.
In meinen folgenden Beiträgen werde ich euch also diese beiden Seiten vorstellen und euch über Besonderheiten aufklären.
Um auch noch ein anderes Beispiel bezüglich der T-Shirt-Gestaltung mit einzubringen, werde ich auch noch die Seite Qwertee  mit betrachten. Grund dafür ist, dass ich diese Seite selbst schon genutzt habe und ich das dort verwendete Konzept besonders interessant finde.

Doch bevor ich mit meiner Analyse beginne, würde ich von euch gerne wissen, ob ihr eine der drei genannten Webseiten bereits besucht habt, auch selbst designt habt oder ob ihr solche Seiten gar nicht kennt.
Unbenannt

Vielen Dank für’s Mitmachen bei der Umfrage.
Bin gespannt auf das Ergebnis. 🙂

Leitgedanke und Ergebnissdarstellung

Hallo zurück.

Da ich noch gar nicht richtig deutlich gemacht habe, was genau ich eigentlich bezüglich Crowdcreation untersuchen möchte, hier einmal mein Leitgedanke:

Was genau braucht ein Unternehmen oder eine Privatperson eigentlich, um eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne durchführen zu können? Gibt es Faktoren, die besonders erfolgsversprechend sind? Und was sollte man bei einem solchen Projekt besser vermeiden?

Dabei stellt sich mir auch die Frage: Wann ist denn eine Kampagne eigentlich erfolgreich?
Ich denke, dass eine Kampagne dann gelungen ist, wenn der Auftraggeber mit dem „End-Produkt“ vollkommen zufrieden ist. Außerdem halte ich es für vorteilhaft, wenn „viele“ Personen an dem Ideenfindungs- oder Gestaltungsprozess beteiligt waren, damit das Endergebnis auch wieder eine große Masse anspricht. 

Bild

Aber gibt es vielleicht noch andere Kriterien? Was denkt ihr? Habt ihr weitere 

Anregungen für mich?

 

Um die Antwort auf meine Leitfrage für euch etwas übersichtlicher darzustellen, habe ich heute eine neue Seite eingerichtet. Denn nachdem ich mich mit der Literatur von Jeff Howe auseinandergesetzt habe und mir dort ein paar Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Crowdsourcing-Projekten über den Weg gelaufen sind, habe ich mich dazu entschieden, meinen Lernfortschritt bzw. meine Ergebnisse gesammelt darzustellen.
Auf der neuen Unterseite ‚Ergebnisse‚ werde ich ab sofort immer die neuen Faktoren für eine erfolgreiche Crowdcreation-Kampagne auflisten.

Ich würde mich über Anregungen zu meiner Frage freuen. (: